Archiv der Kategorie: Zeitgeschehen

Beiträge zu aktuellen politischen Themen

Masha Gessens „Die Zukunft ist Geschichte“ – Eine Buchkritik

Im vergangenen Jahr veröffentlichte Masha Gessen ihr Buch „Die Zukunft ist Geschichte”. Der Spiegel nahm das zum Anlass für ein Interview mit der Autorin. Das verwundert nicht, denn Gessens Buch über Russland ist eine fantasievolle Relotius-Erzählung.
Daran ist zwar nahezu alles falsch, aber folglich passt sie ins etablierte Narrativ des Westens. Bereits im Dezember des vergangenen Jahres brachte der Spiegel in seiner Printausgabe ein Interview mit Masha Gessen. Als Autorin …

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Diskriminierung von Minderheiten in der EU: Die baltischen Staaten

Die baltischen Staaten rücken immer weiter nach rechts. Umzüge von SS-Veteranen und rigorose Sprachgesetze bezeugen die dunkle Entwicklung im östlichsten Winkel der EU, die bei der offenen Diskriminierung von Minderheiten in den baltischen Ländern plötzlich wegschaut.

Googles App-Store und sein Pendant bei Apple sind seit Ende Januar um eine App reicher. Die neue App heißt “Valodas Draugs”. Das ist litauisch. Es bedeutet so viel wie “Sprachfreund”. Die App ist …

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Der deutsche Journalismus wird sich selbst zum Feind

Der deutsche Journalismus ist in einer tiefen Krise, die vor allem eine Glaubwürdigkeitskrise ist. Die Leserzahlen brechen ein, die Zuschauer bleiben weg. Wie konnte es dazu kommen? Wieso entsteht der Eindruck, dass zu vielen Themen gleichförmig berichtet werden? Ein Erklärungsversuch.

Die letzten Wochen waren ausgesprochen spannend, wenn man sich für Medien und ihre Mechanismen interessiert. Interessanter Höhepunkt, und gleichzeitig Tiefpunkt, in der Auseinandersetzung waren sicherlich die Ausfälle des Vorsitzen des Deutschen Journalisten Verbandes, Frank Überall, gegenüber RT Deutsch. Darüber wurde vor allem in sogenannten Alternativen Medien viel geschrieben, im Mainstream …

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Neue Berichte über Verfolgung von Homosexuellen in Tschetschenien – Ein Faktencheck

Wieder machte im Mainstream eine Nachricht breit die Runde, in der russischen Republik Tschetschenien gäbe es erneut eine Verfolgungswelle gegenüber Homosexuellen. Es wird von Folter und Tod berichtet. Und wieder ist jedoch die ursprüngliche Quelle dubios.
Die NZZtaztagesspiegelDer SpiegelNeues Deutschland,… kurz: Nahezu alle deutschsprachigen Printmedien nehmen eine Meldung auf, die vom russischen LGBT-Netzwerk verbreitet wird. Seit Dezember sei es erneut zu Übergriffen durch das – wie es in vielen Publikationen heißt – „Kadyrow-Regimes“ gekommen.

Das LGBT-Netzwerk seinerseits beruft sich dabei auf Berichte in sozialen Medien. Zentral geht es dabei um …

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Von Esten und Letten, Su- und Präfixen sowie Schmerzen im Arsch

Es ist schon einige Zeit her, da saß ich mit einigen russischen Freunden zu Gast bei Tisch. Wir waren von Letten eingeladen worden. Letten, das mag nicht jedem sofort geläufig sein, sind Menschen aus Lettland, einem Mitgliedsland der EU. Das nicht jeder das auf Anhieb weiß, ist verständlich, denn Lettland ist sehr klein. Ähnlich klein wie zum Beispiel Estland, das auch Mitglied der EU ist. Seine Bewohner heißen Esten.  

Jedenfalls gab es zu Essen und zu Trinken, die Letten tischten Wodka und anderen Alkohol auf, es gab Salate und Platten mit Häppchen. Es war fast wie in Russland aber eben doch anders. Wir unterhielten uns auf Russisch, kamen dabei aber auf die lettische Sprache zu sprechen. Wenn ich es recht in Erinnerung habe, ändern sich im Lettischen die Su- und Präfixe in Abhängigkeit vom Familienstand. Die nicht lettisch-sprachigen Teilnehmer der Runde wurden aufgefordert das jetzt mal durchzudeklinieren und man machte es natürlich auf Anhieb falsch, was für Erheiterung bei den Muttersprachlern sorgte.

Es hat vermutlich ähnlichen Unterhaltungswert wie Neuankömmlinge in der deutschen Sprache erstmal “Fischers Fritz” aufsagen zu lassen. So etwas motiviert ungemein zum Spracherwerb.

Nun gut. Die Nichtmuttersprachler hatten sich in der lettischen Runde jetzt alle einmal auf Aufforderung zum Deppen gemacht, dabei hätte man es belassen können, doch es ging immer noch weiter. Mir wurde langweilig, denn obwohl ich eine große Faszination für Sprachen besitze, halte ich von derartigen Formen des Spontanunterrichts durch Freizeitdozenten nichts, zumal es dabei in der Regel ja nicht um die Vermittlung von Wissen, sondern nur darum geht, die besondere Komplexität und Schwierigkeit der eigenen Sprache gegenüber allen anderen Sprachen herauszustellen. Es geht in diesen Zusammenhängen nicht darum, etwas zu lernen oder zu lehren, sondern darum, Lernen gerade zu verhindern. Dennoch hatten wir uns noch eine ganze Weile der aussterbenden Sprache Lettisch und ihren Besonderheiten zu widmen.

Einer der Anwesenden kam dabei auf seine Erlebnisse in Moskau zu sprechen und wie auch die Russen immer an den Tücken des Lettischen gescheitert sind. Er hatte noch zur Zeit der Sowjetunion in Moskau studiert. Rückblickend wusste er zu berichten, wie schrecklich das damals alles war. Wie rückständig schon damals alles war, es im Grunde heute noch ist. Ich war ein bisschen angewidert.

Man hatte ja schon damals gewusst, wie sehr das alles falsch war, wurden wir durch das Gesagte belehrt. Ich blickte in die Runde. Meine russischen Freunde machten gute Mine zum bösen Spiel.

Da war also ein Lette, der damals zur Zeit die Sowjetunion die Möglichkeit hatte, in Moskau zu studieren, was nicht gerade auf eine grundlegende und fundamentale Opposition zur Macht hindeutete, der heute über dieses Damals herzog als hätte es mit ihm in keiner Weise zu tun. Ich stocherte mit der Gabel in meinem Salat und bekam schlechte Laune.

Vermutlich, so dachte ich bei mir, war der damals genauso stromlinienförmig angepasst wie heute. Man kennt diesen Typus. Es gibt diese ehemaligen Bürger der DDR, denen genau am 3. Oktober 1990 eingefallen ist, dass sie die DDR eigentlich schon immer scheiße fanden, während sie noch zwei Wochen vorher ihre Nachbarn bei der Stasi angeschwärzt haben. Man nennt diesen Typus “Wendehals”. Ohne Rückgrat, ohne festen moralischen Kompass, sich immer am aktuell wehenden Winde ausrichtend und auf den eigenen Vorteil blickend. Die Bundeskanzlerin oder auch der Bundespräsident a.D. Gauck ist diesem Typus zuzurechnen.

Ich führte das Aufkommen meiner schlechten Laune darauf zurück, mich in einem Kreis von Wendehälsen zu befinden. Ich wollte weg. Auf keinen Fall wollte ich mich mit diesen Menschen betrinken. Ehrlich gesagt, widerten sie mich an.

Der Abend war unangenehm.

Zu meinem Erstaunen verlaufen nahezu alle Begegnungen mit Menschen aus den baltischen Staaten unangenehm. Man sollte daher noch einmal genauer Hingucken, was man sich da ins europäische Boot geholt hat. Vor kurzem postete ein mir bekannter Herr aus Estland auf Facebook, wie bescheuert die Briten mit ihrem Brexit doch sind. Ich fand es einigermaßen erstaunlich dies gerade aus der baltischen Ecke zu hören, denn bei der Diskussion um den Brexit spielte das Thema Migration eine ganz große Rolle.

Gemeint waren damals nicht die Syrer oder Flüchtlinge aus Afrika, sondern unter anderem die Balten. Das Geschäftsmodell der baltischen Staaten besteht im Großen und Ganzen darin, dass die junge Generation ins EU-Ausland geht, dort in irgendeinem Niedriglohnjob vor sich hinkellnert und Geld nach Hause schickt. Die auf den ersten Blick relativ niedrigen Arbeitslosenzahlen in den baltischen Staaten sind durch Auswanderung und nicht durch Beschäftigung im Land erzielt. Angesichts des Brexits hätte ich da als Este deshalb mal lieber meine Klappe gehalten, denn dieses baltische Geschäftsmodell des Exports von Jugend hat einen gewissen Anteil am Ausgang des Referendums der Briten.

Mit meinem baltischen Bekannten ging dann im Folgenden noch ein bisschen um Russland und die dort grassierende Homophobie, die armen Tschetschenen und das ich natürlich ein Propagandist bin. Er hätte durchaus zur Kenntnis genommen, dass ich für RT schreibe und ich soll mir mal Gedanken machen, warum RT überall verboten wird. Nun ja… wir werden uns künftig wohl nicht mehr unterhalten. Wozu auch?

Über Pressefreiheit mache ich mir ständig Gedanken, der besagte baltische Glaubensbruder des Mainstreams offensichtlich eher nicht. Er würde bei ernsthafter Überlegung zwangsläufig zu einem anderen Ergebnis kommen. Pressefreiheit bedeutet nämlich, dass man auch Formate zulässt, die nicht die Regierungsmeinung runterbeten und Kontroversen erträgt. 

Auffallend ist in beiden Fällen, wie sehr unsere baltischen Partner auf Linie sind. Alles, was in den Medien so verbreitet wird, ist die lautere Wahrheit, alles, was aus Russland kommt, Propaganda. Die sowjetische Vergangenheit mies, die EU strahlend rosig.

Ein extrem schlichtes Weltbild mit dem unsere baltischen Partner da umhergehen.In der Auseinandersetzung bekommt man den Eindruck, es handele sich bei den Balten um die Gewinner einer historischen Lotterie. Im geschichtlichen Sinne neureich geworden blickt man herunter auf den ehemaligen Nachbarn, bemerkt dabei nicht, dass die Jackets der Damen und Herren im neu gewonnenen Bekanntenkreis doch schon recht fadenscheinig sind, sie so von besseren Zeiten erzählen, die offenkundig nicht mehr sind. Man fühlt sich irgendwie erhoben und bedankt sich dafür mit Linientreue, die eine dicke Schleimspur hinterlässt, merkt dabei gar nicht, wie sehr das Gewonnene selbst schon vom Verfall gezeichnet ist.  

Es ist schwer zu verleugnen – die Balten sind mir unangenehm. Meine baltischen Begegnungen verliefen allesamt nicht so dolle. Ich weiß, ich weiß, es gibt sicherlich auch andere. Ich werde mich auch künftig offen halten. Aber bisher war es nicht eben prickelnd und es war auf eine immer ähnliche Weise nicht prickelnd.  

Wer jetzt meint, das Verhalten der Balten sei irgendwie verständlich, schließlich hätten sie eine schwere Zeit hinter sich mit all der sowjetischen Besatzungsmacht und der daraus sich für die Gegenwart ergebenden ständigen Bedrohung durch Russland, der irrt.  Die Russen sind, soweit ich weiß, ganz froh, dass sie die los sind. Die Balten gelten als träge, undankbar und im Unterhalt teuer – ein wenig lohnendes Investment also. Es gibt dort nichts, was Russland bräuchte. Und ehrlich gesagt, die Balten wissen das auch. Sie wissen, dass all ihre Hysterie in Bezug auf Russland absoluter Quatsch ist. Die Hysterie ist allerdings ihre einzige Münze, mit der sie etwas schachern können. 

Wegen dieser Hysterie stehen deutsche Soldaten seit zwei Jahren wieder an der Grenze zu Russland. Es ist mit Sicherheit keine gute Idee, auf die bizarren Befindlichkeiten der Balten einzugehen. Man müsste ihnen viel mehr verständlich machen, dass Russland nicht den Hauch eines Interesses daran hat, sich die baltischen Staaten mit Gewalt zurück zu holen, wo es doch einigermaßen froh ist, dass sich jetzt die EU um die Quälgeister zu kümmern hat.

Die russische Gemütslage in Bezug auf die Ukraine ist bedingt durch die zeitliche Nähe der Ereignisse und das Brüske im Ablauf komplexer, aber das zugrunde liegende Gefühl ist ähnlich: Endlich sind wir die los.

Es ist ganz erstaunlich, wenn man diese Unterschiede in der Befindlichkeit zueinander mitbekommt. Ein nicht gerade kleiner Teil der Ukrainer erwartet jeden Moment den Einmarsch der Russen. Ganz ernsthaft! Nun gut. Die Zensur im Lande ist heftig und die Verbindungen nach Russland wurden auch was das Internet angeht durchtrennt. Russische Webseiten, die darüber Auskunft geben könnten, sind in der Ukraine nur schwer zugänglich.

Aber die Haltung in Russland ist eben eine ganz andere. “Jetzt habt ihr die. Viel Spaß!”, sagte mir mal ein guter russischer Freund, der damit eine Grundstimmung in Russland zum Ausdruck brachte.

Und wenn ich das richtig einschätze, werden wir genau in diesem Sinne viel Spaß haben. Mein Bekannter aus den Staaten sagte dazu immer “Pain in the ass”. Nicht lebensbedrohlich aber unangenehm und störend. Sowie ich das sehe, läuft mit unseren Zugewinnen im Osten Europas genau darauf hinaus. Ein Ansatz zum Brückenschlag jedenfalls wird von dort aus nicht kommen, obwohl die Region dafür eigentlich aufgrund ihrer Geschichte prädestiniert wäre. 

 

    

Ukraine – Der etwas andere Jahresrückblick

Viel wurde über das Jahr 2018 geschrieben. Doch ein Thema hat der Mainstream im Jahresrückblick ausgelassen. Was brachte das vergangene Jahr eigentlich der Ukraine? Es sind die kleinen, kaum diskutierten Meldungen, die über die Entwicklung des Landes Aufschluss geben.

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Die Kynast-Dialoge. 8. und letzter Teil

Die hier aufgestellte These lautet, dass Kynast nur ein Symptom, eine Erscheinungsform ist, deren Ursache wesentlich tiefer liegt. Ja, Kynast ist ein schlechter Journalist. Er berichtet einseitig, glänzt durch breites Unwissen hinsichtlich der Themen zu denen er sich äußert, reagiert dagegen mit erstaunlicher Überheblichkeit, wenn man ihm das nachweist. All das, was man im Allgemeinen mit dem Wort Journalismus bezeichnet, erfüllt Kynast nicht. Er kann noch nicht einmal zuhören, sich selbst einen Moment zurücknehmen. Alles gerinnt ihm zu sich selbst.

Mit dieser durchweg narzistischen Struktur ist er allerdings nicht allein. Der deutsche Journalismus ist durchzogen von Personen, die Journalismus als Mittel zur Selbstdarstellung verstehen. Schlimmer noch, sie sehen sich in eine Hierarchie gestellt, fühlen sich gegenüber Zuschauern und Lesern überlegen, leiten aus ihrer Profession gar den pädagogische Auftrag der gesellschaftlichen Formung ab, wie uns Anja Reschke neulich wissen ließ.

Eine unglaubliche Anmaßung, die das journalistische Bemühen um Wahrheit durch Belehren im Sinne der Herrschenden und ihrer Narrative ersetzt. Reschke irrt, wenn sie meint, der aktuelle Journalismus würde die Vielfalt der Meinungen befördern. Im Gegenteil verengt er sie, denn das System, dem er sich verpflichtet fühlt, ist in einer tiefen Krise.  Das System zerfällt. Also macht der Mainstream das, was er in dieser Situation historisch immer gemacht hat: Er wird zur Propaganda. Er wähnt sich auf der richtigen Seite und wird entsprechend ein-seitig.

Der deutsche Mainstream-Journalismus ist als Journalismus gescheitert. Herausragendes Beispiel hierfür ist der neoliberale Umbau der Republik, der von den großen Verlagshäusern affirmativ begleitet wurde. Dabei war all das absehbar, was heute bittere Realität ist: Die Spaltung der Gesellschaft, der zunehmende Unterschied zwischen Arm und Reich, die Politikverdrossenheit der abgehängten Teile der Bevölkerung, die mit der vorgeblichen Alternativlosigkeit der neoliberalen “Reformen” gezüchtet wurde. Wenn Politik zu zentralen Themen wie der Ökonomie keine Alternativen bietet und der Journalismus das nicht infrage stellt, sondern sich als Mittler und Mediator versteht, der dem Rückbau sozialer Errungenschaften den Weg bereiten soll, dann ist er keiner. Es gibt natürlich Alternativen zur Alternativlosigkeit des Neoliberalismus. Wir verfügen über das Wissen, Ökonomie so zu steuern, dass sie weitgehend frei von Krisen zunehmenden Wohlstand für alle ermöglicht. Der deutsche Journalismus bildet den Diskurs hierzu nicht ab, sondern schlägt sich affirmativ auf die Seite des neoliberalen, gegenaufgeklärten Umbaus westlicher Gesellschaften.

Die Behauptung Kynast, dass Vertreter einer anderen Sichtweise kämen sehr wohl zu Wort, ist nicht völlig falsch. So durfte der Ökonom Heiner Flassbeck auf Deutschlandfunk ein wenige Minuten dauerndes Interview  zu deutschen Überschüssen und dem Handelskrieg mit den USA geben, bei dem der Redakteur offensichtlich parteiisch eine Sichtweise vertritt, während andererseits neoliberale Positionen und das Diktum der Austerität praktisch zur Dauerbeschallung durch den Mainstreams gehören.

Auch bei geopolitischen Themen ist der Mainstream an Einseitigkeit nicht zu überbieten. Daher ist der Begriff “Propaganda” durchaus gerechtfertigt. Es ist eben nicht so, dass einzelne Beiträge ein verzerrtes Bild zeichnen. Es ist der Mainstream in seiner Gesamtheit. Wie die aktuelle Auseinandersetzung um eine Sendelizenz für RT Deutsch zeigt, wird der Mainstream alles tun, damit dieses einseitige Bild erhalten bleibt. Der deutsche Journalismus selbst entwickelte sich damit zum Feind der Demokratie, denn ein breites Spektrum an Informationen und Meinungen ist zu deren funktionieren unabdinglich. Genau das aber wird von den Vertretern des deutschen Journalismus versucht zu verhindern.

Aktuell wird wieder mal Tschetschenien und die angebliche Verfolgung von Schwulen durch das mediale Dorf getrieben. Die Geschichte ist vorn und hinten nicht stimmig. Ich habe auf RT dazu ausführlich geschrieben. Das findet natürlich keine Beachtung, obwohl meine Recherchen dazu gründlich und sauber waren. Es findet schlicht keinen Eingang in die Berichterstattung. Dabei ist es eigentlich eine gute Nachricht die besagt: “Hey, freut euch. Es hat keine Opfer gegeben, die Geschichte ist falsch.”

Doch die Geschichte von den verfolgten und ermordeten Schwulen in Tschetschenien wird auf die Ebene der Giftgasangriffe Asaads gegen das eigene Volk gehoben. Beides findet alle paar Monate ausschließlich in den Medien statt und hat keinen Bezug zu den Fakten, dient lediglich der Beeinflussung und Lenkung der öffentlichen Meinung. Es wird Hass gezüchtet. 

Leute wie Kynast machen da munter mit. Sie wären gar nicht da, wo sie sind, würden sie sich dem verweigern oder auch nur korrigieren wollen. Der deutsche Journalismus hat ein strukturelles Problem und ist in sich auch nicht reformfähig. Er verengt die Meinungen und Sichtweisen, wo er sie doch erweitern sollte.   

Was kann man tun? Nun man sollte sich selbst vertrauen. Gibt es in der eigenen Erfahrungswelt irgendetwas, das dem entspricht, was der Mainstream einem Glauben machen möchte?  Sind die Informationen konsistent, passen sie zueinander? Sind sie logisch? Was ist das Motiv? Dient die Information tatsächlich der Information oder der Emotionalisierung?

Dann sind wir wieder bei den Werten der Aufklärung, von denen sich der deutsche Journalismus weitgehend verabschiedet hat. Wie Kant sagte: “Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit.” Leute wie Kynast werden das für uns nicht besorgen. Wir müssen es selbst tun. Jeder Medienkonsument für sich.