Die Betriebsversammlung 46

Gregor beendete in diesem Moment sein Telefongespräch mit Anna. Er hatte seiner Freundin über den vergangenen Abend und, so fern ihm erinnerlich, über die vergangene Nacht berichtet. Er hatte ihr von seiner Überraschung berichtet, bei Olaf Graf aufgewacht zu sein. Er hatte viel von Olaf gesprochen, was für ein toller Kerl der sei und wie sehr er ihn schätze. Anna hatte sich interessiert gezeigt, ihn bei nächster Gelegenheit kennen zu lernen. Sie hatten dann noch etwas über Annas gestrigen Tag gesprochen, sie hatte etwas von Druck und Überlastung erzählt, wobei Gregor sich eine Zigarette angezündet hatte. “Rauchst du wieder?”, hatte Anna gefragt, die die Geräusche richtig gedeutet hatte. “Nur ein oder zwei am Tag”, war Gregors Antwort gewesen. “Wegen dem Geschmack.” Anna erklärte dann zwei Zigarettenlängen lang, warum sie sich in ihre Studium überfordert fühle, beschrieb den Druck, unter dem sie stand und fing an zu weinen, als sie davon sprach, dass sie alles nur noch in Eile und gehetzt machen würde, sie aber einfach nur noch müde sei. Gregor hörte zu, versuchte zu trösten, so gut es ging.
Anna schlug vor, später nochmals zu telefonieren. Sie wusste nicht, ob sie den Abend allein oder mit Gregor verbringen wollte. Sie wollte ein paar Stunden Zeit haben, um das heraus zu finden. Gregor willigte ein. Nachdem er das Gespräch beendet hatte, fuhr er seinen Rechner hoch und zündete sich eine weitere Zigarette an. Er dachte an Olaf. Schade, dass er schwul war, fand Gregor. Ansonsten ist Olaf ein wirklich toller Typ. Cool drauf, fit in der Birne, eigentlich ein Vorbild. Nur leider schwul. “Naja, irgendeinen Mangel hat jeder”, sagte sich Gregor. “Vielleicht kann er ja wirklich nichts dafür.” Gregor hing der Idee an, falls  die Richtige dereinst Olafs Weg kreuzen würde, würde er seine komischen Homogedanken vergessen und auf den Pfad der heterosexuellen Tugendhaftigkeit zurückkehren. Es hat jeder mal so eine Phase, dachte Gregor bei sich, und bei manchen dauert die Phase eben länger. Warum Greogr sich Olaf lieber heterosexuell wünschte, wusste er nicht zu sagen, dass er es tat, fiel ihm selbst gar nicht auf. Er wandte sich seinem PC zu und fing an zu spielen.

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