Fin de siècle 37

Beim Sturz in den Pool hatte Sebastian sich die Schulter verletzt. Zu sehen war nichts, doch Sebastian fühlte einen Schmerz, der an Intensität beständig zunahm, so als wäre er eben vom Fahrrad gefallen. Susan kümmerte das nicht und auch alle anderen Gäste waren teilnahmslos. Sebastian hatte für einen Lacher gesorgt, jetzt waren alle wieder bei sich, bei ihren Getränken, ihren Drogen und den oberflächlichen Gesprächen. Einige tanzten, manche standen in kleinen Gruppen und unterhielten sich, andere saßen und blickten verträumt in den Himmel. Drauf waren sie alle. Am Buffet wurde bereits die Zuckerdose vermisst. Doch es gab anscheinend noch andere Tigelchen und Töpfchen, die über den Verlust hinwegzutrösten schienen.
Sam der Priester stand am gegenüberliegenden Beckenrand neben einer Poolliege auf der eine dunkelhaarige Schönheit lag, die sich von Sam das Haar streicheln ließ, während sie ihm zuhörte. Ich nahm an, er würde sie missionieren und würde seine erfolgreiche Mission gern mit der Missionarsstellung besiegeln. Zumindest guckte er ihr fast schon unverschämt deutlich auf die enormen Brüste. Sie schien das nicht zu stören, sie lächelte sphärisch, kicherte zwischenzeitlich, um dann wieder zu lächeln. „Total auf Droge“, dachte ich.
Sebastian stöhnte vor Schmerz. „Was für eine Scheiße!“

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