Anmerkungen zu Kritik

In meiner letzten Veröffentlichung zur Wahl Trumps habe ich geschrieben, dass durch die Irritation der Wahl Trumps für einen kurzen Moment Machtverhältnisse sichtbar wurden, die nicht inszeniert waren. In diesem Zusammenhang vertrat ich die These, es sei deutlich geworden, dass Deutschlands Eliten eben keine Vasallen der USA sind, sondern ein wesentlicher Motor eines Projekts des Umbaus von Gesellschaft.

Diese Ansicht wurde kritisiert. Ich will den Gedanken jedoch nicht einfach aufgeben, sondern ihn vielmehr präzisieren, denn es scheint mir, als habe ich einfach zu kurz und zu undeutlich formuliert.

Was meines Erachtens in dem Moment sichtbar wurde, als die Ergebnisse Trump als eindeutigen Gewinner auswiesen und der Shitstorm in den deutschen Medien nochmal verstärkt gegen ihn losbrach, sowie zentrale Vertreter der deutschen Politik jeden Anstand fallen ließen, das was in diesem Moment sichtbar wurde, kann nicht mit dem Ausdruck gefasst werden, Deutschland sei ein bloßer Vasall der USA.

Wäre das so, wäre die Folge dieses für Mainstreammedien und Politik offensichtlich überraschenden Sieges ein Moment des Schweigens gewesen. Stille und ein abwartendes Ducken wäre die logische Haltung gewesen, beides mit der Absicht, herauszufinden, was nun vom Hegemon erwarten würde.
Dass das nicht so war, bedeutet, die Grenzlinien liegen eben wo ganz anders als es in dem Ausdruck von Deutschland als Vasall gegenüber dem Hegemon USA zum Ausdruck kommt. Diese Grenzlinie ist nicht geographisch, die hier die Hierarchie bestimmt. Diese Grenzlinie ist vielmehr ideologisch zu denken. Weiterhin ist sie zu denken als Linie, die einen gut vernetzten Zirkel der Elite umgreift.

Dann wird aber deutlich, dass Deutschland als ganzes kein Vasall der USA ist. Zweifellos richtig ist, dass die Bürger Deutschlands als Vasallen gesehen werden, allerdings nicht gegenüber den USA als einer Leading Nation, sondern gegenüber einem elitären Kreis, der auch mit Deutschen gut besetzt ist. Zu diesen Deutschen zählen sich offensichtlich Steinmeier und von der Leyen ebenso wie Özdemir und Vertreter der Mainstream-Medien und die etwas unsichtbareren hinter ihnen wie Mohn und Springer. Sie sind es, die den Vasallenstatus nicht nur aufrecht erhalten wollen, sie sind es, welche die Ordnung einfordern und auch an ihrem Erhalt und ihrer Ausdehnung mitarbeiten. So laut das Bashing war, so deutlich wurde, wie wenig es hier um die Interessen Deutschlands geht. Von der Leyen, Schäuble und wie sie alle heißen, vertreten eine Politik der Unterjochung der Mehrheit zugunsten einer kleinen Elite, der sie sich zurechnen. Dieser Stab wird eher einen Regimechange in den USA betreiben als das gegen die Mehrheit gerichtete neoliberale Projekt aufgeben.  

7 Gedanken zu „Anmerkungen zu Kritik

  1. Suchende

    Ja, das Verhältnis BRD-USA ist komplizierter, wie Sie ja auch schreiben. Allein schon abzulesen daran, dass die EU eine eigene MIlitärmacht aufbauen will. Sicher, um NATO-Kriege zu unterstützen, aber da gibt es auch BRD-eigene Vorstellungen hinsichtlich der Eroberung von Absatzmärkten und geopolitischen Vorteilen. In Afrika ist das deutlich erkennbar. Die Kanzlerin sprach von „Augenhöhe“ gegenüber Trump, und das sollte man nicht überhören.

    Antwort
  2. Der Souverän

    „Stille und ein abwartendes Ducken wäre die logische Haltung gewesen, beides mit der Absicht, herauszufinden, was nun vom Hegemon erwarten würde.“

    Man kann dem Bankster- Wirtschafts- und Politschundadel ja vieles andichten und unterstellen, aber eines mit Sicherheit nicht – Logik.

    Logisches Handeln – kann nur basierend auf Beachtung der Faktenlage, der Realität, der Wahrheit erfolgen – ist bei dem Schundadel nicht nur nicht vorgesehen, es ist weit mehr als verpönt, fast schon sträflich.

    Logisches Handeln führte unweigerlich zu Weltweitem Frieden und Wohlstand.

    DAS SOLCH EIN ZIEL NICHT GEWOLLT IST, JA MIT ALLEN MITTELN KONTERKARIERT WIRD, IST ABSOLUT OFFENSICHTLICH!!!

    „Dann wird aber deutlich, dass Deutschland als ganzes kein Vasall der USA ist. Zweifellos richtig ist, dass die Bürger Deutschlands als Vasallen gesehen werden, allerdings nicht gegenüber den USA als einer Leading Nation, sondern gegenüber einem elitären Kreis, der auch mit Deutschen gut besetzt ist.“

    Sowohl als auch würde ich sagen. Vasall ist auch das falsche Adjektiv um die gesamte Unterjochung zu beschreiben. Vassallen sind ohne Zweifel die Regierungen. In dem Fall die deutsche Regierung die der US Regierung.

    Das Verhältnis deutscher Schundadel – gerne völlig fälschlich als Elite bezeichnet – zum deutschen Volk ist eher ein Chef- Angestelltenverhältnis. Wobei der gemeine Arbeiter/Angestellte durchaus auch als Sklave an-gesehen werden kann und wird.

    Weltweit ist dieses Verhältnis nicht anders und hängt allein von der monetären Größe ab.
    Der Millionär hierzulande, ist für den amerikanischen Milliardär auch nichts anderes als ein Hanswurst – und beide wissen das.

    Alles steht irgendwie auf dem Kopf. Wenn wir etwas auf die Füße stellen wollen, sollten wir schnell damit anfangen. Aller Anfang ist immer die Erkenntnis, das Verstehen.

    Wir müssen endlich erkennen, das nicht die Chefs uns bezahlen, sondern wir die Chefs.
    Und weil wir so viele sind, bezahlen wir die Chefs exorbitant gut, eben weil wir alle sie bezahlen und sie nur wenige sind.

    UND WER DIE MUSIK BEZAHLT, BESTIMMT AUCH WAS GESPIELT WIRD!!!

    Wir müssen auch erkennen, das WIR DIE ARBEITGEBER SIND! Nicht die Chefs geben uns Arbeit, wir geben ihnen unsere Arbeit-skraft. Aber wie heißt es so schön in der Bibel: Geben ist seliger denn nehmen. Also haben die Chefs bestimmt – wir sind die Arbeitgeber.

    Wir müssen einfach unsere Kräfte vereinen und alles peu a peu wieder auf die Füße stellen.
    ZUSAMMEN sind wir nicht nur ultrastark, ZUSAMMEN sind wir unschlagbar und können alles durch und umsetzen!!

    Tun wir dies nicht, passiert genau das was eben schon lange passiert.

    „Als nächstes wird der Staatsmann billige Lügen erfinden, die die Schuld der angegriffenen Nation zuschieben, und jeder Mensch wird glücklich sein über diese Täuschungen, die das Gewissen beruhigen. Er wird sie eingehend studieren und sich weigern, Argumente der anderen Seite zu prüfen. So wird er sich Schritt für Schritt selbst davon überzeugen, dass der Krieg gerecht ist und Gott dafür danken, dass er nach diesem Prozess grotesker Selbsttäuschung besser schlafen kann.“
    Mark Twain – ‚Der geheimnisvolle Fremde‘

    „Wir sind jetzt ein Imperium“, sagte ein Bush-Berater zu dem Journalisten Ron Suskind von der „New York Times“, „und wir schaffen uns unsere eigene Realität. Während Sie diese von uns geschaffene Realität studieren, schaffen wir bereits neue Realitäten, die Sie wiederum studieren können. Wir sind die Akteure der Geschichte, und Ihnen, Ihnen allen bleibt nichts, als die Realität zu studieren, die wir geschaffen haben!

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  3. Andreas Johannes Berchtold

    Mit ihrem Artikel liegen Sie richtig. Danke.

    Der einsichtswilligere, sich der Multipolarität einfügen wollende neue US-Apparat entspricht nicht mehr den patanoiden Interessen des pathokratischen imperialistisch-faschstoiden deutschen Regime, weshalb es sich nicht mehr hinter dem scheidenden weltimperialistisch terrorisierenden US-Apparat verstecken will.

    Antwort
  4. Rolf Teuchert

    Auch ich habe voller Überraschung feststellen müssen, dass unsere politische Klasse völlig freiwillig die Politik von Obama, Merkel und Clinton unterstützt.
    Leider kann ich nicht zustimmen, das Deutschland von einer kleinen Elite unterdrückt wird.
    Einer US-Seite habe ich den Gedanken entnommen, die Geschichte doch ruhig einmal wieder, als die Geschichte von Klassenkämpfen zu interpretieren. Die Arbeiterklasse, hat allerdings schon lange nichts mehr zu melden. Bis in die 70er Jahre herrschte die Managerklasse (etwa Albert Speer, Helmut Schmidt; unterstützt von den Industriearbeitern). Seitdem herrscht eine neue Klasse, manchmal auch verbale Klasse genannt. Ich beschreibe sie mal so: es gehören alle dazu, deren Arbeitsplätze auch von Frauen mit hohen Absätzen und langen Fingernägeln ausgeübt werden könnten. Diese Klasse verfügt bei uns über eine satte Mehrheit.

    Wenn diese Klasse, auch nur einigermaßen vernünftig, die eigenen Interessen verfolgen würde, dann würde sich der Schaden ja noch in Grenzen halten. Wie müssen uns aber auch mit der Ideologie dieser Klasse befassen. Hier hat mir ein englisch übersetzter Artikel aus Russland die Augen geöffnet: Es sind Trotzkisten!
    Damit meinen die Russen: Sie verfolgen eine abstruse Heilslehre. („Demokratie und Menschenrechte“ gelten universal; man muß sie notfalls auch mit Krieg überall verbreiten. Wenn das geschafft ist, dann folgt das Himmelreich auf Erden)
    Außerdem verstehen die Russen unter Trotzkisten völlig vaterlandslose Gesellen. (Die Trotzkisten wären bereit gewesen, auch Russland im Feuer der Weltrevolution verbrennen zu lassen.)

    Allerdings glaube ich, das unsere herrschende Klasse nicht bewußt, sondern aus purer Dummheit auf den 3. Weltkrieg zusteuert. Es ist doch ganz einfach: Kriegstreiber sich böse Menschen, Gutmenschen sind aber gute Menschen. Gutmenschen sind also keine Kriegstreiber.
    Zu den unangenehmen Erkenntnissen der Berichterstattung nach der Trumpwahl gehört auch, das sich hierzulande kaum noch jemand für den Frieden interessiert. Nur wenige, wie zum Beispiel Willi Wimmer, können jetzt nachts deutlich besser schlafen. Unsere Lückenpresse hat ja auch kaum (oder gar nicht?) darüber informiert, das die Russen erst vor kurzen, übungsweise 40 Millionen Menschen in die Bunker geschickt haben.

    Wer wirklich etwas verändern will, der kommt nach den hier formulierten Erkenntnissen nicht umhin, sich mit national denkenden Menschen zu verbünden. Und noch ein ganz böser Gedanke zum Abschluss: Nach meiner Definition gehören Polizei und Armee nicht zur herrschenden Klasse.

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    1. Suchende

      Na, das ist ja ein ziemliches Durcheinander. Recht hätten Sie, wenn Sie geschrieben hätten, dass die Arbeiterklasse verkleinbürgerlicht worden ist durch etliche Maßnahmen des Staates.
      Deshalb hat sie nichts mehr zu melden. Ich geben Ihnen recht, die Arbeiterklasse gibt es noch, das sind alle Menschen, die lohnabhängig und ausgebeutet vom Kapital sind. Wenn Sie der herrschenden Klasse aber lediglich Dummheit unterstellen, befinden Sie sich auf einem Holzweg. Nein, dumm ist sie nicht, sie verwirklicht konsequent die Forderungen der wirklich herrschenden Klasse in diesem Land: des Finanz- und Industriekapitals. Und übrigens, Trotzkisten wollten die Sowjetunion im zweiten Weltkrieg nicht im Feuer der Weltrevolution verbrennen lassen, sondern sie an den faschistischen Staat Deutschland ausliefern. Ja, Russland bereitet sich auf einen Überfall durch die NATO vor. Ist das nicht verständlich nach allem, was bisher geschehen ist. Und ob Willy Wimmer jetzt besser schlafen kann, das muss sich erst noch erweisen. Und was sind eigentlich „national denkende Menschen“? Nazis, AfD-Anhänger? Nichts gegen Liebe zum Vaterland, aber Sie glauben doch nicht allen Ernstes, dass diese Brut wahrhaft ihr Vaterland liebt? Nein, ich sehe das anders: Ich liebe dieses Land sehr, es ist das, in dem ich geboren wurde und das ich zu einem großen Teil kenne, und ich bin nicht bereit, es diesen Leuten zu überlassen, nicht den Nazis, nicht der AfD, nicht dem Kapital. Mir wurde neulich erst von einem Dummkopf angeboten, doch auszuwandern, wenn es mir hier nicht gefällt. Und der gehörte sicher zu den „national denkenden Menschen“.

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  5. Norbert Berentz

    Im Prinzip und vielen Details eine m.E. sehr gute und zutreffende Beschreibung der Lage, insbesondere auch was den (gerade von Systemkritikern) oft behaupteten Vasallenstatus Deutschlands angeht. Es ist aber gerade die Partei Die Linke, die das genauso sieht (s. Programm) und auch immer wieder deutlich beim Namen nennt (Gysi, Lafontaine, Wagenknecht, Bartsch et al). Deshalb stimmt Ihre diesbezuegliche Einschaetzung der deutschen Linken (inkl. Antifa) einfach nicht bzw. Sie haben erst gar nicht hingeschaut, weil sie Ihnen zu schwach und unbedeutend erscheinen – oder Sie zaehlen Die Linke (weil sie ja in den Parlamenten sitzt und hier und da mitregiert) ebenfalls zu den „Eliten“, zur sog. „politischen Klasse“ (was immer das ist) bzw. zum Establishment. Der Staat und sein Sicherheitsapparat sehen das allerdings anders …

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