Die Kynast-Dialoge. 1. Teil

Ein Korrespondent des zdf kommentierte einen Beitrag von RT Deutsch auf Twitter positiv. Ich fand das erstaunlich und entschloss mich, ihm zu folgen. Was ich danach erst verstand: Diese vermeintlich positive Kommentierung konnte nur ironisch gemeint sein. Dennoch schien mir dieser neue Kontakt gewinnbringend, weshalb ich ihn aufrecht erhielt. Der Korrespondent war Andreas Kynast. Auf Twitter ist er ausnehmend aktiv, kommentiert alles und jeden, oft in ausnehmend aggressiven Ton, meist verbunden mit einem grundlegenden Mangel an Themenkompetenz. Es wird ganz schnell deutlich: Um Dialog, Austausch, Einblick in andere Sichtweisen, Verständnis – um all dem geht es ihm nicht. Es geht ihm um Durchsetzung einer bestimmten Sichtweise, die wiederum eingebettet ist in eine bestimmte Ideologie. Von dieser Ideologie, in die er eingebunden ist, die er massiv vertritt, weiß Andreas Kynast nichts. Er hält seine Welt für den natürlichen Zustand, das finale Ziel historischer Entwicklung. Einfach normal eben. Er kann seine Sicht daher auch nur sehr bedingt reflektieren.

Damit ist Andreas Kynast das, was Ulrich Teusch in seinem Buch “Lückenpresse” den “Mainstream im Mainstream” nennt. Er markiert gleichsam emblematisch den Ort journalistischen Versagens. Aus diesem Grund ist eine Auseinandersetzung und Aufarbeitung geboten, lässt sich an ihr doch zeigen, was gerade in der deutschen Medienlandschaft so grundlegend schief läuft und für ein zunehmendes Unbehagen sorgt.

Beginnen will ich mit einem Text von mir, der auf RT Deutsch erschienen ist. Es geht darin um die Frage, warum es in Russland keine Gay Prides gibt. Ich habe einen Link zum Text gewittert und erhielt darauf unmittelbar eine Antwort von unserem zdf-Korrespondenten.

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Hier entspann sich dann ein Gespräch, das Diskussion zu nennen sich verbietet.

Im zweiten Teil werde ich auf den Inhalt und die Struktur des Gesprächs eingehen.

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