Schlagwort-Archive: Russland

Causa Seppelt

Der selbsternannte Dopingexperte Hajo Seppelt darf nun doch nach Russland einreisen und bei der Fußball-WM vor Ort kräftig mitfeiern. Von seinen Behauptungen über Staatsdoping bleibt indes wenig übrig, sein Kronzeuge hat seine Aussagen widerrufen.

Seppelt, darauf weist die Russische Botschaft in Berlin hin, gilt zwar nach wie vor als unerwünscht, aber …

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„Wie heißt Green Deal auf Russisch?“ Vergiftete Tipps von der Heinrich-Böll-Stiftung für Russland

Die Heinrich-Böll-Stiftung hat sich mit dem Thema der ökologischen Umgestaltung der russischen Wirtschaft befasst. Während die üblichen Verdächtigen ihre bekannten Zerrbilder ausbreiteten, konnten Experten einen realistischeren Blick auf die Lage vermitteln.

Für den 22. November hatte die Heinrich-Böll-Stiftung zur Podiumsdiskussion geladen. Überschrieben war die Veranstaltung mit der Frage: „Wie heißt New Green Deal auf Russisch?“ Interessant war der Abend nicht nur im Hinblick auf das Sachthema selbst, das die Vision eines Wandels der russischen Ökonomie hin zu ökologischem, so genanntem nachhaltigem Wirtschaften anklingen ließ. Interessant war er vor allem dadurch, dass die ideologischen Leitlinien der Heinrich-Böll-Stiftung und ihres ehemaligen Vorstandes Ralf Fücks deutlich sichtbar wurden.

 

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Russische Propaganda 5 – Schusswaffengebrauch der Moskauer Polizei

Es waren mal wieder anti-russische Wochen in der queeren Community Berlins. Man empörte sich erneut über irgendwas, was in Russland vorgegangen sein sollte, wofür aber wieder mal jeder handfeste Beleg fehlte.
Irgendeine deutsche LGBT-Organisation mit Georg Soros und Human Rights Watch als finanz- und  kampagnenstarke Partner im Rücken hatte zu einer öffentlichen Empörungskundgebung gerufen. Es waren als Redegäste Vertreter von anderen Organisationen geladen, die ebenfalls Georg Soros und Human Rights Watch als finanzstarke Partner ausweisen konnten.
Es empörte sich also eigentlich nur Georg Soros und das US-State Department, aber durch den Wechsel der Redner, die unterschiedliche Unterorganisationen des Soroschen NGO-Imperiums und des US-Empörungsdepartments repräsentierten, entstand der Eindruck von Vielfalt, obendrein noch der Eindruck von Wahrheit. Vermeintlich unterschiedliche Quellen behaupteten Ähnliches. Dann musste was dran sein.
Avaaz  durfte nicht fehlen, war daher auch zur Stelle, um möglichst viele Empörungswillige mit einheitlich gestalteten Plakaten auszustatten, damit das ganze auch ordentlich aussah und nicht wie Kraut und Rüben durcheinander gewürfelt wirkte. Ein schön gestalteter, einheitlicher Aufmarsch macht sich im Fernsehen einfach besser.

Ich stand rum und lauschte den Worten eines Redners, der von den Schrecken des Schwulseins in Russland erzählte, da wurde ich von der Seite angequatscht.
„Heftige Scheiße, was die da mit uns machen in Russland, oder?“
Ich konnte mich über meine Behandlung in Russland eigentlich nicht beschweren, im Gegenteil, entschloss mich aber, das für den Moment für mich zu behalten. Ich drehte mich in Richtung der Stimme und blickte in ein paar sehr junge, braune Augen.
„Warst du denn schon mal in Russland?“, wollte ich von meinem Nachbarn wissen.
„Klar! Voll krass da!“, war die Antwort. „Bin Heitor, bin DJ.“ Er bot mir die Hand dar, ich ergriff sie, nannte meinen Namen.
Ob er vom DJ sein denn leben könne, wollte ich wissen.
Er stünde noch am Anfang seiner Karriere, bekäme daher noch Geld vom Amt. Allerdings hätte er ein paar Clubs an der Hand, da würde er seinen Exotenbonus ausspielen, das ging dann schon alles klar, war sich Heitor sicher.
Seine Mutter sei nämlich Afrobrasilianerin, weswegen er auch diesen Schoko-Teint hätte. Aufgewachsen sei er aber hier. Auf eine Waldorf-Schule sei er gegangen, deswegen hätte er sicher auch was Schräges an sich. „Da bleibt was zurück“, meinte er.
Das waren wirklich sehr viele Informationen auf einmal. Das Schräge, das Heitor an sich hatte, schien mir allerdings weniger das Resultat einer anthroposophischen Erziehung, sondern  eher das Ergebnis einer kräftigen Line Speed zu sein, die zu einem ebenso kräftigen Laberflash geführt hatte. „Schoko-Teint“ hätte ich mir niemals erlaubt zu sagen. Hautfarbe ist mir ohnehin schnurz. Aber das sich jemand selbst rassistisch markiert, das war mir neu.
Der Laberflash war noch nicht zu Ende. Es war nämlich so, dass die Abschlussfahrt seiner Klasse an der Waldorfschule ihn nach Russland, genauer nach Moskau geführt hat. Dort gab es nämlich eine große anthroposophische Gemeinde. Seine Schule hätte da guten Kontakt hin. Sie seien da bei den Familien russischer Anthroposophen untergekommen….
Ich hinkte in der gedanklichen Verarbeitung des Gehörten jetzt schon ziemlich hinterher. Es ging alles etwas schnell. Von einem Hang der Russen zur Anthroposophie hatte ich noch nie gehört.  Und dass ein Lehrer sich den Mühen unterzieht, für eine ganze Klasse Visa zu beantragen oder die Eltern von der Notwendigkeit zu überzeugen,  es zu tun, schien mir irgendwie merkwürdig. Es ist ja nicht mit einem Antrag getan, man braucht ja auch noch eine entsprechende Auslandskrankenversicherung, eine Einladung, Verdienstbescheinigung. Ob es sowas wie ein Klassenfahrtvisum für die Russische Föderation gab? All das ging mir durch den Kopf da waren wir allerdings schon beim übernächsten Thema.
Auf seiner Klassenfahrt zu den anthroposophischen Russen ist Heitor nämlich der reine russische Rassismus begegnet. Die Gegend erkundend sei er durch die Moskauer Straßen gezogen, als sich plötzlich, ohne dass er irgendwas gemacht hätte, eine Polizeipatrouille vor ihm aufbaute, ihn auf die Knie zwang und ihm eine Knarre an den Kopf hielt. Einfach so, wegen seiner Hautfarbe. Menschen standen um ihn rum, zeigten mit dem Finger auf ihn, lachten ihn aus und applaudierten den Polizisten.
„Aber die Polizei-Patrouillen in Moskau tragen doch gar keine Schusswaffen! Die sind alle höchstens in deinem Alter und haben gerade mal einen Schlagstock dabei. Das ist doch nicht Amiland“, entfuhr es mir.
Ob ich an seinen Worten zweifeln würde, wollte Heitor wissen.
Eigentlich wollte ich so ziemlich ganz genau das, konnte es aber nicht äußern, denn es ging schon weiter.
Die Polizisten jedenfalls zwangen ihn mit auf die Wache zu kommen, mit der Knarre am Kopf. Dort musste er sich ausziehen und stundenlang nackt in einer Zelle stehen, bis ihn seine Gastfamilie abholen kam.
„Und diese Geschichte findet hier in der Community dankbare Zuhörer?“, wollte ich wissen.
„Du behauptest, dass ich lüge? Du hörst doch, dass das wahr ist, was ich erzähle“, meinte Heitor mit dem Fingerzeig auf die Rednerbühne.

Genau das aber ist das Problem. Über Russland kann man ungestraft so ziemlich jeden Unsinn erzählen, von dem man glaubt, er würde einem die Aura von Interessantheit verleihen. Das Gesagte findet garantiert willige Abnehmer. Je grausamer und brutaler, desto mehr Zuhörer. Da können die Geschichten noch so unstimmig sein. Wenn es um Russland geht, wird in den entsprechenden Kreisen jeder Blödsinn bereitwillig geglaubt. Und nach genau diesem Strickmuster waren auch die beständig wiederkehrenden anti-russischen Wochen der queeren Community gestrickt.

Wer betreibt hier wirklich Propaganda? Eine Einordnung.

Während die aktuelle Medienkrise in Deutschland ihre Ursache auch in der Verschlankung der Redaktionen und groß angelegten Übernahmen von Verlagen in den 1990er Jahren hat, die zu einer starken Konzentration von publizistischer Macht in wenigen Händen geführt hat, ist in Russland das Gegenteil passiert. Die Presselandschaft ist wesentlich breiter und vielfältiger. Einzelne Verlagshäuser geben oft lediglich eine große Zeitung heraus. Die Vernetzungen der Chefredaktionen mit den immer gleichen Think-Tanks, wie das in Deutschland gängige Praxis ist, sucht man in Russland vergebens. Entsprechend breiter ist das Meinungsspektrum, das sich der Öffentlichkeit eröffnet.

Gleiches gilt für Radio und Fernsehen. Der überwiegende Teil des Angebots ist im Gegensatz zum hier verbreiteten Bild übrigens nicht staatlich, sondern privat.

Ausländische Sender und ihre Aufträge

In dieser Presselandschaft agieren freilich auch ausländische Staatssender, die eine politische Agenda verfolgen. Drei dieser Sender sind der US-amerikanische Staatssender Radio Swoboda, die BBC und die Deutsche Welle.

 

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Stabilität statt Chaos – Warum der Westen ein Auslaufmodell ist

Die Stellvertreterkriege, die der Westen gegen Russland richtet, entwickeln sich höchst unterschiedlich. In Syrien kehrt die Normalität zurück, in der Ukraine hingegen stößt das irrationale Vorgehen der Regierung selbst glühende Befürworter vor den Kopf.

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Der russische Außenminister Sergej Lawrow – Vortrag und Diskussion in Berlin

Am 14. Juli war der russische Außenminister Lawrow zu Gast in Berlin. Die Körber-Stiftung hatte ihm ein Podium eröffnet, auf dem Lawrow über aktuelle Probleme sprach. Lawrow legt klar die Sichtweise Russlands dar, analysiert plausibel die westliche Politik sowie die Entwicklung der letzten Jahre und zeigt mögliche Wege aus der Krise. 

Es ist  nichts weniger als ein weiteres Angebot zur Zusammenarbeit auf den aktuell wichtigen Feldern, das Lawrow hier präsentiert.

Wie wenig diese durchweg aufgeklärte Haltung und das dialektische Denken in  der deutschen Polit-Kultur noch vertreten ist, zeigt dann die Fragerunde.

Volker Beck (Grüne) und Elisabeth Motschmann (CDU) sind das Beispiel jener Politiker, die sich selbst nicht mehr um Aufklärung bemühen, sondern nur noch feste Positionen und Sprachregelungen vertreten, ganz unabhängig von einer Überprüfung der Fakten und ohne jedes diplomatische Verständnis. Völlig unkritisch sind sie dem Material gegenüber, dass ihnen seitens irgendwelcher NGO’s zugeliefert wird.

Wenn Volker Beck im Hinblick auf die Situation in Tschetschenien von „Berichten“ über die Verfolgung von Schwulen spricht, müsste er eigentlich wissen, dass das falsch ist. Es gibt keine Berichte, es gibt lediglich einen einzigen Bericht in der Novaja Gaseta. Alle anderen Berichte wie zum Beispiel der von Human Rights Watch oder der Bericht von Vice sind der Zwei- und Drittaufguss dieses einen Berichts. Dort wird nichts Neues hinzugefügt.

Und wenn jede Ermittlungsarbeit seitens der Russen von deutschen Medien, insbesonderen der Organe der queeren Szene noch vor jeder Prüfung infrage gestellt werden, einfach nur weil die Ermittler Russen sind, dann müsste er auch wissen, dass Lawrow recht hat mit seiner Feststellung, es gäbe hier im Westen Russophobie. Ein immens großes Problem, so groß, dass wir es beständig übersehen. 

Sachlich und aus dem Geiste der Aufklärung heraus ist es in keinem Fall, was hier bei uns politisch passiert. Das sieht man deutlich an der Verdrehung der Fakten in Bezug auf die Krim durch Beck. Das von ihm erwähnte Budapester Memorandum über die Grenzen in Europa legitimiert nämlich in keiner Weise einen Putsch, wie er vom Westen in der Ukraine betrieben wurde. Auch lässt sich diskutieren, ob nicht die USA gegen das Memorandum zuerst verstoßen haben. Mit dem Putsch in der Ukraine muss die Erzählung über die Krimkrise aber beginnen, denn ohne ihn ist die Abspaltung der Krim nicht denkbar. Diesen Teil lässt Beck aber geflissentlich aus.

Jenseits jeglicher Vernunft, aus reiner Emotion heraus argumentiert dann Elisabeth Motschmann, Mitglied der CDU und des auswärtigen Ausschusses. Allein schon in der Wortwahl gibt sie jede Verbindung zu einer an den Werten der Aufklärung sich orientierenden Leitkultur preis. Völkerrecht und international Verträge haben für die CDU-Politikerin keinerlei bindenden Charakter mehr. Nur die eigene emotionale Aufwühlung ist ihr Richtschnur.

Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel hat an der Veranstaltung nicht teilgenommen – er ließ sich aufgrund von gesundheitlichen Problemen entschuldigen.

Urlaub in Russland: Die Region Krasnodar

Russland, so ist geht ein weit verbreitetes Vorurteil ist ein kaltes Land. Kaum einer denkt an ausgedehnte Strände, subtropisches Klima mit langen Zypressenhainen und Weinanbau, lauen Nächten und perfektem Badewetter. Genau das allerdings bietet die in Südrussland gelegene Region Krasnodar.

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