Scheiße erzählen

Die Zeit der langjährigen Vernissagenabstinenz scheint liebesbedingt vorbei. Jedenfalls war ich vorgestern auf einer; das war die mit dem aggressiven Sprechen. Dann war ich gestern auf zwei Eröffnungen. Das war schon nahe an der Überdosierung nach den vielen Jahren. Die hohe Dosis sorgte dafür, dass ich etwas geschwätzig wurde. Und wie das so ist mit der rauschhaften Geschwätzigkeit, ist da wenig Kluges und viel dummes Gelaber dabei.

Wir sahen zunäächst Videokunst und ich verstieg mich zu der These, dass Videokunst in den Neunzigern ihren Höhepunkt erreicht hatte und seitdem nur seicht vor sich hindümpele. Videokunst entwickelete ihr Vokabular sehr zügig, kam dann aber ebenso schnell an eine natürliche Grenze des zu Sagenden, elaborierte ich etwas gelangweilt vom Gesehenen vor mich hin.

Wir wechselten den Ort, Eröffnung Nummer zwei. Wieder Videokunst. Scheiße! Da war etwas Neues, Ungesagtes. Es hätte mir auffallen sollen, dass meine Auseinandersetzung mit Videokunst irgendwann um das Jahr 2000 und mit Bill Viola aufhörte. Doch ich war wohl etwas zu berauscht von meinem eigenen Gelaber. Kann passieren. Auf jeden Fall war das von mir Geäußerte Quatsch. Doch ganz unabhängig vom Bezug ist die Aussage, irgendein System von Sprache könne an seine natürliche Grenze stoßen, sowas von haltlos blöde, dass ich mich dafür schäme. Sogar etwas mehr als nur ein bisschen, denn es war nicht mal Alkohol im Spiel.

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