Geschmacksfragen. Olga Gorbatscheva besingt den Schnee.

Auf meinem letzten abendlichen Streifzug durch die im Internet verfügbaren Zeugnisse des Pop stieß ich auf einen neuen, mir bisher unbekannten Namen: Olga Gorbatscheva. Der Clip, der mich sofort in den Bann geschlagen hat, heißt Sneg, Schnee.
Schwarzweiß gehalten, ganz schlicht, aber von unglaublicher Ästhetik. Die Klickzahlen überraschten mich. Gerade mal etwas mehr als 80.000 Mal wurde das ästhetische Meisterwerk in seinem Original angeklickt. Sehr übersichtlich also. Ich muss hier die GEMA-Variante verlinken, die es auf gerade mal etwas mehr als 400 Klicks bringt. Ebenfalls beschaulich. Und für mich erstaunlich. Denn ich fand es auch nach dem zehnten Mal anschauen noch gut. Und nicht nur das, es hatte mich in euphorische Stimmung versetzt.

Ich beschloss Experten hinzuzuziehen, wandte mich an La Gioconda und fragt sie nach ihrer Meinung.
Es wäre nicht für sie gemacht, hätte sie nicht gefangen genommen. Es gäbe einen Mangel an Ideen.

maxresdefault (2)Hmm. Ich sah es mir nochmal an und fand es immer noch gut. Ich fand die Idee sogar ganz gut durchdekliniert. Für mich war das stimmig.

Ich fragte Oleg, auf dessen Geschmacksurteil ich mich verlassen konnte. Schließlich war er es, der mich vor einiger Zeit auf La Gioconda aufmerksam gemacht hat. Ich gebe zu, ich bin damals vor Ergriffenheit vom Sofa gerutscht.

Auf meine Frage, wie er den Clip fände, bekam ich zur Antwort, er würde das Schlagzeug und die Gitarre nicht hören. Aber ist das nicht gerade der Witz an der Sache? Diese totale Inszenierung? Der Schlagzeuger, der da in einem Rückwärtsloop gefangen einzig um der Ästhetik Willen sitzt. Ebenso wie der Gitarrist, es ist  augenscheinlich die gleiche Person wie der Schlagzeuger, sein virtueller Zwillingsbruder, der an der Gitarre zupft während man synthetisches Klavier hört?

menjiIch frage bei den Experten für schräge Inszenierungen, bei Man-G, die mich als queere Bear-Group immer wieder fasziniert haben. Ihren letzten Song hatte ich tagelang im Ohr. Der hat zwar auch nicht viele Klicks, was aber durch die spezifische Ausrichtung auf eine kleine Zielgruppe erklärt werden kann. In dieser Zielgruppe kennt das Lied jeder, wie ich hier versichern möchte. 

Es würde an ihnen vorbei gehen, bekam ich zur Antwort.

Das konnte doch nicht sein!

Auch von Dmitry Starosta, der mit seiner Künstleragentur zweifelsfrei für einen Experten gelten kann, bekam ich zur Antwort, es wäre unglaublich langweilig. Er könne es sich nicht länger als 30 Sekunden ansehen.

Ich schrieb zurück, es würde mir schon gefallen, worauf hin er antwortete: Тебе всё русское нравится без разбору. Dir gefällt wahllos alles Russische.
Das wieder um ist nicht ganz richtig.

Es gibt da zum Beispiel diesen Clip. Durch und durch russisch, kein Klischee wird ausgelassen, die Bärte sind ebenso ansprechend wie in dem Video von Olga.

Eigentlich müsste es mir gefallen, tut es aber nicht. Ich finde das sogar extrem doof. Das würde ich niemals in meinem Blog besprechen. Dass ich es jetzt hiermit doch getan habe, diesen Widerspruch fantasievoll aufzulösen, überlasse ich meinen Lesern.

Das Interessante an ästhetischen Urteilen, ist, dass man so wenig darüber diskutieren kann. Selbst dann, wenn man es tut, ändert sich wenig bei den Diskutanten, weshalb man über Geschmacksfragen so leicht in Streit geraten kann.

Allen für mich in pop-ästhetischen Fragen maßgeblichen Personen gefällt Olga Gorbatschewas Clip Sneg nicht. Ich kann ein bisschen verstehen warum. Ändern tut sich trotzdem nichts für mich. Ich finde das Ding super und schaue es mir jetzt gleich nochmal an.

Sergey Lazarev singt für Russland

Ein musikalischer Höhepunkt des Jahres wirft seine Schatten voraus. Die Teilnehmer des diesjährigen Eurovision Song Contests stehen weitgehend fest.
Für die Russische Föderation wird Sergey Lazarev antreten. Sein Beitrag “You are the only one” ist musikalisch ausgereift und in der Thematik ESC-kompatibel ohne nur seicht zu sein. Er hat daher meines Erachtens gute Chancen. Zudem gelang es dem staatlichen russischen Fernsehen mit Sergey Lazarev einen queeren Interpreten zu finden, mit dem sich auch die schwule Gemeinde identifizieren kann, falls sie denn die Offenheit dazu mitbringt.

Es ist zumindest zu hoffen, dass uns dieses Jahr peinliche Buhrufe aus dieser Ecke erspart bleiben. Diese inzwischen fast schon zum Ritual gewordene Darstellung der Unkenntnis der schwulen Gemeinde über die Vorgänge in Russland ist ja immer zum Fremdschämen.

Trotz Buhrufen von irgendwelchen völlig uninformierten, von westlicher Propaganda fest im Griff gehaltenen Dummköpfen hat es die großartige Polina Gagarina im letzten Jahr fast geschafft. Sogar aus Deutschland, in dem die Berichterstattung über sie unterirdisch unqualifiziert und Peter Urbans Kommentar ihres Beitrags unsäglich dämlich war, bekam sie verdiente zwölf Punkte. Ein Zeichen dafür, dass es  immer mehr Menschen verstehen, sich vom so genannten Qualitäsjournalismus und seiner Einseitigkeit unabhängig zu machen. Für einen Moment schien Polina als Gewinnerin festzustehen.

Um den deutschen Qualitätsjournalismus wieder einmal vor sich selbst zu schützen, daher vorab ein paar Informationen. Sergey Lazarev wurde ebenso wenig wie Polina Gagarina lediglich für den ESC von der Propagandaabteilung des Kreml aufgebaut. Sie sind in Russland seit Jahren fester Bestandteil der lebendigen russischen Pop-Szene. Sprüche wie “Putins Propaganda beim ESC” kann man sich der transatlantisch orientierte Qualitätsjournalist getrost ersparen, denn sie sind schlicht falsch.

Sergey Lazarev ist auch nicht homophob, was ja dem schwedischen Gewinner des Jahres 2015 nachgesagt wird. Im Gegenteil ist Sergey gern gesehener Gast auf der Bühne der Moskauer Schwulendisko Central Station, die ich übrigens sehr empfehlen kann.
Zwei große Tanzflächen, Bühne, Live-Performances und wer sich im Anschluss entspannen möchte, kann nach nebenan in die Sauna. Hier eine Videozusammenfassung seines letzten Auftritts dort. Damals, es war Dezember, wurde er schon als potentieller Kandidat für den ESC gehandelt.

In dem Clip zu seinem Song, in der Sergey die Liebe zu eine Frau besingt, wird diese Liebe am Schluss denn eben auch als Inszenierung sichtbar gemacht. Ein wunderbar aufklärender Beitrag. Der ESC ist einfach durch und durch schwul und tut nur so, als wäre er es nicht.

A propos Aufklärung. Wer sich auch nur ein bisschen in die Nähe der russischen Kultur begeben hat, weiß um deren Hang zum aufgeklärten Hedonismus. Es ist ein durchweg freudvolles Land. Russland hat vor nur zwei Sachen wirklich Angst: vor Krieg und Faschismus. Von dieser Tatsache weiß freilich Peter Urban nichts, der sich im vergangenen Jahr wunderte, warum ausgerechnet Russland mit einem Lied über Frieden antrat und sich lustig machte. Ich hoffe allerdings mit meinem kleinen Beitrag dazu beitragen zu können, dass Peter Urban derartige Peinlichkeiten unterlässt. Es tut mir immer physisch weh, wenn jemand sein Unwissen von sich selbst überzeugt und daher mit großer arroganter Geste in breiter Öffentlichkeit vorführt.

Es ist allerdings auch schreckliche Tatsache, dass medial versucht wird, die Bereitschaft der Europäer zu immer mehr Krieg herzustellen. Dass Europa und der Westen immer weiter nach rechts driften kann auch niemandem mehr verborgen bleiben. Vielleicht könnte Peter Urban das in seinen Kommentaren mitbedenken.

Da sich andere Nationen mit ihrem Beiträgen schon im Vorfeld ins Aus manövriert haben, hat Russland mit seinem Beitrag tatsächlich gute Chancen. Deutschland mit seinem Panik-Casting nach dem Xavier-Naidoo-Desaster hat jedenfalls ebenso wenig Aussichten auf Erfolg wie die Ukraine mit ihrem Krim-Tataren-Liedchen.

Es würde mich jedenfalls ungemein freuen, wenn wir nächstes Jahr zum ESC nach Russland fahren würden. Moskau ist eine faszinierende Stadt. Oder vielleicht könnte man auch die Krim als Austragungsort wählen. Da wäre es neben dem Genuss von Popkultur, historischer Relevanz und Naturschönheit auch gleich noch möglich, sich über die Verhältnisse zu informieren, in denen die Krim-Tartaren leben. Vielleicht hilft das dabei, sie vom Missbrauch als Instrument der politischen Propaganda zu befreien. Dass der Ukraine das Schicksal der Krim-Tataren ausgerechnet in dem Moment am Herzen liegt, in dem sie nichts mehr mit ihnen zu tun hat, ist bezeichnend für den Zustand  der Ukraine.

In jedem Fall drücke ich Sergey Lazarev die Daumen und wünsche ihm von ganzem Herzen viel Erfolg.  

La Gioconda – Die Antworten/Ответы

Vor einiger Zeit habe ich eingeladen, die große Dragqueen Gioconda zu befragen.

Hier sind nun die Antworten.

Bedanken möchte ich mich ausdrücklich bei Dimitri Rebrikov für  die Übersetzungen.

 

Ganz allgemein fragt zum Beispiel Elena aus Pyatigorsk. Sie möchte wissen, ob du eine bestimmte Message hast, die du mit deiner Kunst ausrücken möchtest, etwas, das man in einem Satz oder Slogan zusammen fassen könnte.

Lena, mach das, was dir gefällt, sonst brauchst du es nicht zu machen. Ich will niemanden zu etwas aufrufen. Meine Schöpfungen haben nur den Zweck, die Menschen zu inspirieren. Ich bezeichne meine Kunst als intuitiv und bin mir nicht immer bewusst, in Welche Richtung sich alles entwickelt. Das Witzige ist, dass ich selbst nie eine Botschaft darin verstecke. Ich mache es so, dass die Menschen sich selbst eine ausdenken und mir dann mal darüber erzählen. Manchmal höre ich ihnen zu und glaube selbst nicht, dass ich so etwas schaffen konnte.

Life-Couch Sven Rebel, Autor von schwulen Lifestyle-Ratgebern wir “Joyful Gay Sex” hat eine ganz besondere Frage. In Deutschland konnte er das Phänomen beobachten, dass besonders harte auftretende Machos, betont männlich auftretende Schwule ihre Vorliebe für passiven Analsex gern mit Drag Queens ausleben. Sven möchte wissen, ob dir in Russland ähnliche Entwicklungen aufgefallen sind.

Ich bin natürlich kein Experte darin… Ich denke die Gays sympathisieren mit den Drugqueens nur aus Interesse an deren künstlerischen Seite, denn der Begriff “Gay” impliziert, dass diese Männer deswegen die sexuellen Beziehungen mit Männern haben, weil sie die Männlichkeit erregt. Und die, die von Drugqueen, d.h. von mehr weiblichen Gestalt, erregt werden, sind eher keine Gays oder sind mindestens bisexuell. Obwohl, es ist sehr individuell.

Branding-Stratege und Marketing Experte Jens Hagendorf fragt nach deinem Namen. Wenn man nach La Giaconda googelt, bekommt man zunächst jene völlig unbedeutende gleichnamige Dame angezeigt, die von dem völlig unbedeutenden Künstler Leonardo da Vinci in der Renaissance gemalt wurde, wobei der erste Platz im Ranking doch eigentlich dir gebühren würde. Jens möchte wissen, ob du die Namenswahl bereust und ob du dir Alternativen zu deinem Namen vorstellen könntest.

Mein Künstlername sagt aus, dass ich selbst eine künstlerische Schöpfung bin, ein Bildnis. Im echten Leben kann ich dann Leonardo sein, der seine Gioconda malt. Gewiss beherrscht das Bild der Mona Lisa die Internet-Suchergebnisse, sie ist ja schließlich 500 Jahre alte und mein Bildnis erst 15. Aber ich denke in nächster Zeit ändert sich die Situation – Ich werde die Vorrangstellung noch erkämpfen 🙂

Die schwule Bär-Group Man-G aus Chelabinsk hat die ganz bescheidene Frage, ob du sie kennst.

Bis jetzt habe ich nichts von euch gehört, habe aber jetzt schon gegoogelt. Jetzt werde ich euer Schaffen beobachten. Also nehmt euch in acht und denkt bei euren nächsten Werken daran, dass ich sie mit einem ernsthaften und kritischen Blick beobachte 🙂

Bob von den Moscow Bears möchte wissen, wann du eine weitere Zusammenarbeit zwischen dir und den KGBears zu erwarten ist. Er erinnert sich noch gerne an euren gemeinsamen Auftritt in der Moskauer Schwulendisko “DJ-Station”.

Wenn ich richtig verstehe, meinen Sie eine Zusammenarbeit mit der Band KGBears. Wir haben noch in Moskau einen Clip aufgenommen, aber weil ich das Land verließ, wurde das Projekt eingefroren und das ganze Jahr, seit dem ich in den USA lebe, hatte ich keine Zeit irgendwas wieder zum Leben zu erwecken. Das letzte Jahr war für mich voller Veränderungen in meinem Leben und war gleichzeitig sehr schwer und machte mich andererseits unglaublich glücklich.  Ich musste mein Leben von vorne anfangen und das ganze Jahr die Umgebung für meine schöpferische Tätigkeit wieder herstellen. Am Jahresende hatte ich meine Balance wieder – ich habe die Nähmaschine, die Studioausrüstung und einen Computer gekauft. Also alles, was ich für mein Schaffen brauche, und habe das erste Mal seit 10 Monaten meine Ordner mit Skizzen und Projekten wieder aufgemacht, die ich in Moskau nicht fertig bekommen habe. Also befinde ich mich jetzt mehr oder weniger in einer Balance und fange mit meiner Arbeit wieder an. Also, denke ich, es wird alles  noch kommen.

Auch der Künstleragent Dimitry Starosta möchte wissen, ob du mal wieder in Moskau zu sehen sein wirst. Er könnte sich dir gut zusammen mit Lora Kolli auf der Bühne vorstellen.

In der nächsten Zeit werden ich weder in Moskau noch in Russland generell auftauchen. Wie man sagt: Aber ihr seid herzlich willkommen in New York.

Dimitry aus Stuttgart möchte wissen, welche Vorteile dein Umzug in die USA für dich hatte. Die Professionalität deiner bisherigen Videos und auch das Echo aus Russland deutet darauf hin, dass deine Beliebtheit und auch deine Möglichkeiten dort sehr umfassend waren. Was haben die USA zusätzlich zu bieten?

Mit meiner Ausreise nach New York habe ich keine unmittelbaren Vorteile verfolgt. Für mich waren die Entwicklungsmöglichkeiten wichtig. Und diese habe ich in Moskau für mich nicht mehr gesehen. Alles ist zu einer Routine geworden. Moskau ist für mich wie ein gelesenes Buch. Ein Buch, dass ich so gerne wieder und wieder lesen mochte, dass es jetzt abgenutzt ist. Vielleicht lese ich es irgendwann noch mal aber jetzt habe ich mir eine Auszeit genommen, habe das Buch ins Regal gestellt und lese jetzt eine Neues. Das neue Buch ist sehr kompliziert und in der fremden Sprache, manchmal unverständlich, manchmal unbequem, aber sehr interessant und unvorhersehbar. Eigentlich sollten sich für diejenigen, die meine Clips bei YouTube schauen, sich nichts geändert haben – sie können sie weiterhin schauen. Geändert hat sich für sie nur mein Wohnort. Natürlich kann man mich nicht mehr in Moskauer Clubs sehen, aber dafür gibt es jetzt den Grund nach New York zu reisen, um eure geliebte Gioconda zu sehen. Ich denke meine Verehrer können stolz sein, was ich gerader in einem fremden Land mache und wie die amerikanischen Zuschauer mit großen Augen auf eine russische Darstellerin schauen.

Ich bin glücklich, dass ich einen neuen schöpferischen Schub bekommen habe. Die neuen Ideen erfüllen mich, so dass ich keinen Platz mehr finde, um sie umzusetzen. Praktisch alle meine Schöpfungen, die ich aus Moskau mitgenommen habe, sind bereits überarbeitet und man kann sich nicht vorstellen, was noch alles möglich ist. Meine Kunst hat einen Schritt nach vorne gemacht und bald werden es alle sehen können.

Und als letzte, sehr indiskrete Frage möchte Oleg aus Moskau wissen, wie es um dein Privatleben steht, und ob der Platz an deiner Seite noch frei ist. Ich weiß allerdings nicht, ob Oleg in dieser Hinsicht Ambitionen hat.

Mein Herz ist mit meiner Kunst gefüllt und man wird viel Mühe brauchen um dort noch Platz zu schaffen 🙂

Лена из Пятигорска задаёт обобщённый вопрос. Она хочет знать, есть ли у тебя выражение или призыв который бы охарактеризовал то послание которое ты выражаешь своим искусством.

Делай то что тебе нравится иначе не надо это делать . Я не хочу ни к чему никого призывать мои произведения призваны только для того что бы вдохновлять людей . Я называю свое творчество „интуитивное“ и не всегда до конца понимаю что из этого получится . Самое смешное что я никогда не зашифровывают никакого послание , я делаю так чтобы люди сами придумали его а потом взяли и рассказали мне об этом . Иногда послушаешь и ушам не веришь неужели я это могла сделать.

Свен Ребель, Life coach и автор справочника полезных советов “Joyful Gay Sex” задал довольно особый вопрос. В Германии он заметил феномен, что жёсткие “Самцы” (т.е. особенно подчёркивающие свою мужскую внешность геи) симпатизируют пассивному анальному сексу с Дрэг­квинами. Свен хотел бы знать, заметила ли ты этот феномен в России.

конечно не Эксперт в этом ….Мне кажется геи симпатизируют Drugqueen только в творческой стороне,так как само понятие геи является тем что мужчины имеют сексуальные отношения с мужчинами потому что их возбуждает мужской образ . А тех кого возбуждает Drugqueen образ ,то есть более женственный , тот скорее всего не гей или поменьше мере бисексуал . Хотя это очень индивидуально.

http://rutube.ru/video/0f93090242d2b8c24b2d6b93c17748c2/?ref=search

У Йенс Гагендорфа, эксперта по брэндингу и маркетингу, есть вопрос к твоему имени.

Если от гуглит La Giaconda, то видит на первом месте портрет абсолютно неважной дамы, потом какого­то Леонардо Давинчи, хотя на самом деле первое место должно принадлежать тебе. Йенс хотел бы знать не сожалеешь ли ты о выборе этого имени и могла бы ты представить себе альтернативные имена.

Моё сценическое имя говорит о том что я сама по себе являюсь произведением искусства то есть картиной , а в жизни я могу быть Леонардо то есть художником который рисует свою Джоконду . Конечно в Интернете на данный момент в поиске картина – Джоконда будет превалировать Так как ей уже более 500ста лет а моему образу всего 15 ,но думаю в ближайшее время ситуация изменится и я ещё по борюсь за первенство:)

У Гей­группы из Челябинска Men-­G/МЕНДЖИ очень скромный вопрос: Ты о них слышала?

До этого момента нет не слышала ,но уже поинтересовалась и по googliLa . Теперь буду следить за вашим творчеством так что уважаете моё внимание . И следующий творенье делаете с расчётом на то что я на них смотрю своим грозным взглядом:) .

Боб из Moscow Bears хотел знать, когда можно было бы предположить ваш новый совместный проект. Он до сих пор вспоминает ваше совместное выступление в московской дискотеке “DJ Station”.

Если я правильно понимаю Вы скорее всего говорите о совместном творчестве с группой KGBears . Мы ещё в Москве от сняли клип но из-за того что мне пришлось уехать из страны проект был немного заморожен и весь год что я живу в Америке у меня не было возможности что либо размораживать .Предыдущий год был годом больших изменений в моей жизни одновременно был очень трудный и невероятно счастливым .Мне пришлось заново начать жизнь и целый год восстанавливать комфортные условия для себя в которых я мог бы творить . И в конце года равновесие было достигнуто я купил Швейную машинку студийное оборудование и компьютер В общем все что нужно для творчества ,и в первый раз за 10 месяцев открыл файлы с разными набросками и проектами которые не доделал в Москве . Сейчас более-менее я нахожусь в равновесие и приступаю к привычной работе . Так что думаю все будет .

У артистического агента Дмитрия Старосты такой же вопрос: Когда ты будешь снова в Москве? У него есть идея вашего совместного выступления с Lora Kolli.

В ближайшие несколько лет я не появлюсь не только в Москве нo вообще на территории России. Как говорится нет уж лучше вы к нам добро пожаловать в Нью-Йорк .

Дмитрий из Штутгарта спрашивает, какие преимущества у тебя от твоего переезда в США. Твои клипы которые он видел на Ютюбе очень профессиональны и посещаемые, поэтому он может себе представить что твоя популярность и твои возможности в России были достаточно велики.

Я не гнался за преимуществами когда уехал в Нью-Йорк. Для меня были важны перспективы . В последние годы в Москве я этих перспектив для себя не видел . Всё превратилось в рутину . Москва для меня как много раз прочитанная книга . Книга которую человек так любит читать что зачитывает её до дыр. Возможно я когда-нибудь прочту её ещё раз ну сейчас мне нужен тайм-аут как говорится поставил на полку и начал читать другую. Да новая книга очень сложная и вообще на другом языке, иногда непонятная , иногда неудобная , но чертовски интересная и непредсказуемая . На самом деле для зрителя который смотрит мои клипы в Ютьюбе ничего не изменилось они также могут продолжать смотреть их . Изменилась только моё место дислокации . Да конечно в московских клубах меня уже больше не увидеть ну теперь будет повод съездить в Нью-Йорк чтобы посмотреть на любимую Джоконду . Думаю что почитатели моего творчества будут гордиться тем что я сейчас делаю на чужбине и как американский зритель широко раскрытыми глазами смотрит на русскую Артистку . Для меня счастье что у меня вновь открылось творческое дыхание идеи так и прут не знаю куда их складывать . Практически все мои творения которые я взял из России были модернизированы так что я даже представить себе не мог что я с ним не могу ещё сделать. На мой взгляд моё творчество шагнуло вперёд . И скоро все это увидят.

 

И напоследок достаточно нескромный вопрос от Олега из Москвы. Он хотел бы спросить как у тебя образовалась личная жизнь и “занята” ли ты уже. Правда я не знаю был ли этот вопрос основан на личном интересе Олега.

Моё сердце занято творчеством и нужно очень постараться чтобы потеснить его:)

 

Ani Lorak auf Deutschlandtour

Obwohl die Stunde schon fortgeschritten ist, fühle ich mich verpflichtet noch über den ganz wundervollen Abend zu berichten, den ich eben hatte.

Kurz entschlossen hatte ich mir am Sonntag noch eine Karte für das heutige Konzert von Ani Lorak in der Berliner Urania gesichert.

Das Konzert bildet den Auftakt zu ihrer Deutschlandtour. An die Ukrainerin können sich vermutlich nur ganz wenig und nur ganz eingefleischte Fans des Eurovison Song Contestes hier in Deutschland erinnern, denn Ani Lorak trat 2008 für die Ukraine an und belegte den zweiten Platz hinter dem Russen Dima Bilan.

Wie so oft sind die Stars des ESC bei uns hier nach wenigen Monaten vergessen, von den zweitplatzierten ganz zu schweigen.

In Russland verhält sich das ein bisschen anders. Im folgenden Jahr beispielsweise trat auch die Grand Dame des französischen Chansons Patrica Kaas an und floppte grandios.

Einzig Russland verliebte sich in sie, worauf sie begann, diese Liebe in russischer Sprache zu erwidern. Sie wurde dort ein Star und blieb hier ein Nischenprodukt.

Den damaligen Gewinner Alexander Rybak, Meister des Ohrwurms, den kennt hier auch kein Mensch mehr, und so hat auch er sich vom Westen ab und dem Osten zugewendet und singt inzwischen auf Russisch. Erfolgreich, denn er füllt die dortigen Hitparaden.

Doch zurück zu Ani Lorak und meinem wundervoll bezaubernden Abend. Auch Ani Lorak singt auf Russisch, denn auch sie hat dort ihr Publikum. Auch sie ist ein Star. Ihre Lieder kennt jeder. Dennoch ist ihre deutsche Bühnenshow für eine Zuschauerzahl von lediglich 500 bis 1000 Personen ausgelegt, denn die russische Gemeinde in Deutschland ist übersichtlich. Doch diese reißt Ani Lorak mit ihrem Temperament und ihrer Energie von der ersten Minute mit.

Auf dem Konzert heute Abend war ich gefühlt der einzig Deutsche, ansonsten alles Russen und Russinnen im Alter von 4 bis um die 80, die tanzten, sich hingaben und stehend Ovationen spendeten. Eine wirklich einmalige Atmosphäre, sprühend vor reiner Lebenslust und purer Lebensfreude, wie sie nur unseren Freunden im Osten zu eigen ist.

Ani Loraks musikalisches Repertoire ist breit gefächert, von romantisch bis rockig ist alles dabei, ohne dass irgendein Stil aufgesetzt wirkte. Große Gesten, große Gefühle, starke Bilder, ohne ins Kitschige zu kippen. Alles lebt von der Authentizität Ani Loraks. Die Bühnenshow ist wunderbar inszeniert und überrascht immer wieder mit liebevollen Details und bezaubernden Bildern, die den Zuschauer in eine wundervolle, traumhafte Welt mitnehmen, um ihn nach weit über zwei Stunden musikalischen und visuellen Genusses wieder in die Realität zu entlassen. Toll!

Eine Übersicht über die kommenden Termine und Karten gibt es hier. Mein Votum: Hingehen! Absolut empfehlenswert.

Tausendmal gehört, erst jetzt kapiert: Время и Стекло – Имя 505

Manchmal vergisst man einfach genauer hinzuschauen, weil das Objekt immer da ist und sich aufdrängt. So ging es mir mit dem Videoclip von Fremia i Stelko (Zeit und Glas) mit dem Titel Imia 505 (Name 505).

Ich habe den Song tausendmal gehört, ohne ein einziges Mal auf die Idee zu kommen, nachzufragen, nachzusehen, nachzudenken. „Imia 505“ war einfach immer da. Bei meinen Besuchen in Moskau, war schon da früh morgens auf der Krim beim Frühstück im Hotel, auf Radio Russkij Berlin; immer ist dieses Lied da. Ich habe weggehört weil es so deutlich auffordernd immer da war. Immer! Auf der Strandpromenade in Jalta, in Sankt Petersburg hier und dort und überall, in Moskau quäkt es in jedem Einkaufszentrum aus jedem Lautsprecher. Mainstream eben, dachte ich. Nicht weiter wert, beachtet zu werden.

Es war Zufall, dass ich heute über das Video gestolpert bin. “Meine Güte, das ist ja völlig queer!” Es riss mich im wahrsten Sinne vom Hocker.  56 Millionen Klicks für einen queeren Song, das ist Russland! Das ist vor allem das Russland, von dem wir hier nichts wissen.

Und, ich höre schon den Einwand, ja, schon klar: Die Russen sind zu blöd, um zu verstehen, was hier gezeigt wird. Da braucht es deutsche Expertise! Die wissen gar nicht, was weißes Pulver auf einem Spiegel bedeutet, und androgyn gibt es eh nur in Berlin. Deutschland ist in seiner Meinung über andere oftmals unglaublich arrogant romantisch.

Pussy Riot: Chaika (Müsste eigentlich Чайка heißen)

Es scheint mir, als käme ich nicht umhin, das neue Video von Pussy Riot zu besprechen, denn einerseits liegt mir die russische Popkultur am Herzen und andererseits fand das Video Eingang in die deutschen, sich selbst so nennenden „Qualitätsmedien“, und, wie die so sind, kommt es sofort zu massenhafter Verbreitung, weil alle voneinander abschreiben. Copy/Paste ist nämlich die neue deutsche Idee von journalistischer Qualität. Also muss man sich mit massenhaft Verbreitetem ganz unabhängig von der tatsächlichen Güte auseinandersetzen. Ich tue es ungern, denn ich halte Pussy Riot aus gutem Grund für eine marginale Randerscheinung in der russischen Popkultur.

Pussy Riot haben sich verkleinert. Pussy Riot existiert daher nicht mehr im Plural, denn es gibt nur noch Nadeschda Andrejewna Tolokonnikowa. Durch alle Berichte des deutschen Mainstreams hindurch wird sie als große Widerstandskämpferin und Feministin gefeiert.

Ein so einhelliger Gleichklang von Bild über Spiegel bis hin zum öffentlich-rechtlichen Auslandssender Deutsche Welle erregt eigentlich schon genug Misstrauen, um genauer hinzuschauen.

Generell berichten deutsche Medien faktisch nicht über die Erzeugnisse des russischen Pop, obwohl es eine unglaubliche Vielfalt gibt. Sie entspannt sich von seichter Unterhaltung bis hin zu durch und durch queeren und fundamental gesellschaftskritischen Werken. In Deutschland völlig unbekannt, versuche ich mit meinem Blog genau diese Vielfalt zugänglich zu machen.

In ihrem Video bezieht sich Pussy Riot auf einen Film von Aleksej Navalny, indem eine korrupte Struktur innerhalb der russischen Gesellschaft offengelegt wird. Das kann man sich auch ohne viel russische Sprachkenntnisse anschauen, jemand der regelmäßig „Report“ oder „Panorama“ sieht, findet unmittelbar Zugang.

Pussy Riot bezieht sich in Text und Video auf diesen Film und stellt ästhetisch einen Bezug zum Präsidenten der Russischen Föderation her, der im Film allerdings so nicht vorkommt. Kann man machen, die Kunst ist ja frei. In Russland freilich mehr als hier.

In Russland gibt es zwar keine Todesstrafe und auch keine Foltergefängnisse wie Guantanamo, aber das kann man natürlich trotzdem suggerieren, wie es Pussy Riot hier tut. Pussy Riot lässt kein negatives westliches Klischee über Russland aus, um es nicht noch in ihrem Video zu verbraten.

Es liegt daher der Verdacht nahe, dass es sich hier um eine Produktion für ein überwiegend westliches Publikum handelt, das seine Vorurteile über Russland bestätigt sehen möchte.

Um es mal auf deutsche Verhältnisse runter zu brechen, was Pussy Riot hier tut, sei mir folgendes Bild erlaubt.

Ein Musiker, er möge C-Rebell-um heißen, nimmt sich den Vorgängen um den Berliner Flughafen an. Diese Vorgänge sind wohl recherchiert und gut dokumentiert, allein eine restlose Aufklärung der dahinter liegenden Verflechtungen gibt es noch nicht bis in die Tiefe, und es wird sie vermutlich auch nie geben. Doch es ist ganz Deutschland klar, der Berliner Flughafen ist das in Beton gegossene Symbol deutscher Korruption; ein System aus Freundschaften, Arroganz und der unguten Verflechtung von Politik und Wirtschaft.

Der Künstler verknüpft das musikalisch in einem Videoclip mit der Figur der Kanzlerin, lässt ein paar Nazi-Verbände auf und ab marschieren, und, wir nehmen das jetzt einfach mal an, C-Rebell-um räkelt sich lasziv vor einem Bild der Kanzlerin; nur so der Wirkung halber, natürlich nicht aus echt gefühlter Erregung. Es würde, gäbe man so etwas mittels Schweigen nicht dem Orkus des Vergessens anheim, von allen Seiten Kritik hageln, denn es ist in der Ästhetik einfach billig.
„Merkel ist an allem schuld.“ Das wäre die Aussage und es wäre wirklich verkürzte Kritik. Aber genau das ist im Hinblick auf Russland die Kritik von Pussy Riot: „Putin war’s.“ Wie plump. Und der deutsche Journalismus verteilt die Idiotie innerhalb seiner Grenzen. 

Es gibt Korruption, in Deutschland wie in Russland, doch so einfältig wie von Pussy Riot suggeriert funktioniert sie nicht. Und so leicht auszumerzen ist sie ebenfalls nicht. Wir haben, das sei hier angemerkt, zahlreiche ganz zweifelhafte Personen in hohen Funktionen.  Einen höchst zweifelhaften Finanzminister beispielsweise, der gerade Europa den Todesstoß versetzt hat, und kaum jemand hierzulande stört sich an dessen diversen Freundschaftsdiensten.  

Das Werk von Pussy Riot wird von russischer Seite wohl eher dem Vergessen überlassen, zumal es sich musikalisch und inhaltlich um eine Kopie handelt.

Aber lassen wir uns dennoch ein wenig weiter spekulieren. Was wäre, würde das vielleicht nicht ganz so hochwertig produzierte Video von C-Rebell-um von ausländischen, sagen wir russischen Medien ausgiebig rezipiert, würde dort hochgelobt und als der zentrale Moment des Widerstandes des deutschen Volkes gegen das grausame System Merkel gefeiert, während es hierzulande keine Chart-Platzierung erreichen könnte?

Und genau jetzt sind wir am eigentlichen Punkt angelangt. Denn spätestens dann würde die deutsche Presse und Politik toben. Und ehrlich gesagt auch zu recht. Denn international gilt das Prinzip der Nichteinmischung, gegen den sowohl die deutsche Politik als auch der deutsche Journalismus in ihrer Allmachtsucht täglich vehement verstoßen. Deutscher Journalismus versucht, in Russland Politik zu machen. Deutsche Politik sowieso. Wie würden wir so etwas in der Umkehrung hier empfinden?

Spätestens dann, würde vom Propaganda-Feldzug der Russen gesprochen. Genau das ist es, was unsere Journalisten tun. Es ist ein Propaganda-Feldzug mit einer widerwärtig dümmlichen Rhetorik, die allein durch Wiederholung versucht, eine Wahrheit zu erschaffen, die es so nicht gibt. 

Doch genau das ist es, was die deutschen “Qualitätsmedien” per Copy/Paste jetzt mit dem Clip von der in Russland völlig unbedeutenden Pussy Riot machen. Sie schreiben eine Clip hoch, der in Russland niemanden interessiert. Nicht mal der Titel bei youtube ist in kyrillisch. Alles ist ausschließlich für den westlichen Markt gemacht.

Die Orgie der Lust an schlechter Musik und mäßigen Bildern der deutschen Medien wirft daher ein Licht auf den Zustand des deutschen Journalismus. Wenn es der Propaganda dient, dann nehmen sie einfach alles. Eine seriöse Auseinandersetzung mit beispielsweise russischer Popkultur führt der Mainstream nicht. Zu komplex. Zu vielschichtig, nicht vermittelbar, mögen die Argumente sein. Davor muss der Leser in Schutz genommen werden. Daher bitte nur platte Botschaften. Pussy Riot bedient genau das. Doch der Leser ist im Geist weiter. 

La Gioconda: die Fragen – Джоконда: вопросов

Vor einiger, vor viel zu langer Zeit habe ich eingeladen, der großen russischen Drag-Queen La Gioconda Fragen zu stellen, da sie einem Interview zugestimmt hatte.

Ich war fast fiebrig vor Aufregung, denn La Giocoda ist für mich eine herausragende Künstlerin von großer Orginalität. Um Haaresbreite wäre sie 2009 auch einem internationalen Publikum bekannt geworden, denn sie hatte sich mit dem Titel “Товаорищ” (Genosse) für den Eurovision Song Contest beworben und, was soll ich sagen, fast hätte es geklappt.

Nun war der Zeitpunkt meiner Einladung zur Fragerunde etwas unglücklich gewählt, denn, es ging auf das Jahresende zu, wurde Weihnachten, es wurde Neujahr und die Hektik des Jahresausklangs hatte mich voll im Griff. Ich schaffte es einfach zeitlich nicht, aus der großen Resonanz einen kleinen Fragenkatalog zu erstellen, der einerseits repräsentativ war, andererseits aber auch Gioconda nicht mit einer Vielfalt an Fragen zu ähnlich gelagerten Themen belästigte.

Doch inzwischen habe ich die Arbeit geleistet und die typischsten Fragen ausgewählt.

Danken möchte ich Dimitry Rebrikov für die Übersetzung ins Russische.

Vorab möchte ich mich auch bei Gioconda bedanken, deren Antworten ich hier in der Kürze veröffentlichen werde.

Hier mein Schreiben an die großartige russische Drag-Queen.

 

Liebe Gioconda,

 

vor einiger Zeit habe ich ein Interview mit dir auf meinem Blog angekündigt und eingeladen, Fragen an dich zu stellen.

Die Resonanz war überwältigend.

Aus der Vielzahl der Fragen habe ich eine kleine, repräsentative Auswahl zusammen gestellt.

Ganz allgemein fragt zum Beispiel Elena aus Pyatigorsk. Sie möchte wissen, ob du eine bestimmte Message hast, die du mit deiner Kunst ausrücken möchtest, etwas, das man in einem Satz oder Slogan zusammen fassen könnte.

Life-Couch Sven Rebel, Autor von schwulen Lifestyle-Ratgebern wir “Joyful Gay Sex” hat eine ganz besondere Frage. In Deutschland konnte er das Phänomen beobachten, dass besonders harte auftretende Machos, betont männlich auftretende Schwule ihre Vorliebe für passiven Analsex gern mit Drag Queens ausleben. Sven möchte wissen, ob dir in Russland ähnliche Entwicklungen aufgefallen sind.

Branding-Stratege und Mareting Experte Jens Hagendorf fragt nach deinem Namen. Wenn man nach La Giaconda googelt, bekommt man zunächst jene völlig unbedeutende gleichnamige Dame angezeigt, die von dem völlig unbedeutenden Künstler Leonardo da Vinci in der Renaissance gemalt wurde, wobei der erste Platz im Ranking doch eigentlich dir gebühren würde. Jens möchte wissen, ob du die Namenswahl bereust und ob du dir Alternativen zu deinem Namen vorstellen könntest.

Die schwule Bär-Group Man-G aus Chelabinsk hat die ganz bescheidene Frage, ob du sie kennst.

Bob von den Moscow Bears möchte wissen, wann du eine weitere Zusammenarbeit zwischen dir und den KGBears zu erwarten ist. Er erinnert sich noch gerne an euren gemeinsamen Auftritt in der Moskauer Schwulendisko “DJ-Station”.

Auch der Künstleragent Dimitry Starosta möchte wissen, ob du mal wieder in Moskau zu sehen sein wirst. Er könnte sich dir gut zusammen mit Lora Kolli auf der Bühne vorstellen.

Dimitry aus Stuttgart möchte wissen, welche Vorteile dein Umzug in die USA für dich hatte. Die Professionalität deiner bisherigen Videos und auch das Echo aus Russland deutet darauf hin, dass deine Beliebtheit und auch deine Möglichkeiten dort sehr umfassend waren. Was haben die USA zusätzlich zu bieten?

Und als letzte, sehr indiskrete Frage möchte Oleg aus Moskau wissen, wie es um dein Privatleben steht, und ob der Platz an deiner Seite noch frei ist. Ich weiß allerdings nicht, ob Oleg in dieser Hinsicht Ambitionen hat.

Wir freuen uns alle sehr auf deine Antworten.

 

Дорогая Джоконда,

 

недавно я анонсировал в своём блоге интервью с тобой и предложил собрать вопросы.

Реакция была впечатляющая..

Из большого количества вопросов я собрал несколько характерных.

 

Лена из Пятигорска задаёт обобщённый вопрос. Она хочет знать, есть ли у тебя выражение или призыв который бы охарактеризовал то послание которое ты выражаешь своим искусством.

 

Свен Ребель, Life coach и автор справочника полезных советов “Joyful Gay Sex” задал довольно особый вопрос. В Германии он заметил феномен, что жёсткие “Самцы” (т.е. особенно подчёркивающие свою мужскую внешность геи) симпатизируют пассивному анальному сексу с Дрэг­квинами. Свен хотел бы знать, заметила ли ты этот феномен в России.

 

У Йенс Гагендорфа, эксперта по брэндингу и маркетингу, есть вопрос к твоему имени.

Если от гуглит La Giaconda, то видит на первом месте портрет абсолютно неважной дамы, потом какого­то Леонардо Давинчи, хотя на самом деле первое место должно принадлежать тебе. Йенс хотел бы знать не сожалеешь ли ты о выборе этого имени и могла бы ты представить себе альтернативные имена.

 

У Гей­группы из Челябинска Men-­G/МЕНДЖИ  очень скромный вопрос: Ты о них слышала?

 

Боб из Moscow Bears хотел знать, когда можно было бы предположить ваш новый совместный проект. Он до сих пор вспоминает ваше совместное выступление в московской дискотеке “DJ Station”.

 

У артистического агента Дмитрия Старосты такой же вопрос: Когда ты будешь снова в Москве? У него есть идея вашего совместного выступления с Lora Kolli.

 

Дмитрий из Штутгарта спрашивает, какие преимущества у тебя от твоего переезда в США. Твои клипы которые он видел на Ютюбе очень профессиональны и посещаемые, поэтому он может себе представить что твоя популярность и твои возможности в России были достаточно велики.

 

И напоследок достаточно нескромный вопрос от Олега из Москвы. Он хотел бы спросить как у тебя образовалась личная жизнь и “занята” ли ты уже. Правда я не знаю был ли этот вопрос основан на личном интересе Олега.

 

Заранее спасибо, мы с нетерпением ждём твоих ответов.

 

Vintage – Mein russischer Favorit für den ESC

Ich war mir so unglaublich sicher. Als ich den neuen Clip von Vintage gesehen hatte, war ich mir absolut sicher. Das, was ich hier sehe, das ist der russische Beitrag zum Eurovision Song Contest 2016 in Schweden. Garantiert!

Es war einfach alles drin, was es für eine gute Aufstellung brauchte. Eingänglich komponierte Musik, ein leichter Text, doch vor allem waren es die Bilder des Clips, die mich ganz sicher sein ließen. Ganz professionell aufgemacht richtet sich die Bildersprache eindeutig an ein internationales Publikum, spielt ESC-typisch mit Homoerotik und einer fast schon kitschigen Friedenssymbolik. Katzenbild fehlt auch nicht.

Darüber hinaus visualisiert das Video die Party-Drogenerfahrung von inzwischen zwei Generationen nicht nur durch die halluzinogenen Effekte mit Nachbildern und Verfremdung, sondern ganz direkt auch in der Erzählung des Clips selbst.

Und glauben wir nicht alle an die Liebe, wie es im Refrain heißt?

Ich war mir sicher, da würden sich ganz viele Menschen wiederfinden können, es war eine vollende Marketingstrategie, die es hier zu bewundern gab. Vintage, von der sich auch Conchita Wurst schon hat inspirieren lasssen, hätte mit der queeren Aktivistin Anna Plyetnova als Frontfrau eigentlich alles, was es zum Erfolg beim ESC braucht. Ich war mir sicher, das hier, das ist der russische Beitrag zum ESC.

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Ich hatte mich absolut getäuscht. Vintage fährt nicht nach Stockholm.

Im Gegenteil, der professionelle und in der Herstellung sicherlich auch nicht ganz billige Beitrag dümpelt bei ein paar tausend Klicks auf youtube vor sich hin, den User mit deutscher IP-Adresse schützt darüber hinaus die GEMA wieder mal vor allzuviel Konfrontation mit russischer Popkultur.

Sergey Lazarev wird Russland in diesem Jahr vertreten. Das ist zwar auch keine schlechte Wahl, aber eben doch deutlich konservativer und weit weniger ESC-nah, wie es Vintage gewesen wären.

Dennoch, Vintage hat das Potential für den ESC. Ich drücke schon jetzt für das kommende Jahr ganz fest die Daumen.

La Gioconda gibt Gert Ewen Ungar ein Interview

Es freut mich ganz außerordentlich, dass die hoch begabte, herausragende, die Welt bereichernde Gioconda eingewilligt hat, mir ein Interview zu geben. Die Freude darüber möchte ich nicht für mich behalten, sondern teilen. Daher lade ich alle ein, mir Fragen zu schicken, die ich an Gioconda weiterleiten werde.

какая прелесть!
Большая, талантливая Джоконда будет дать интервью.
Пришлите мне ваши вопросы.

It is a great pleasure to announce that the great and incredible Gioconda agreed to give me an interview. This pleasure I would like to share so I invite all my readers to send me your questions.

gertewenungar@gmail.com

Einfach nur wundervoll!

In meiner Reihe über die russische Popkultur möchte ich heute eine herausragende Künstlerin vorstellen. La Giaconada, джоконда, Mona Lisa.
джоконда ist eine begnadete Künstlerin und einer meiner persönlichen Lieblinge in der Vielfalt der russischen Popkultur, denn ihre Arbeit ist so wundervoll ästhetisch. Ein herausragendes Video ist Тысячи огней, eintausend Lichter.
Beinahe hätte uns джоконда vor einigen Jahren auf dem ESC beglückt. Dass es nicht dazu kam, liegt nicht an Putin, sondern am Televoting. Doch stellt euch einmal vor, sie hätte den ESC gewonnen, wie sähe dann europäische Politik heute aus? Ist diese Vision nicht wunderbar?

Hier jetzt ein wundervoll bezaubernder Clip zur Einstimmung auf noch ganz viel mehr.