Ukrainische Hexenjagd schafft eisernen Vorhang für die Pop-Kultur

Die Ukraine unterstreicht mit dem Einreiseverbot für die russische Sängerin Lolita ihr Bestreben, einen eisernen Vorhang im Hinblick auf den Austausch mit der russischen Kultur zu errichten. Dieser schadet neben russischen Künstlern auch ukrainischen selbst.

Das ukrainische Gesetz, wonach eine Einreise auf die 2014 von Kiew abgespaltene Halbinsel Krim über Russland als illegal gilt, wird immer häufiger angewandt. Jetzt ist auch die bekannte Sängerin Lolita Miljawskaja von einem damit verbundenen Einreiseverbot betroffen. Die Ukraine verwehrt ihr mit sofortiger Wirkung die Einreise und damit auch den Besuch ihrer Mutter und Tochter.

 

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Leningrad: Russischer Pop mit eingebautem Skandal-Effekt

Die Gruppe Leningrad ist ein zentraler Bestandteil der zeitgenössischen russischen Pop-Kultur. Ihre Texte sind rüde und entlarvend, ihre Clips kennen keinerlei Scham. Leningrad genießen deshalb bei ihren Fans regelrechten Kultstatus.

Die bereits in den 1990er Jahren gegründete Band Leningrad ist mit der schillerndste Stern am russischen Pop-Himmel. Leningrad gruppiert sich seither in wechselnden Formationen um den mit Blick auf seine Biografie nicht weniger extravaganten Sänger und Gitarristen Sergej Schnurow.

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Madonna schluckt, Serebro sind versaut

Obwohl Hillary Clinton die Wahl verloren hat, ist Madonna wohl dennoch einige Zeit damit beschäftigt, ihr Versprechen einzulösen, und beglückt die männlichen Wähler Clintons mit Blowjobs, Augenkontakt und Runterschlucken. Die dadurch entstehende Versorgungslücke in westlicher Popkultur könnte gendergerecht mit einem Rückgriff auf die russische Frauenband Серебро/Serebro ausgeglichen werden.
Serebro sind nicht nur drei Mal so schön wie Madonna, sie sind auch drei Mal so versaut, was sie hier gesanglich zum Ausdruck bringen. Oder sind sie nur verwirrt? Der Titel Я перепутала lässt sowohl die eine als auch die andere Lesart zu. Die Bildersprache des Clips ist da eindeutiger.
Produziert werden Serebro von Maksim Fadeev, einem der ganz großen Sänger und Produzenten in der Russischen Föderation. Derzeit ist er in den russischen Charts ganz weit vorne in einem Duett mit Nargis vertreten.

Electroheel – Elektronischer Underground aus Wolgograd

Die russische Band Electroheel gibt es bereits seit 2009. Sie besteht aus Maxim Galimov und Polina Staina. Der musikalische Geist verbindet das Kollektiv aus Wolgograd mit dem experimentellen Elektropop der 80er Jahre. Namen wie Fad Gadget, Human League, The Normal, DAF und Liaisons Dangereuses sind es, die bei Menschen meiner Generation bereits bei den ersten Tönen ihren Weg aus dem Unterbewussten zurück in die Erinnerung finden. Den jüngeren eröffnet sich hier eine neue musikalische Welt, die schon immer da war. 

Die musikalische Genialität von Electroheel paart sich mit großartiger Videokunst. Für die Musik ist Polina verantwortlich, die Clips sind Maxims Werk.

Electroheel sind ein absoluter Geheimtipp, was die Klickzahlen ihrer Videos bezeugt. Sie produzieren in zeitlich großen Abständen. Leider! Denn der Wunsch nach Mehr von diesen minimalistischen Stücken, den außergewöhnlichen Clips, den bereichernden Ideen stellte sich bei mir sofort ein.

Youtube unzensiert. Смотрите „Ёлка – Пара“ на YouTube

https://youtu.be/rjZJf-mZIpA

Ich gebe zu, ich war skeptisch,als ich heute gelesen hatte, Google respektive youtube und die GEMA hätten sich geeinigt, Clips seien jetzt auch in Deutschland zugänglich, die bisher nicht zugänglich waren.

Doch es für funktioniert tatsächlich. Es gibt jetzt russischen Pop unzensiert auch in Deutschland.

Zur Feier des Tages präsentiere ich Ёлка/Jolka. Das Lied und der Clip Пара/Paar ist berührend. Viel Spaß beim unzensierten Anschauen und mit der neuen Freiheit.

Ab ins All

In der Rubrik Pop heute mal was aus Kasachstan. Dort liegt der weltweit einzige Weltraumbahnhof, der derzeit Menschen ins All befördern kann. Den Kasachen liegt die Weltraumfahrt daher wohl im Blut, was sich im Clip niederschlägt.
Russland hat gerade einen Weltraumbahnhof auf eigenem Hoheitsgebiet in Betrieb genommen und baut noch an, jetzt nagelt mich nicht fest, aber ich meine an zwei weiteren. Irgendwas Großes hat Russland vor.
Jedenfalls müssen sich die USA immer bei den Russen einkaufen, wenn sie mal wieder einen der Ihren zur Internationalen Raumstation ISS schicken wollen, denn ihnen fehlt gerade jede technische Möglichkeit. Das Land ist ja eigentlich pleite. Die USA ärgern sich, weil der Preis für das Taxi immer höher wird. Tja, Angebot und Nachfrage. Müsste man gerade in den USA drüber eigentlich gut Bescheid wissen.
Die NASA steuert ja auf bemannte Raumfahrt in Richtung Mars zu. Wahrscheinlich werden die ersten Amis, die da oben landen, völlig überrascht sein, weil sie intelligentes Leben vorfinden. Es werden Russen sein, die da schon seit über 10 Jahren siedeln, ihre Arbeitsquartiere in Schuss halten, am Wochenende auf ihre Mars-Datschen rausfahren,  Wodka trinken und es sich auch sonst auf dem Mars ganz gut gehen lassen. Der Qualitätsjournalismus hat versäumt, darüber zu berichten, weil er die zahlreichen Kriegserklärungen Hillarys medial aufhübschen musste.
Seis drum, ich finde den Clip irgendwie cool.

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Slawa besingt die Farbe Rot

Guter Pop zeichnet sich dadurch aus, politisch oder gesellschaftlich relevant, aber in seinen Interpretationsmöglichkeiten offen zu sein. Er ist immer auf Diskussion angelegt, denn er möchte Aufmerksamkeit. Dieser Clip erfüllt die Anforderungen, aber die Auslegungen sind zum Koordinatensystem, das unsere westlichen Möglichkeiten der Interpretation erlauben, deutlich verschoben. Er ist daher besonders sehenswert, denn er eröffnet einen Zugang zum Verstehen des Denkens außerhalb der westlichen Einflusssphäre.
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Mein ESC mit Jurassica Parka und Jan Feddersen

Geplant hatte ich einen lustig-unterhaltsamen Abend, geworden ist daraus ein Desaster und ein einziges, großes Ärgernis. Ich wollte mir den Eurovision Song Contest im Schwuz anschauen. Das hatte ich schon häufiger gemacht, ich wusste so in etwa, auf was ich mich einließ und was mich erwartete. Dass der russische Beitrag und vor allem Russland im Vorfeld auf der Seite eurovision.de von den dortigen Moderatoren kräftig runter gemacht wurde, hatte ich hingenommen. Der über die russsischen Verhältnisse völlig fehlinformierte Jan Feddersen konnte sich kaum bremsen und teilte mit jedem zweiten Satz gegen Russland aus. Er lässt sich in seiner Selbstdarstellung als Mann mit Meinung feiern, dabei hat er gar keine. Er plappert nur nach. Völlig hohl. Peinlich obendrein, denn der Mann hatte von den Vorgängen und Entwicklungen in Russland ganz offensichtlich nicht den Hauch einer Ahnung. Völlig frei von jedweden Fakten blubberte Feddersen die üblichen Stereotype hoch und runter. Er verstieg sich sogar zu der These, Russland würde technisch in seinen Beiträgen beim ESC immer viel auffahren, so ”dass die Russen Stimmen aus dem freien Europa bekommen”. Jan Feddersen wäre sicherlich auch in Nordkorea eine steile journalistische Karriere möglich, denn er ist völlig erbarmungslos, von jeder journalistischen Ethik befreit auf der gerade herrschenden Linie.

542187_a0b4b7cc9af745ccbeb33102dc176291Wie diese Propaganda wirkt, durfte ich dann gestern Abend bestaunen. Im Schwuz nahm Jurassica Parka auf ihrem Sofa platz und kommentierte den Eurovision Song Contest. Sie gab Belanglosigkeiten von sich, echauffierte sich über Frisuren und Outfits, blieb völlig im Klischee stecken.  Alles wunderbar.
Nur ein einziges Mal verließ sie die Rolle der zickigen Transe. Nach dem Beitrag Russlands wandte sie sich mit einem Verbot direkt ans Publikum. “Russland wählt ihr nicht. Die mögen uns nicht und wir mögen die nicht!”

Was soll ich sagen? Meine gute Laune, mein unterhaltsamer Abend waren schlagartig dahin. Was für eine hohle Kuh! Die nahm doch tatsächlich das Geschwätz der Systemmedien für bare Münze.

Hatte die noch nicht mitbekommen, dass wir eine schwere Medienkrise haben, dass im Grunde alles, was da im Hinblick auf Außenpolitik verbreitet wird, mindestens fragwürdig ist? Von Assads Giftgasattacken auf das eigene Volk, über die diversen Farbrevolutionen und die faulen Griechen bis hin zur  Berichterstattung über den US-Wahlkampf ist das alles mit Vorsicht zu genießen, was da medial präsentiert wird. Und im Hinblick auf Russland sowieso.

Das ist ja inzwischen medienkritisches Basiswissen. Wie kann man da noch so einen Blödsinn von sich geben, obendrein noch meinen, man wäre eine queere Aktivistin? Es gehört doch zur Grundausrüstung politischen Aktivismus‘, dass man den Systemmedien nicht ungeprüft Glauben schenkt.

Jurassica Parka tut dies nicht, sonst wüsste sie, dass es in Russland zwar ein fragwürdiges Jugendschutzgesetz aber keine strukturelle Gewalt gegen Schwule und Lesben gibt, wie das hier bei uns immer wieder behauptet wird.
Parka und mit ihr viele andere Pseudoaktivisten lassen sich mit ihrer kritiklosen Übernahme von Anschuldigungen gegen Russland zum Instrument einer Auseinandersetzung machen, in der es um die Rechte von Schwulen und Lesben überhaupt nicht geht. Es geht um schnöde Geopolitik. Und es geht darum, die Bereitschaft in der Bevölkerung für eine zunehmende Aggression gegenüber Russland medial herzustellen. Jurassica Parka und Feddersen machen da schön mit. Wer glaubt, es ginge in der Auseinandersetzung mit Russland um die Regenbogenflagge und wer wann wo Händchen halten darf, der glaubt vermutlich auch, dass der Osterhase Eier legt.

Zum queeren politischen Aktivismus gehört nicht nur, von CSD zu CSD zu tingeln und sich dort volllaufen zu lassen. In Aktivismus steckt das Wort Aktivität. Dazu gehört auch, dass man sich um ein Mindestmaß an Wahrheitsgehalt aktiv bemüht, sich informiert und sich nicht einfach passiv informieren lässt, bevor man irgendwas in die Welt hinaus bläst.

Das hat der queere Aktivismus hierzulande leider völlig vergessen. Hier gilt schon als Aktivist, wer einfach immer nur noch lauter als alle anderen, das, was allen als wahr gilt, schrill heraus plärrt. Das ist allerdings kein Aktivismus, das ist einfach nur spießig systemkonform, im schlimmsten Fall sogar gefährlich.

Nun was soll ich sagen. Wie der Abend endete, weiß heute jeder. Der ukrainische Beitrag gewann mit einem geschichtsklitternden Liedchen, das die Verschleppung der Tataren thematisiert, ihre Kollaboration mit den Nazis aber verschweigt.

Ich bin schon sehr gespannt, wie der meinungsstarke Jan Feddersen im nächsten Jahr den ESC in der Ukraine systemkonform schönreden wird. Sind ja alles Vorbilddemokraten da, die gegen Korruption,  für den Anschluss an die EU und mehr Demokratie auf die Straße gegangen sind. Hab ich mit eigenen Augen gesehen

Da könnte sich im nächsten Jahre dann zum Beispiel die queere Aktivistin Jurassica Parka auf dem Maidan auf ein regenbogenbeflaggtes Sofa setzen, von dem aus sie vor Großbildleinwand unterhaltsame Kommentare zu den Beiträge abgeben könnte. Es wäre tatsächlich interessant zu erfahren, wie lange sie da sitzen würde. Bliebe dann nur noch zu wünschen, dass sie gut rennen kann in ihren High-Heels.