Fin de siècle 16

Kate wandte sich das Thema wechselnd an Sebastian. Ob wir denn schon mit ihrem besonderen Liebling Andrew gesprochen hätten, wollte sie von ihm wissen. Sebastian verneinte, was Kate zum Anlass nahm, Sebastian an ihre linke und mich an ihre rechte Hand zu nehmen. „Ich bringe euch zu ihm.“ Sie führte uns in Richtung Haupthaus. Susan stand seitlich am Haus, umringt von Gästen. Sie lachten, der Stoff von Susans Kleid wurde befühlt und offensichtlich für gut befunden. Kate ließ meine Hand los und winkte Susan zu, Susan winkte zurück. Kates Lippen formten lautlos das Wort „Andrew“ wobei sie mit dem Finger in Richtung Haus deutete. Während Susan zu einer Bemerkung lächelte, die eben zu ihrem Kleid gemacht wurde, nickte sie Kate zu. Kate ergriff meine Hand und führte Sebastian und mich ins Haus. Wir durchquerten zügig das Foyer und das anschließende Wohnzimmer. Kate klopfte an eine Tür, die sie ohne eine Antwort abzuwarten öffnete. Wir blickten auf Andrew und sahen, wie er ein kleines Tütchen in seiner Anzugtasche verschwinden ließ.
„Andrew mein Schatz, schau wer da ist. Sebastian und ehh …“ Sebastian half mit meinem Namen aus. „Ich lass euch drei Jungs mal alleine, Ihr habt sicher einige Jungs-Geheimnisse auszutauschen, die mich gar nichts angehen und die ich auch gar nicht wissen will“, meinte Kate, die sich daraufhin zurück zog. Mir war nicht ganz klar, welche Geheimnisse ich mit einem mir nahezu Unbekannten austauschen sollte. Unmittelbar darauf ging es auch gar nicht um Geheimnisse. Andrew wiederholte die „So-good-to-see-you“-Nummer, die Kate vor einigen Minuten draußen aufgeführt hatte nun hier im Zimmer. Zunächst mit Sebastian, dann mit mir. Der Unterschied bestand allerdings in einer deutlich stärkeren Körperlichkeit. Andrew drückte, herzte und küsste zunächst Sebastian und dann mich. Er tat dies trotz unserer relativ jungen Bekanntschaft ganz ausgiebig und intensiv. Neben einem recht deutlichen Geruch von Alkohol und Zigaretten nahm ich noch den eines teuren Eau de toilettes und den von Erbrochenem wahr.
Dann ging es plötzlich doch um Geheimnisse. Andrew fragte, ob wir Lust hätten, Folie zu rauchen. Er zog das Plastiktütchen aus seiner Tasche, in dem sich ein braunes Pulver befand. Kate hätte zwar nichts gegen Kiffen, Ecstasy und Speed. Auch Kokain würde sie tolerieren, wenn es nicht zu häufig wäre. Aber mit Heroin könne sie leider nichts anfangen, einmal wäre sie deswegen sogar richtig ausgetickt, weshalb es besser wäre, wenn wir die Tür nun abschließen würden.

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