Archiv der Kategorie: Texte zum Pop

Ab ins All

In der Rubrik Pop heute mal was aus Kasachstan. Dort liegt der weltweit einzige Weltraumbahnhof, der derzeit Menschen ins All befördern kann. Den Kasachen liegt die Weltraumfahrt daher wohl im Blut, was sich im Clip niederschlägt.
Russland hat gerade einen Weltraumbahnhof auf eigenem Hoheitsgebiet in Betrieb genommen und baut noch an, jetzt nagelt mich nicht fest, aber ich meine an zwei weiteren. Irgendwas Großes hat Russland vor.
Jedenfalls müssen sich die USA immer bei den Russen einkaufen, wenn sie mal wieder einen der Ihren zur Internationalen Raumstation ISS schicken wollen, denn ihnen fehlt gerade jede technische Möglichkeit. Das Land ist ja eigentlich pleite. Die USA ärgern sich, weil der Preis für das Taxi immer höher wird. Tja, Angebot und Nachfrage. Müsste man gerade in den USA drüber eigentlich gut Bescheid wissen.
Die NASA steuert ja auf bemannte Raumfahrt in Richtung Mars zu. Wahrscheinlich werden die ersten Amis, die da oben landen, völlig überrascht sein, weil sie intelligentes Leben vorfinden. Es werden Russen sein, die da schon seit über 10 Jahren siedeln, ihre Arbeitsquartiere in Schuss halten, am Wochenende auf ihre Mars-Datschen rausfahren,  Wodka trinken und es sich auch sonst auf dem Mars ganz gut gehen lassen. Der Qualitätsjournalismus hat versäumt, darüber zu berichten, weil er die zahlreichen Kriegserklärungen Hillarys medial aufhübschen musste.
Seis drum, ich finde den Clip irgendwie cool.

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Slawa besingt die Farbe Rot

Guter Pop zeichnet sich dadurch aus, politisch oder gesellschaftlich relevant, aber in seinen Interpretationsmöglichkeiten offen zu sein. Er ist immer auf Diskussion angelegt, denn er möchte Aufmerksamkeit. Dieser Clip erfüllt die Anforderungen, aber die Auslegungen sind zum Koordinatensystem, das unsere westlichen Möglichkeiten der Interpretation erlauben, deutlich verschoben. Er ist daher besonders sehenswert, denn er eröffnet einen Zugang zum Verstehen des Denkens außerhalb der westlichen Einflusssphäre.
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Mein ESC mit Jurassica Parka und Jan Feddersen

Geplant hatte ich einen lustig-unterhaltsamen Abend, geworden ist daraus ein Desaster und ein einziges, großes Ärgernis. Ich wollte mir den Eurovision Song Contest im Schwuz anschauen. Das hatte ich schon häufiger gemacht, ich wusste so in etwa, auf was ich mich einließ und was mich erwartete. Dass der russische Beitrag und vor allem Russland im Vorfeld auf der Seite eurovision.de von den dortigen Moderatoren kräftig runter gemacht wurde, hatte ich hingenommen. Der über die russsischen Verhältnisse völlig fehlinformierte Jan Feddersen konnte sich kaum bremsen und teilte mit jedem zweiten Satz gegen Russland aus. Er lässt sich in seiner Selbstdarstellung als Mann mit Meinung feiern, dabei hat er gar keine. Er plappert nur nach. Völlig hohl. Peinlich obendrein, denn der Mann hatte von den Vorgängen und Entwicklungen in Russland ganz offensichtlich nicht den Hauch einer Ahnung. Völlig frei von jedweden Fakten blubberte Feddersen die üblichen Stereotype hoch und runter. Er verstieg sich sogar zu der These, Russland würde technisch in seinen Beiträgen beim ESC immer viel auffahren, so ”dass die Russen Stimmen aus dem freien Europa bekommen”. Jan Feddersen wäre sicherlich auch in Nordkorea eine steile journalistische Karriere möglich, denn er ist völlig erbarmungslos, von jeder journalistischen Ethik befreit auf der gerade herrschenden Linie.

542187_a0b4b7cc9af745ccbeb33102dc176291Wie diese Propaganda wirkt, durfte ich dann gestern Abend bestaunen. Im Schwuz nahm Jurassica Parka auf ihrem Sofa platz und kommentierte den Eurovision Song Contest. Sie gab Belanglosigkeiten von sich, echauffierte sich über Frisuren und Outfits, blieb völlig im Klischee stecken.  Alles wunderbar.
Nur ein einziges Mal verließ sie die Rolle der zickigen Transe. Nach dem Beitrag Russlands wandte sie sich mit einem Verbot direkt ans Publikum. “Russland wählt ihr nicht. Die mögen uns nicht und wir mögen die nicht!”

Was soll ich sagen? Meine gute Laune, mein unterhaltsamer Abend waren schlagartig dahin. Was für eine hohle Kuh! Die nahm doch tatsächlich das Geschwätz der Systemmedien für bare Münze.

Hatte die noch nicht mitbekommen, dass wir eine schwere Medienkrise haben, dass im Grunde alles, was da im Hinblick auf Außenpolitik verbreitet wird, mindestens fragwürdig ist? Von Assads Giftgasattacken auf das eigene Volk, über die diversen Farbrevolutionen und die faulen Griechen bis hin zur  Berichterstattung über den US-Wahlkampf ist das alles mit Vorsicht zu genießen, was da medial präsentiert wird. Und im Hinblick auf Russland sowieso.

Das ist ja inzwischen medienkritisches Basiswissen. Wie kann man da noch so einen Blödsinn von sich geben, obendrein noch meinen, man wäre eine queere Aktivistin? Es gehört doch zur Grundausrüstung politischen Aktivismus‘, dass man den Systemmedien nicht ungeprüft Glauben schenkt.

Jurassica Parka tut dies nicht, sonst wüsste sie, dass es in Russland zwar ein fragwürdiges Jugendschutzgesetz aber keine strukturelle Gewalt gegen Schwule und Lesben gibt, wie das hier bei uns immer wieder behauptet wird.
Parka und mit ihr viele andere Pseudoaktivisten lassen sich mit ihrer kritiklosen Übernahme von Anschuldigungen gegen Russland zum Instrument einer Auseinandersetzung machen, in der es um die Rechte von Schwulen und Lesben überhaupt nicht geht. Es geht um schnöde Geopolitik. Und es geht darum, die Bereitschaft in der Bevölkerung für eine zunehmende Aggression gegenüber Russland medial herzustellen. Jurassica Parka und Feddersen machen da schön mit. Wer glaubt, es ginge in der Auseinandersetzung mit Russland um die Regenbogenflagge und wer wann wo Händchen halten darf, der glaubt vermutlich auch, dass der Osterhase Eier legt.

Zum queeren politischen Aktivismus gehört nicht nur, von CSD zu CSD zu tingeln und sich dort volllaufen zu lassen. In Aktivismus steckt das Wort Aktivität. Dazu gehört auch, dass man sich um ein Mindestmaß an Wahrheitsgehalt aktiv bemüht, sich informiert und sich nicht einfach passiv informieren lässt, bevor man irgendwas in die Welt hinaus bläst.

Das hat der queere Aktivismus hierzulande leider völlig vergessen. Hier gilt schon als Aktivist, wer einfach immer nur noch lauter als alle anderen, das, was allen als wahr gilt, schrill heraus plärrt. Das ist allerdings kein Aktivismus, das ist einfach nur spießig systemkonform, im schlimmsten Fall sogar gefährlich.

Nun was soll ich sagen. Wie der Abend endete, weiß heute jeder. Der ukrainische Beitrag gewann mit einem geschichtsklitternden Liedchen, das die Verschleppung der Tataren thematisiert, ihre Kollaboration mit den Nazis aber verschweigt.

Ich bin schon sehr gespannt, wie der meinungsstarke Jan Feddersen im nächsten Jahr den ESC in der Ukraine systemkonform schönreden wird. Sind ja alles Vorbilddemokraten da, die gegen Korruption,  für den Anschluss an die EU und mehr Demokratie auf die Straße gegangen sind. Hab ich mit eigenen Augen gesehen

Da könnte sich im nächsten Jahre dann zum Beispiel die queere Aktivistin Jurassica Parka auf dem Maidan auf ein regenbogenbeflaggtes Sofa setzen, von dem aus sie vor Großbildleinwand unterhaltsame Kommentare zu den Beiträge abgeben könnte. Es wäre tatsächlich interessant zu erfahren, wie lange sie da sitzen würde. Bliebe dann nur noch zu wünschen, dass sie gut rennen kann in ihren High-Heels. 

Geschmacksfragen. Olga Gorbatscheva besingt den Schnee.

Auf meinem letzten abendlichen Streifzug durch die im Internet verfügbaren Zeugnisse des Pop stieß ich auf einen neuen, mir bisher unbekannten Namen: Olga Gorbatscheva. Der Clip, der mich sofort in den Bann geschlagen hat, heißt Sneg, Schnee.
Schwarzweiß gehalten, ganz schlicht, aber von unglaublicher Ästhetik. Die Klickzahlen überraschten mich. Gerade mal etwas mehr als 80.000 Mal wurde das ästhetische Meisterwerk in seinem Original angeklickt. Sehr übersichtlich also. Ich muss hier die GEMA-Variante verlinken, die es auf gerade mal etwas mehr als 400 Klicks bringt. Ebenfalls beschaulich. Und für mich erstaunlich. Denn ich fand es auch nach dem zehnten Mal anschauen noch gut. Und nicht nur das, es hatte mich in euphorische Stimmung versetzt.

Ich beschloss Experten hinzuzuziehen, wandte mich an La Gioconda und fragt sie nach ihrer Meinung.
Es wäre nicht für sie gemacht, hätte sie nicht gefangen genommen. Es gäbe einen Mangel an Ideen.

maxresdefault (2)Hmm. Ich sah es mir nochmal an und fand es immer noch gut. Ich fand die Idee sogar ganz gut durchdekliniert. Für mich war das stimmig.

Ich fragte Oleg, auf dessen Geschmacksurteil ich mich verlassen konnte. Schließlich war er es, der mich vor einiger Zeit auf La Gioconda aufmerksam gemacht hat. Ich gebe zu, ich bin damals vor Ergriffenheit vom Sofa gerutscht.

Auf meine Frage, wie er den Clip fände, bekam ich zur Antwort, er würde das Schlagzeug und die Gitarre nicht hören. Aber ist das nicht gerade der Witz an der Sache? Diese totale Inszenierung? Der Schlagzeuger, der da in einem Rückwärtsloop gefangen einzig um der Ästhetik Willen sitzt. Ebenso wie der Gitarrist, es ist  augenscheinlich die gleiche Person wie der Schlagzeuger, sein virtueller Zwillingsbruder, der an der Gitarre zupft während man synthetisches Klavier hört?

menjiIch frage bei den Experten für schräge Inszenierungen, bei Man-G, die mich als queere Bear-Group immer wieder fasziniert haben. Ihren letzten Song hatte ich tagelang im Ohr. Der hat zwar auch nicht viele Klicks, was aber durch die spezifische Ausrichtung auf eine kleine Zielgruppe erklärt werden kann. In dieser Zielgruppe kennt das Lied jeder, wie ich hier versichern möchte. 

Es würde an ihnen vorbei gehen, bekam ich zur Antwort.

Das konnte doch nicht sein!

Auch von Dmitry Starosta, der mit seiner Künstleragentur zweifelsfrei für einen Experten gelten kann, bekam ich zur Antwort, es wäre unglaublich langweilig. Er könne es sich nicht länger als 30 Sekunden ansehen.

Ich schrieb zurück, es würde mir schon gefallen, worauf hin er antwortete: Тебе всё русское нравится без разбору. Dir gefällt wahllos alles Russische.
Das wieder um ist nicht ganz richtig.

Es gibt da zum Beispiel diesen Clip. Durch und durch russisch, kein Klischee wird ausgelassen, die Bärte sind ebenso ansprechend wie in dem Video von Olga.

Eigentlich müsste es mir gefallen, tut es aber nicht. Ich finde das sogar extrem doof. Das würde ich niemals in meinem Blog besprechen. Dass ich es jetzt hiermit doch getan habe, diesen Widerspruch fantasievoll aufzulösen, überlasse ich meinen Lesern.

Das Interessante an ästhetischen Urteilen, ist, dass man so wenig darüber diskutieren kann. Selbst dann, wenn man es tut, ändert sich wenig bei den Diskutanten, weshalb man über Geschmacksfragen so leicht in Streit geraten kann.

Allen für mich in pop-ästhetischen Fragen maßgeblichen Personen gefällt Olga Gorbatschewas Clip Sneg nicht. Ich kann ein bisschen verstehen warum. Ändern tut sich trotzdem nichts für mich. Ich finde das Ding super und schaue es mir jetzt gleich nochmal an.

Sergey Lazarev singt für Russland

Ein musikalischer Höhepunkt des Jahres wirft seine Schatten voraus. Die Teilnehmer des diesjährigen Eurovision Song Contests stehen weitgehend fest.
Für die Russische Föderation wird Sergey Lazarev antreten. Sein Beitrag “You are the only one” ist musikalisch ausgereift und in der Thematik ESC-kompatibel ohne nur seicht zu sein. Er hat daher meines Erachtens gute Chancen. Zudem gelang es dem staatlichen russischen Fernsehen mit Sergey Lazarev einen queeren Interpreten zu finden, mit dem sich auch die schwule Gemeinde identifizieren kann, falls sie denn die Offenheit dazu mitbringt.

Es ist zumindest zu hoffen, dass uns dieses Jahr peinliche Buhrufe aus dieser Ecke erspart bleiben. Diese inzwischen fast schon zum Ritual gewordene Darstellung der Unkenntnis der schwulen Gemeinde über die Vorgänge in Russland ist ja immer zum Fremdschämen.

Trotz Buhrufen von irgendwelchen völlig uninformierten, von westlicher Propaganda fest im Griff gehaltenen Dummköpfen hat es die großartige Polina Gagarina im letzten Jahr fast geschafft. Sogar aus Deutschland, in dem die Berichterstattung über sie unterirdisch unqualifiziert und Peter Urbans Kommentar ihres Beitrags unsäglich dämlich war, bekam sie verdiente zwölf Punkte. Ein Zeichen dafür, dass es  immer mehr Menschen verstehen, sich vom so genannten Qualitäsjournalismus und seiner Einseitigkeit unabhängig zu machen. Für einen Moment schien Polina als Gewinnerin festzustehen.

Um den deutschen Qualitätsjournalismus wieder einmal vor sich selbst zu schützen, daher vorab ein paar Informationen. Sergey Lazarev wurde ebenso wenig wie Polina Gagarina lediglich für den ESC von der Propagandaabteilung des Kreml aufgebaut. Sie sind in Russland seit Jahren fester Bestandteil der lebendigen russischen Pop-Szene. Sprüche wie “Putins Propaganda beim ESC” kann man sich der transatlantisch orientierte Qualitätsjournalist getrost ersparen, denn sie sind schlicht falsch.

Sergey Lazarev ist auch nicht homophob, was ja dem schwedischen Gewinner des Jahres 2015 nachgesagt wird. Im Gegenteil ist Sergey gern gesehener Gast auf der Bühne der Moskauer Schwulendisko Central Station, die ich übrigens sehr empfehlen kann.
Zwei große Tanzflächen, Bühne, Live-Performances und wer sich im Anschluss entspannen möchte, kann nach nebenan in die Sauna. Hier eine Videozusammenfassung seines letzten Auftritts dort. Damals, es war Dezember, wurde er schon als potentieller Kandidat für den ESC gehandelt.

In dem Clip zu seinem Song, in der Sergey die Liebe zu eine Frau besingt, wird diese Liebe am Schluss denn eben auch als Inszenierung sichtbar gemacht. Ein wunderbar aufklärender Beitrag. Der ESC ist einfach durch und durch schwul und tut nur so, als wäre er es nicht.

A propos Aufklärung. Wer sich auch nur ein bisschen in die Nähe der russischen Kultur begeben hat, weiß um deren Hang zum aufgeklärten Hedonismus. Es ist ein durchweg freudvolles Land. Russland hat vor nur zwei Sachen wirklich Angst: vor Krieg und Faschismus. Von dieser Tatsache weiß freilich Peter Urban nichts, der sich im vergangenen Jahr wunderte, warum ausgerechnet Russland mit einem Lied über Frieden antrat und sich lustig machte. Ich hoffe allerdings mit meinem kleinen Beitrag dazu beitragen zu können, dass Peter Urban derartige Peinlichkeiten unterlässt. Es tut mir immer physisch weh, wenn jemand sein Unwissen von sich selbst überzeugt und daher mit großer arroganter Geste in breiter Öffentlichkeit vorführt.

Es ist allerdings auch schreckliche Tatsache, dass medial versucht wird, die Bereitschaft der Europäer zu immer mehr Krieg herzustellen. Dass Europa und der Westen immer weiter nach rechts driften kann auch niemandem mehr verborgen bleiben. Vielleicht könnte Peter Urban das in seinen Kommentaren mitbedenken.

Da sich andere Nationen mit ihrem Beiträgen schon im Vorfeld ins Aus manövriert haben, hat Russland mit seinem Beitrag tatsächlich gute Chancen. Deutschland mit seinem Panik-Casting nach dem Xavier-Naidoo-Desaster hat jedenfalls ebenso wenig Aussichten auf Erfolg wie die Ukraine mit ihrem Krim-Tataren-Liedchen.

Es würde mich jedenfalls ungemein freuen, wenn wir nächstes Jahr zum ESC nach Russland fahren würden. Moskau ist eine faszinierende Stadt. Oder vielleicht könnte man auch die Krim als Austragungsort wählen. Da wäre es neben dem Genuss von Popkultur, historischer Relevanz und Naturschönheit auch gleich noch möglich, sich über die Verhältnisse zu informieren, in denen die Krim-Tartaren leben. Vielleicht hilft das dabei, sie vom Missbrauch als Instrument der politischen Propaganda zu befreien. Dass der Ukraine das Schicksal der Krim-Tataren ausgerechnet in dem Moment am Herzen liegt, in dem sie nichts mehr mit ihnen zu tun hat, ist bezeichnend für den Zustand  der Ukraine.

In jedem Fall drücke ich Sergey Lazarev die Daumen und wünsche ihm von ganzem Herzen viel Erfolg.  

La Gioconda – Die Antworten/Ответы

Vor einiger Zeit habe ich eingeladen, die große Dragqueen Gioconda zu befragen.

Hier sind nun die Antworten.

Bedanken möchte ich mich ausdrücklich bei Dimitri Rebrikov für  die Übersetzungen.

 

Ganz allgemein fragt zum Beispiel Elena aus Pyatigorsk. Sie möchte wissen, ob du eine bestimmte Message hast, die du mit deiner Kunst ausrücken möchtest, etwas, das man in einem Satz oder Slogan zusammen fassen könnte.

Lena, mach das, was dir gefällt, sonst brauchst du es nicht zu machen. Ich will niemanden zu etwas aufrufen. Meine Schöpfungen haben nur den Zweck, die Menschen zu inspirieren. Ich bezeichne meine Kunst als intuitiv und bin mir nicht immer bewusst, in Welche Richtung sich alles entwickelt. Das Witzige ist, dass ich selbst nie eine Botschaft darin verstecke. Ich mache es so, dass die Menschen sich selbst eine ausdenken und mir dann mal darüber erzählen. Manchmal höre ich ihnen zu und glaube selbst nicht, dass ich so etwas schaffen konnte.

Life-Couch Sven Rebel, Autor von schwulen Lifestyle-Ratgebern wir “Joyful Gay Sex” hat eine ganz besondere Frage. In Deutschland konnte er das Phänomen beobachten, dass besonders harte auftretende Machos, betont männlich auftretende Schwule ihre Vorliebe für passiven Analsex gern mit Drag Queens ausleben. Sven möchte wissen, ob dir in Russland ähnliche Entwicklungen aufgefallen sind.

Ich bin natürlich kein Experte darin… Ich denke die Gays sympathisieren mit den Drugqueens nur aus Interesse an deren künstlerischen Seite, denn der Begriff “Gay” impliziert, dass diese Männer deswegen die sexuellen Beziehungen mit Männern haben, weil sie die Männlichkeit erregt. Und die, die von Drugqueen, d.h. von mehr weiblichen Gestalt, erregt werden, sind eher keine Gays oder sind mindestens bisexuell. Obwohl, es ist sehr individuell.

Branding-Stratege und Marketing Experte Jens Hagendorf fragt nach deinem Namen. Wenn man nach La Giaconda googelt, bekommt man zunächst jene völlig unbedeutende gleichnamige Dame angezeigt, die von dem völlig unbedeutenden Künstler Leonardo da Vinci in der Renaissance gemalt wurde, wobei der erste Platz im Ranking doch eigentlich dir gebühren würde. Jens möchte wissen, ob du die Namenswahl bereust und ob du dir Alternativen zu deinem Namen vorstellen könntest.

Mein Künstlername sagt aus, dass ich selbst eine künstlerische Schöpfung bin, ein Bildnis. Im echten Leben kann ich dann Leonardo sein, der seine Gioconda malt. Gewiss beherrscht das Bild der Mona Lisa die Internet-Suchergebnisse, sie ist ja schließlich 500 Jahre alte und mein Bildnis erst 15. Aber ich denke in nächster Zeit ändert sich die Situation – Ich werde die Vorrangstellung noch erkämpfen 🙂

Die schwule Bär-Group Man-G aus Chelabinsk hat die ganz bescheidene Frage, ob du sie kennst.

Bis jetzt habe ich nichts von euch gehört, habe aber jetzt schon gegoogelt. Jetzt werde ich euer Schaffen beobachten. Also nehmt euch in acht und denkt bei euren nächsten Werken daran, dass ich sie mit einem ernsthaften und kritischen Blick beobachte 🙂

Bob von den Moscow Bears möchte wissen, wann du eine weitere Zusammenarbeit zwischen dir und den KGBears zu erwarten ist. Er erinnert sich noch gerne an euren gemeinsamen Auftritt in der Moskauer Schwulendisko “DJ-Station”.

Wenn ich richtig verstehe, meinen Sie eine Zusammenarbeit mit der Band KGBears. Wir haben noch in Moskau einen Clip aufgenommen, aber weil ich das Land verließ, wurde das Projekt eingefroren und das ganze Jahr, seit dem ich in den USA lebe, hatte ich keine Zeit irgendwas wieder zum Leben zu erwecken. Das letzte Jahr war für mich voller Veränderungen in meinem Leben und war gleichzeitig sehr schwer und machte mich andererseits unglaublich glücklich.  Ich musste mein Leben von vorne anfangen und das ganze Jahr die Umgebung für meine schöpferische Tätigkeit wieder herstellen. Am Jahresende hatte ich meine Balance wieder – ich habe die Nähmaschine, die Studioausrüstung und einen Computer gekauft. Also alles, was ich für mein Schaffen brauche, und habe das erste Mal seit 10 Monaten meine Ordner mit Skizzen und Projekten wieder aufgemacht, die ich in Moskau nicht fertig bekommen habe. Also befinde ich mich jetzt mehr oder weniger in einer Balance und fange mit meiner Arbeit wieder an. Also, denke ich, es wird alles  noch kommen.

Auch der Künstleragent Dimitry Starosta möchte wissen, ob du mal wieder in Moskau zu sehen sein wirst. Er könnte sich dir gut zusammen mit Lora Kolli auf der Bühne vorstellen.

In der nächsten Zeit werden ich weder in Moskau noch in Russland generell auftauchen. Wie man sagt: Aber ihr seid herzlich willkommen in New York.

Dimitry aus Stuttgart möchte wissen, welche Vorteile dein Umzug in die USA für dich hatte. Die Professionalität deiner bisherigen Videos und auch das Echo aus Russland deutet darauf hin, dass deine Beliebtheit und auch deine Möglichkeiten dort sehr umfassend waren. Was haben die USA zusätzlich zu bieten?

Mit meiner Ausreise nach New York habe ich keine unmittelbaren Vorteile verfolgt. Für mich waren die Entwicklungsmöglichkeiten wichtig. Und diese habe ich in Moskau für mich nicht mehr gesehen. Alles ist zu einer Routine geworden. Moskau ist für mich wie ein gelesenes Buch. Ein Buch, dass ich so gerne wieder und wieder lesen mochte, dass es jetzt abgenutzt ist. Vielleicht lese ich es irgendwann noch mal aber jetzt habe ich mir eine Auszeit genommen, habe das Buch ins Regal gestellt und lese jetzt eine Neues. Das neue Buch ist sehr kompliziert und in der fremden Sprache, manchmal unverständlich, manchmal unbequem, aber sehr interessant und unvorhersehbar. Eigentlich sollten sich für diejenigen, die meine Clips bei YouTube schauen, sich nichts geändert haben – sie können sie weiterhin schauen. Geändert hat sich für sie nur mein Wohnort. Natürlich kann man mich nicht mehr in Moskauer Clubs sehen, aber dafür gibt es jetzt den Grund nach New York zu reisen, um eure geliebte Gioconda zu sehen. Ich denke meine Verehrer können stolz sein, was ich gerader in einem fremden Land mache und wie die amerikanischen Zuschauer mit großen Augen auf eine russische Darstellerin schauen.

Ich bin glücklich, dass ich einen neuen schöpferischen Schub bekommen habe. Die neuen Ideen erfüllen mich, so dass ich keinen Platz mehr finde, um sie umzusetzen. Praktisch alle meine Schöpfungen, die ich aus Moskau mitgenommen habe, sind bereits überarbeitet und man kann sich nicht vorstellen, was noch alles möglich ist. Meine Kunst hat einen Schritt nach vorne gemacht und bald werden es alle sehen können.

Und als letzte, sehr indiskrete Frage möchte Oleg aus Moskau wissen, wie es um dein Privatleben steht, und ob der Platz an deiner Seite noch frei ist. Ich weiß allerdings nicht, ob Oleg in dieser Hinsicht Ambitionen hat.

Mein Herz ist mit meiner Kunst gefüllt und man wird viel Mühe brauchen um dort noch Platz zu schaffen 🙂

Лена из Пятигорска задаёт обобщённый вопрос. Она хочет знать, есть ли у тебя выражение или призыв который бы охарактеризовал то послание которое ты выражаешь своим искусством.

Делай то что тебе нравится иначе не надо это делать . Я не хочу ни к чему никого призывать мои произведения призваны только для того что бы вдохновлять людей . Я называю свое творчество „интуитивное“ и не всегда до конца понимаю что из этого получится . Самое смешное что я никогда не зашифровывают никакого послание , я делаю так чтобы люди сами придумали его а потом взяли и рассказали мне об этом . Иногда послушаешь и ушам не веришь неужели я это могла сделать.

Свен Ребель, Life coach и автор справочника полезных советов “Joyful Gay Sex” задал довольно особый вопрос. В Германии он заметил феномен, что жёсткие “Самцы” (т.е. особенно подчёркивающие свою мужскую внешность геи) симпатизируют пассивному анальному сексу с Дрэг­квинами. Свен хотел бы знать, заметила ли ты этот феномен в России.

конечно не Эксперт в этом ….Мне кажется геи симпатизируют Drugqueen только в творческой стороне,так как само понятие геи является тем что мужчины имеют сексуальные отношения с мужчинами потому что их возбуждает мужской образ . А тех кого возбуждает Drugqueen образ ,то есть более женственный , тот скорее всего не гей или поменьше мере бисексуал . Хотя это очень индивидуально.

У Йенс Гагендорфа, эксперта по брэндингу и маркетингу, есть вопрос к твоему имени.

Если от гуглит La Giaconda, то видит на первом месте портрет абсолютно неважной дамы, потом какого­то Леонардо Давинчи, хотя на самом деле первое место должно принадлежать тебе. Йенс хотел бы знать не сожалеешь ли ты о выборе этого имени и могла бы ты представить себе альтернативные имена.

Моё сценическое имя говорит о том что я сама по себе являюсь произведением искусства то есть картиной , а в жизни я могу быть Леонардо то есть художником который рисует свою Джоконду . Конечно в Интернете на данный момент в поиске картина – Джоконда будет превалировать Так как ей уже более 500ста лет а моему образу всего 15 ,но думаю в ближайшее время ситуация изменится и я ещё по борюсь за первенство:)

У Гей­группы из Челябинска Men-­G/МЕНДЖИ очень скромный вопрос: Ты о них слышала?

До этого момента нет не слышала ,но уже поинтересовалась и по googliLa . Теперь буду следить за вашим творчеством так что уважаете моё внимание . И следующий творенье делаете с расчётом на то что я на них смотрю своим грозным взглядом:) .

Боб из Moscow Bears хотел знать, когда можно было бы предположить ваш новый совместный проект. Он до сих пор вспоминает ваше совместное выступление в московской дискотеке “DJ Station”.

Если я правильно понимаю Вы скорее всего говорите о совместном творчестве с группой KGBears . Мы ещё в Москве от сняли клип но из-за того что мне пришлось уехать из страны проект был немного заморожен и весь год что я живу в Америке у меня не было возможности что либо размораживать .Предыдущий год был годом больших изменений в моей жизни одновременно был очень трудный и невероятно счастливым .Мне пришлось заново начать жизнь и целый год восстанавливать комфортные условия для себя в которых я мог бы творить . И в конце года равновесие было достигнуто я купил Швейную машинку студийное оборудование и компьютер В общем все что нужно для творчества ,и в первый раз за 10 месяцев открыл файлы с разными набросками и проектами которые не доделал в Москве . Сейчас более-менее я нахожусь в равновесие и приступаю к привычной работе . Так что думаю все будет .

У артистического агента Дмитрия Старосты такой же вопрос: Когда ты будешь снова в Москве? У него есть идея вашего совместного выступления с Lora Kolli.

В ближайшие несколько лет я не появлюсь не только в Москве нo вообще на территории России. Как говорится нет уж лучше вы к нам добро пожаловать в Нью-Йорк .

Дмитрий из Штутгарта спрашивает, какие преимущества у тебя от твоего переезда в США. Твои клипы которые он видел на Ютюбе очень профессиональны и посещаемые, поэтому он может себе представить что твоя популярность и твои возможности в России были достаточно велики.

Я не гнался за преимуществами когда уехал в Нью-Йорк. Для меня были важны перспективы . В последние годы в Москве я этих перспектив для себя не видел . Всё превратилось в рутину . Москва для меня как много раз прочитанная книга . Книга которую человек так любит читать что зачитывает её до дыр. Возможно я когда-нибудь прочту её ещё раз ну сейчас мне нужен тайм-аут как говорится поставил на полку и начал читать другую. Да новая книга очень сложная и вообще на другом языке, иногда непонятная , иногда неудобная , но чертовски интересная и непредсказуемая . На самом деле для зрителя который смотрит мои клипы в Ютьюбе ничего не изменилось они также могут продолжать смотреть их . Изменилась только моё место дислокации . Да конечно в московских клубах меня уже больше не увидеть ну теперь будет повод съездить в Нью-Йорк чтобы посмотреть на любимую Джоконду . Думаю что почитатели моего творчества будут гордиться тем что я сейчас делаю на чужбине и как американский зритель широко раскрытыми глазами смотрит на русскую Артистку . Для меня счастье что у меня вновь открылось творческое дыхание идеи так и прут не знаю куда их складывать . Практически все мои творения которые я взял из России были модернизированы так что я даже представить себе не мог что я с ним не могу ещё сделать. На мой взгляд моё творчество шагнуло вперёд . И скоро все это увидят.

 

И напоследок достаточно нескромный вопрос от Олега из Москвы. Он хотел бы спросить как у тебя образовалась личная жизнь и “занята” ли ты уже. Правда я не знаю был ли этот вопрос основан на личном интересе Олега.

Моё сердце занято творчеством и нужно очень постараться чтобы потеснить его:)

 

Ani Lorak auf Deutschlandtour

Obwohl die Stunde schon fortgeschritten ist, fühle ich mich verpflichtet noch über den ganz wundervollen Abend zu berichten, den ich eben hatte.

Kurz entschlossen hatte ich mir am Sonntag noch eine Karte für das heutige Konzert von Ani Lorak in der Berliner Urania gesichert.

Das Konzert bildet den Auftakt zu ihrer Deutschlandtour. An die Ukrainerin können sich vermutlich nur ganz wenig und nur ganz eingefleischte Fans des Eurovison Song Contestes hier in Deutschland erinnern, denn Ani Lorak trat 2008 für die Ukraine an und belegte den zweiten Platz hinter dem Russen Dima Bilan.

Wie so oft sind die Stars des ESC bei uns hier nach wenigen Monaten vergessen, von den zweitplatzierten ganz zu schweigen.

In Russland verhält sich das ein bisschen anders. Im folgenden Jahr beispielsweise trat auch die Grand Dame des französischen Chansons Patrica Kaas an und floppte grandios.

Einzig Russland verliebte sich in sie, worauf sie begann, diese Liebe in russischer Sprache zu erwidern. Sie wurde dort ein Star und blieb hier ein Nischenprodukt.

Den damaligen Gewinner Alexander Rybak, Meister des Ohrwurms, den kennt hier auch kein Mensch mehr, und so hat auch er sich vom Westen ab und dem Osten zugewendet und singt inzwischen auf Russisch. Erfolgreich, denn er füllt die dortigen Hitparaden.

Doch zurück zu Ani Lorak und meinem wundervoll bezaubernden Abend. Auch Ani Lorak singt auf Russisch, denn auch sie hat dort ihr Publikum. Auch sie ist ein Star. Ihre Lieder kennt jeder. Dennoch ist ihre deutsche Bühnenshow für eine Zuschauerzahl von lediglich 500 bis 1000 Personen ausgelegt, denn die russische Gemeinde in Deutschland ist übersichtlich. Doch diese reißt Ani Lorak mit ihrem Temperament und ihrer Energie von der ersten Minute mit.

Auf dem Konzert heute Abend war ich gefühlt der einzig Deutsche, ansonsten alles Russen und Russinnen im Alter von 4 bis um die 80, die tanzten, sich hingaben und stehend Ovationen spendeten. Eine wirklich einmalige Atmosphäre, sprühend vor reiner Lebenslust und purer Lebensfreude, wie sie nur unseren Freunden im Osten zu eigen ist.

Ani Loraks musikalisches Repertoire ist breit gefächert, von romantisch bis rockig ist alles dabei, ohne dass irgendein Stil aufgesetzt wirkte. Große Gesten, große Gefühle, starke Bilder, ohne ins Kitschige zu kippen. Alles lebt von der Authentizität Ani Loraks. Die Bühnenshow ist wunderbar inszeniert und überrascht immer wieder mit liebevollen Details und bezaubernden Bildern, die den Zuschauer in eine wundervolle, traumhafte Welt mitnehmen, um ihn nach weit über zwei Stunden musikalischen und visuellen Genusses wieder in die Realität zu entlassen. Toll!

Eine Übersicht über die kommenden Termine und Karten gibt es hier. Mein Votum: Hingehen! Absolut empfehlenswert.