Archiv der Kategorie: Reisen

Urlaub in Russland: Die Region Krasnodar

Russland, so ist geht ein weit verbreitetes Vorurteil ist ein kaltes Land. Kaum einer denkt an ausgedehnte Strände, subtropisches Klima mit langen Zypressenhainen und Weinanbau, lauen Nächten und perfektem Badewetter. Genau das allerdings bietet die in Südrussland gelegene Region Krasnodar.

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Demo auf der Krim gegen Aggression

Während in Deutschland, der EU und der NATO die Angliederung der Krim an Russland als das Beispiel schlechthin für die russische Aggression gilt, und daher als Begründung dafür herhalten muss, die militärische Präsenz an der Ostgrenze der NATO zu verstärken und dort vertragswidrig dauerhaft Soldaten zu stationieren, verorten die Bewohner der Krim die Aggression ganz woanders.

Vorgestern fand in Jalta eine Demonstration gegen die nächste NATO-Aggression, die geplante Stationierung von US-Amerikanischen Kriegsschiffen im Schwarzen Meer vor der Küste der Krim statt.

Zur Demo, in deren Verlauf mehrere hundert Menschen zusammen kamen, hatte die Partei “Einiges Russland” aufgerufen. Die Rede der Abgeordneten Jaltas der Partei Irina Michailowna Aleekseiwa habe ich dokumentiert.

Sie erzählt die Geschichte des Plakats, das sie in Händen hält. Es sei zehn Jahre alt. Schon damals seien NATO-Verbände vor der Krim gekreuzt. Auch damals hätten sich Menschen im Protest versammelt. Sie äußert sich besorgt über die zunehmende Aggression, sieht einen neuen Faschismus im Westen heraufziehen.

Man sollte genau auf die geäußerten Ängste und Argumente hören, denn es ist wichtig, diese auf der Krim, in Russland und zunehmend auch im Westen verbreitete Positionen zur Kenntnis zu nehmen, wenn man bestrebt ist, den Konflikt diplomatisch lösen.
Dass genau dies nicht geschieht, gibt den Menschen recht, die in der NATO ein zunehmend gefährlicher werdendes Angriffsbündnis sehen, gibt denjenigen gute Argumente an die Hand,  die glauben, dass der Westen an diplomatischen Konfliktlösungen nicht interessiert ist, sondern absichtsvoll eine Eskalation der jeweiligen Situation betreibt.

Unterstützt wird die Forderung nach Abzug der Kriegsschiffe übrigens vom NATO-Mitgliedsland Bulgarien. Das verdeutlicht am besten, wie gefährlich die Lage inzwischen ist. Selbst den NATO-Mitgliedsländern ist die NATO inzwischen zu aggressiv.

Die Krim, der Westen und sein Problem mit Referenden

Annexion meint eine gewaltsame Abspaltung eines Landesteils von einem Staatsgebilde und dessen Eingliederung in ein anderes. Der zentrale Punkt ist hier die Gewalt, die durch den eingliedernden Staat ausgeübt werden muss.

Auf der Krim lief das ganz deutlich anders. Es gab ein Referendum, bei dem sich die Mehrheit zu einer Abspaltung von der Ukraine und zu einer Angliederung an die Russische Föderation entschied.

Es mag da aufgrund der Umstände Schönheitsfehler gegeben haben, allerdings könnte man die Abstimmung beliebig oft wiederholen, im Ergebnis würde sich grundsätzlich nichts ändern. Im Gegenteil. Den Menschen hier ist deutlich, die Alternative zu Urlaubsidylle, wirtschaftlichem Aufschwung und Prosperität wäre ein tobender Bürgerkrieg. Donezk und Luhansk sind von der Grenze rund zweihundert Kilometer entfernt. Man hat die Alternative gleichsam vor Augen.

Dass der Westen das Referendum auf der Krim und die Angliederung an Russland nicht anerkennt, sagt viel über dessen Abkehr von demokratischen Prinzipien aus. Man muss zu einer völlig neuen Auffassung des Völkerrechts kommen, um die Vorgänge auf der Krim so eindeutig mit dem Wort “Annexion” benennen zu können, wie das bei uns passiert. Diese geänderte Auslegung des Völkerrechts bedeutet dann aber, dass das Selbstbestimmungsrecht aufgehoben wird, die Bürgerinnen und Bürger grundsätzlich nichts mehr zu sagen haben, wenn es nicht in die gerade herrschende Politik passt.

Das, was die Europäischen Union schon im kleinen praktiziert, die Missachtung von Referenden und Wahlen, die nicht das gewünschte Ergebnis bringen, wird auf das Völkerrecht appliziert. Eine brandgefährliche Entwicklung, zumal der Begriff der Annexion eine Legitimation für einen Angriffskrieg darstellt.

Obwohl die Krim zusätzlich zu den bestehenden Sanktionen gegen Russland einem erweiterten Sanktionsregime unterliegt, prosperiert die Halbinsel. Während im vergangenen Jahr die Hotels bereits gut gebucht waren, konnte die Nachfrage in diesem Jahr offensichtlich noch gesteigert werden. Auf der kurzen Strecke zwischen Moskau und Simferopol verkehren inzwischen Boeing 747 im Pendelverkehr. Der kleine Flughafen ist für derart große Maschinen nicht ausgelegt, dennoch gelingt das logistische Unternehmen.

Russische Kreditkarten funktionieren inzwischen auf der Krim wieder, Russland hat ein eigenes Bezahlsystem entwickelt. Kreditkarten aus dem Westen sind weiterhin von den Sanktionen betroffen. Man muss mit Bargeld anreisen. Eine lächerliche Maßnahme, wie man sich hier vor Ort überzeugen kann, denn den Umsätzen tut das keinen Abbruch.
Diese Sanktion wie auch das Verbot für Reisen auf die Krim zu werben erschwert den Bürgern der Europäischen Union lediglich den Zugang zu diesem herausragend schönen, historisch bedeutsamen und interessanten Ort.
Einige Impressionen gibt es hier, hier und hier.