Polina Gagarina singt über die Schrecken des Krieges

Es waren für die Sowjetunion grausame Jahre. Von 1941 bis 1945 ließen 27 Millionen Sowjetbürger ihr Leben, um die Welt zu verbessern, indem sie den Faschismus besiegten. Schon aus diesem Grund ist die von Stern-Schmierfink Jens Maier gewählte Überschrift “Russland als Weltverbesserer. Zum Kotzen” nur eins: zum Kotzen nämlich, weil sie historische Zusammenhänge leugnet!
Russland hat die Welt verbessert und dafür einen hohen Preis gezahlt. Eine Veranstaltung wie den ESC würde es nach dem Sieg des Faschismus in dieser Form sicher nicht geben und der Lebensstil der queeren Community ließe sich mit wenigen Worten umreißen: Arbeitslager, tot im KZ, duckmäusern und gut versteckt halten.
Jedenfalls wäre er himmelweit von Sex-Urlauben auf Gran Canaria und Sitges, Gay Prides und offen gezeigter queerer Kultur entfernt. Nichts wäre es mit prickelndem Sektchen und veganen Häppchen zu lustig-absurden ESC-Liedchen. Dass es doch anders gekommen ist, verdanken wir unter anderem Russland. Alles andere wäre eine Lüge, die der Leugnung des Holocausts gleichkommt.
Für diese Freiheiten wurden Schlachten geschlagen, die man benennen kann. Neben Stalingrad und Leningrad tobte der Krieg in Sewastopol besonders heftig. Der in diesen Wochen veröffentlichte russische Film „Битва за Севастополь“ “Schlacht um Sewastopol” schildert die Schrecken des Krieges in besonders eindrücklichen Bildern.
Die Titelmusik singt keine Geringere als Polina Gagarina, die mit der Friedenshymne „A Million Voices“ in diesem Jahr für Russland beim ESC antritt und nach Geschitsklitterer Maier auszubuhen sei. Allein das Ansinnen ist eine unglaubliche Frechheit und zeugt von einer historischen Unkenntnis, die gefährlich ist.

Instrailer49023besondere die deutschen Liebhaber des ESC sollten sich das Gagarinas Video zum Lied Film anschauen und dann noch mal gründlich in sich gehen, ob es gerade uns Deutschen geziemt, einen russischen Beitrag welcher Qualität auch immer auszubuhen.
Das Lied кукушка (Kuckuck) ist übrigens eine Coverversion des sowjetischen Punk-Sängers Viktor Zoi, hier zu unrecht völlig unbekannt ist.
Das Orininal findet sich hier.