Fin de siècle 22

Vom anderen Ende des Geländes hörten wir ein enormes Platschen gefolgt von lautem Lachen. Offensichtlich war einer der Gäste in den Pool gesprungen, gefallen, oder hineingeworfen worden. Ich wollte die Irritation nutzen, um mich zu entziehen. „Da scheint etwas passiert zu sein“, meinte ich und wollte aufstehen.
Sam hielt mich am Arm. So einfach entkäme ich ihm nicht. Ich sei ihm noch eine Antwort schuldig.
Jetzt floss es in mir über.
„Einem besoffenen Pfaffen bin ich keine Antwort schuldig! Ich will sie dennoch geben. Es gibt ein zentrales Problem, das die abrahamistischen Religionen, das Judentum, Christentum und Islam gemeinsam haben.“ Sam sah mich an.
„Das den Dreien gemeinsame Problem ist ganz schlicht“, fuhr ich fort. „Es ist die Tatsache, dass es keinen Gott gibt. Und jetzt sofort loslassen!“
Sam tat es. Ich drehte mich um und verließ die unschöne Szene in Richtung Pool, in dem tatsächlich einer der Gäste angezogen lag und lachte.
Sebastian folgte mir. „Ich kann nicht glauben, dass du das gesagt hast.“
„Ich auch nicht! Ich sollte es aber öfter machen. Hat was Befreiendes. Scheiß auf Political Correctness. Diese Party hier ist doch der letzte Fuck!“

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