In diesen Tagen wurde Geschichte geschrieben. Auf dem BRICS-Gipfel in Kasan formiert sich eine neue Weltordnung. Sie formuliert sich immer klarer und deutlicher aus. Versprochen wird die Ablösung der westlichen Hegemonie unter Führung der USA.
Ersetzt werden soll das alte System durch die Demokratisierung der internationalen Beziehungen auf der Grundlage der Charta der Vereinten Nationen. Souveräne Staaten handeln unter Anerkennung ihrer Souveränität ihre Angelegenheiten untereinander aus.
Das Versprechen ist nicht geringer, als dass eine Epoche des weltweiten Friedens, Wachstums und der gemeinsamen Entwicklung in Respekt und Anerkennung der Vielfalt der Kulturen und ihrer Traditionen angebrochen ist.
Wer im russischen Fernsehen die Ereignisse verfolgt, dem wurde klar: hier findet ein großer, globaler Aufbruch statt. Die BRICS schenken der Welt eine große, positive Zukunftsvision.
Ein überkommenes System hegemonialer Dominanz, das zu einem Verhältnis der Konkurrenz der Staaten untereinander und damit zu Ungleichheit führt, soll abgeschüttelt werden. Es ist unfair, destruktiv und führt zu Krieg und zu Zerstörung. In seiner Endphase nimmt diese Destruktivität noch einmal zu. Die Ereignisse in der Ukraine und in Nahost sind davon Ausdruck. Das System westlicher Hegemonie ist zu Frieden unfähig. Jetzt gibt es ein neues, glaubwürdiges Versprechen.
In Deutschland hat man das nicht mitbekommen. Die deutsche Presse ordnet den BRICS-Gipfel in ihr Narrativ ein, nachdem die westlichen Demokratien von autoritären Führern bedroht werden. BRICS ist der Antiwesten. Das ist nicht der Fall. BRICS richtet sich gegen niemanden, sondern ist eine Einladung zur Kooperation. Wer sich ausschließt isoliert sich. Nachteile entstehen aus dieser Selbstisolation.
Mit seinem Beharren darauf, dass Deutschland eine Vormachtstellung in der Welt haben muss, dass es gleicher sein möchte unter Gleichen, mit seinem Anspruch, Regeln vorgeben und diktieren zu dürfen, vergibt Deutschland die Chance der Teilhabe. Das ist für die Menschen in Deutschland tief bedauerlich, denn es ist absehbar, dass sich damit der Weg nach unten weiter beschleunigt.