Der russische Außenminister Sergej Lawrow – Vortrag und Diskussion in Berlin

Am 14. Juli war der russische Außenminister Lawrow zu Gast in Berlin. Die Körber-Stiftung hatte ihm ein Podium eröffnet, auf dem Lawrow über aktuelle Probleme sprach. Lawrow legt klar die Sichtweise Russlands dar, analysiert plausibel die westliche Politik sowie die Entwicklung der letzten Jahre und zeigt mögliche Wege aus der Krise. 

Es ist  nichts weniger als ein weiteres Angebot zur Zusammenarbeit auf den aktuell wichtigen Feldern, das Lawrow hier präsentiert.

Wie wenig diese durchweg aufgeklärte Haltung und das dialektische Denken in  der deutschen Polit-Kultur noch vertreten ist, zeigt dann die Fragerunde.

Volker Beck (Grüne) und Elisabeth Motschmann (CDU) sind das Beispiel jener Politiker, die sich selbst nicht mehr um Aufklärung bemühen, sondern nur noch feste Positionen und Sprachregelungen vertreten, ganz unabhängig von einer Überprüfung der Fakten und ohne jedes diplomatische Verständnis. Völlig unkritisch sind sie dem Material gegenüber, dass ihnen seitens irgendwelcher NGO’s zugeliefert wird.

Wenn Volker Beck im Hinblick auf die Situation in Tschetschenien von „Berichten“ über die Verfolgung von Schwulen spricht, müsste er eigentlich wissen, dass das falsch ist. Es gibt keine Berichte, es gibt lediglich einen einzigen Bericht in der Novaja Gaseta. Alle anderen Berichte wie zum Beispiel der von Human Rights Watch oder der Bericht von Vice sind der Zwei- und Drittaufguss dieses einen Berichts. Dort wird nichts Neues hinzugefügt.

Und wenn jede Ermittlungsarbeit seitens der Russen von deutschen Medien, insbesonderen der Organe der queeren Szene noch vor jeder Prüfung infrage gestellt werden, einfach nur weil die Ermittler Russen sind, dann müsste er auch wissen, dass Lawrow recht hat mit seiner Feststellung, es gäbe hier im Westen Russophobie. Ein immens großes Problem, so groß, dass wir es beständig übersehen. 

Sachlich und aus dem Geiste der Aufklärung heraus ist es in keinem Fall, was hier bei uns politisch passiert. Das sieht man deutlich an der Verdrehung der Fakten in Bezug auf die Krim durch Beck. Das von ihm erwähnte Budapester Memorandum über die Grenzen in Europa legitimiert nämlich in keiner Weise einen Putsch, wie er vom Westen in der Ukraine betrieben wurde. Auch lässt sich diskutieren, ob nicht die USA gegen das Memorandum zuerst verstoßen haben. Mit dem Putsch in der Ukraine muss die Erzählung über die Krimkrise aber beginnen, denn ohne ihn ist die Abspaltung der Krim nicht denkbar. Diesen Teil lässt Beck aber geflissentlich aus.

Jenseits jeglicher Vernunft, aus reiner Emotion heraus argumentiert dann Elisabeth Motschmann, Mitglied der CDU und des auswärtigen Ausschusses. Allein schon in der Wortwahl gibt sie jede Verbindung zu einer an den Werten der Aufklärung sich orientierenden Leitkultur preis. Völkerrecht und international Verträge haben für die CDU-Politikerin keinerlei bindenden Charakter mehr. Nur die eigene emotionale Aufwühlung ist ihr Richtschnur.

Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel hat an der Veranstaltung nicht teilgenommen – er ließ sich aufgrund von gesundheitlichen Problemen entschuldigen.

Urlaub in Russland: Die Region Krasnodar

Russland, so ist geht ein weit verbreitetes Vorurteil ist ein kaltes Land. Kaum einer denkt an ausgedehnte Strände, subtropisches Klima mit langen Zypressenhainen und Weinanbau, lauen Nächten und perfektem Badewetter. Genau das allerdings bietet die in Südrussland gelegene Region Krasnodar.

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Tötet Philipp Ruch – so viel Dummheit darf nicht überleben

könnte eine Überschrift lauten, die sich auf das Niveau der aktuellen Aktion des Zentrums für politische Schönheit begibt.

Allerdings wird es nicht notwendig sein, zum Mord aufzurufen, denn mit der Aktion rund um den G20-Gipfel hat das Zentrum für politische Schönheit Selbstmord begangen. Das Zentrum hat sich selbst erledigt, denn wie so vieles, was sich vermeintlich gegen den Mainstream stemmt, was von sich selbst behauptet, radikale Alternative zu sein, überhaupt radikal zu sein, stellt sich dann in den Handlungen heraus, dass die vermeintliche Alternative, das vermeintlich Radikale doch nur eine Variante des mitteleuropäischen Einheitsbreis ist.

Das Zentrum für politische Schönheit denkt in seinem eurozentrisch, imperialistisch und neoliberal. Mit scholl2017 zeigt es diese doch sehr gewöhnliche Gesinnungen öffentlich. Es offenbaren sich die Quellen des Wissen, auf die das Zentrum zurückgreift.

Wer ein derartiges Ranking der Diktaturen erstellt, wie es auf der Webseite der Aktion zu finden ist, der informiert sich im Mainstream, bei Springer und Co. und verweigert jedes eigenständige Denken. 

Im Geiste schlicht, der Herr Ruch und seine Kunst-Groupies. Komplexität ist nicht deren Ding, Differenziertheit auch nicht. Wer meint, 2017 dem Mainstream Glauben schenken zu können und dessen Spins und Propaganda in einer Kunstaktion wiederholen zu müssen, hat eigentlich nur noch den frühen Tod verdient. Zumindest den gesellschaftlichen Tod.

Das Zentrum für politische Schönheit ist ganz gewöhnlicher Mainstream, unkritisch der eigenen Axiomatik gegenüber, Flach in der Analyse, voller Vorurteile und Rassismen, arrogant und dumm.

Das ist keine Kunst, das kann dann weg.

Marija Sacharova und die heuchlerische Empörung der LGBT-Bewegung

 

Die kulturchauvinistische, neokoloniale und in ihrem Kern rassistische LGBT-Bewegung schlug heute wieder zu. Wen traf es wohl? Es wird keinen wundern, es traf Russland. Das Lieblingshassobjekt der neoliberalen, transatlantisch integrierten West-Schwuppe.

Die Schwestern im Westen sind empört. Zutiefst empört. Marija Sacharovoa, Sprecherin des russischen Außenministeriums, weigerte sich, einem finnischen Journalisten zu seinen Fragen bezüglich angeblicher Schwulenverfolgung in der russischen Republik Tschetschenien Rede und Antwort zu stehen. Sie bittet vielmehr das Oberhaupt der Republik Ramsan Kadyrov öffentlich, den Journalisten bei seinen Recherchen vor Ort zu unterstützen.

Dass Sacharova etwas angenervt wirkt, hat einen guten Grund, denn vor kurzem erst wurde sie von Katie Couric für Yahoo News interviewt.

https://www.yahoo.com/katiecouric/exclusive-russian-spokeswoman-ridiculous-airstrikes-syria-french-election-fake-news-dangers-gays-chechnya-214107526.html

Das Interview ist sehr sehenswert, weniger wegen der gestellten Fragen. Die sind reichlich blöde. Vielmehr wegen der klugen Antworten Sacharovas. Blöde Fragen zum Thema Tschetschenien geht es dann ab Minute 16:34.

Couric stellt nahezu die gleichen Fragen, die der um das Wohlergehen tschetschenischer Schwuler besorgte Journalist des finnischen Staatsfernsehens stellt. Sacharova gibt daher auch praktisch die gleiche Antwort.

Der westliche Qualitätsjournalismus hat ein Problem, denn ihre Repräsentanten sind offensichtlich ganz schlecht ausgebildet. Sie wissen allem Anschein nach nicht, wer wofür zuständig ist.

Sacharova jedenfalls verweist zurecht darauf, dass sie als Sprecherin des Außenministeriums für Außenpolitik zuständig ist. Das ist ihr Fachgebiet. Tschetschenien ist aber eine innere Angelegenheit, denn Tschetschenien liegt in Russland.

Dafür ist daher auch das Innenministerium zuständig. Merkt ihr was? Innere Angelegenheit – Innenministerium; äußere Angelegenheiten – Außenministerium. Es gibt da auch für Qualitätsjournalisten Zusammenhänge zu entdecken.   

Man könnte eventuell noch mal den Regierunssprecher fragen, zum Thema müsste er was sagen können. Der heißt Dmitry Peskow und ist unter dieser Webadresse zu erreichen: www.kremlin.ru

Wahrscheinlich wird er sagen, dass sowohl die russische Menschenrechtsbeauftragte als auch die Staatsanwaltschaft die Vorwürfe untersuchen, es also alles seinen rechtsstaatlichen Gang geht.

Das ist der westzentrierten, empörungswilligen LGBT-Gemeinde freilich nicht genug. Entsprechend müssen die Berichte über die Vorgänge mit Beifügungen wie “eiskalt”, “zynisch”, “drohend” ausstaffiert werden, damit das Grauen auch auf jeden Fall deutlich wird, mit dem man Russland verbinden möchte. Das hat natürlich mit Journalismus nichts zu tun. Das dient einzig und allein dazu Vorurteile und Rassismen zu züchten und aufrecht zu erhalten.

Man kann Sacharova nur zustimmen: Russland ist nicht die USA und Grosny ist nicht Orlando. Russland ist ein freies und vor allem friedliches Land, in dem noch nicht mal die Streifenpolizisten mit Pistolen bewaffnet sind. Fahrt einfach hin, schaut es euch an und stellt eure Fragen.  

Hier der Bericht, der meinem Artikel zugrunde liegt. Er ist ein Beispiel ganz schlechten Stils.  Es geht aus ihm zudem deutlich hervor, dass es gar nicht um Aufklärung geht. Was in Tschetschenien tatsächlich passiert ist, ist der westlichen Polit-Homolette überhaupt nicht von Interesse. Von Interesse ist nur dieses wundervolle Gefühl, sich moralisch empören zu können, dass das Vorurteil bedient wird, und dass reichlich Spenden nach Russland in obskure NGOs fließen. Was passiert eigentlich mit der ganzen Kohle? Fragt da mal jemand nach?

Kaliningrad – Russische Enklave und kulturelle Brücke zwischen Russland und Deutschland

Kaliningrad ist ohne Frage sowohl für die Geschichte Deutschlands als auch Russlands von herausragender Bedeutung. Die Stadt war das kulturelle Zentrum Ostpreußens, die Heimat des bedeutenden Philosophen Immanuel Kants und daher ein Zentrum der Aufklärung und der philosophischen Schule des Deutschen Idealismus.

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Russophobie: Über das antirussische und Soros-finanzierte Engagement von Enough is Enough

Es war alles ganz einfach. Im Jahr 2013 gründen aus großer Empörung über das russische Anti-Gay-Propaganda-Gesetz sieben Personen einen Verein, der es sich zur Aufgabe gesetzt hat, gegen Homophobie vorzugehen. Bereits im ersten Monat ihres Bestehens bringt die junge Initiative über zehntausend Menschen auf die Straße, die in Berlin vor der russischen Botschaft gegen Putin, gegen Homophobie in Russland und das gerade verabschiedete Gesetz demonstrieren.

Ein schöner Gründungsmythos, den der Verein Enough is Enough über sich selbst verbreitet und mithilfe dessen er sich als richtige Graswurzelbewegung beschreibt. Ganz an der Basis, ganz menschlich, ganz direkt. Das eigene Entsetzen über die Vorgänge in Russland erfolgreich in Energie für die Aktion umgewandelt. Raus auf die Straße, Mobilisierungsvideos mit bekannten Gesichtern der Szene gedreht, Plakate in einem einheitlichen Design entworfen und in Druck gegeben, in den Kneipen und Bars plakatiert, und, und, und… Von einer Idee beim Spieleabend zur kampagnenstarken Initiative mit großem Medienecho in gerade mal einem Monat.

So schön diese Geschichte ist, so wenig glaubhaft ist sie.

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LGBT-Aktionsbündnis hält Mahnwache wegen mutmaßlichen Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien

Ein LGBT-Aktionsbündnis hält Mahnwache vor dem Bundeskanzleramt. Hintergrund sind unbestätigte Berichte über Menschenrechtsverletzungen an Schwulen in der russischen Republik Tschetschenien. Die Aktion richtet sich an die Bundeskanzlerin, die ihren Einfluss auf Putin geltend machen soll.

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