Warum Orlando unsere Freiheit (noch) nicht bedroht

Das, was in Orlando passiert ist, ist furchtbar. Eine Tragödie für die Opfer und die Angehörigen. Eine Tragödie auch für den Täter und seine Familie.

Was ist passiert? Ein junger Mann mit einer schweren psychischen Störung lief Amok, tötete 49 Menschen und wurde schließlich selbst getötet. Es geht in dieser ganzen Tragödie um eine schwere psychische Störung und die Tatsache, dass kein Hilfesystem sie aufgefangen hatte, bevor sie sich in einem brutalen Akt ausdrückte.

Allerdings wird die Frage immer wichtiger werden, was in Orlando nicht passiert ist. In Orlando fand kein Angriff “religiöser Extremisten” auf “westliche Werte” statt. Es ging nicht um Freiheit und Selbstbestimmung versus religiösen Fanatismus.  

Es ist jedoch  zu befürchten, und jetzt kommt der Angriff auf unsere Freiheit, dass uns genau diese zweite, unwahre Geschichte immer wieder erzählt werden wird, mit dem Ziel, unsere Freiheit einzuschränken, um Überwachung auszubauen und die schon vorhandene zu legitimieren (obwohl sie das Massaker nicht verhindert hat), um härter bestrafen zu können, um den schon vorhandenen Keil zwischen einem vermeintlich einheitlichen „uns“ und „den Muslimen“ ein bisschen tiefer in das Bewusstsein zu treiben.
Es geht jetzt schon los, dass Entschuldigungen und Distanzierungen gefordert werden. Muslime und alle, die irgendwie so aussehen, sollen sich bekennen, Homosexuelle als gleichwertig anerkennen. Möglichst alle, möglichst einzeln, gegenüber möglichst jedem und ständig.

Man kann die Opfer dieser Tat vermutlich nicht grausamer verhöhnen als durch diese Instrumentalisierung zur weiteren Spaltung von Gesellschaft.

Nach allem was berichtet wird, hatte sich diese Spaltung schon in Omar Mateen eingetragen und sich in diesem grausamen Akt entladen. Diese Spaltung jetzt gesellschaftlich zu vertiefen, hieße, aus der Tat nichts zu lernen. Allerdings weisen schon jetzt die Zeichen wieder mal in Richtung Lernverweigerung. 

2 Gedanken zu „Warum Orlando unsere Freiheit (noch) nicht bedroht

  1. Oli

    Dankeschön für diesen Kommentar… Es tut so gut zu wissen, dass man mit den Gedanken, die einem durch den Kopf gehen, nicht allein ist… auch wenn durch die Medien der Eindruck entsteht, dass die ganze Welt verrückt geworden ist.

    Antwort
  2. Wadim

    „Muslime und alle, die irgendwie so aussehen, sollen sich bekennen, Homosexuelle als gleichwertig anerkennen. Möglichst alle, möglichst einzeln, gegenüber möglichst jedem und ständig. „–ein schöner Wunsch, aber ich hab noch KEINE Anerkennung HS als gleichwertige gehört.
    Bist du Russe/in, bezahlter von Putler Troll? Na ja, die Wahrheit sagst du nicht.

    Antwort

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