Moskau – Ein Reisebericht

Der Vorlauf zu meinem Besuch im Moskau begann schon 2013. Am 31.08.2013 um genau zu sein. An diesem Tag versammelten sich tausende Demonstranten vor der Russischen Botschaft in Berlin um gegen ein Gesetz zu protestieren, das unter dem Schlagwort Homophobie-Gesetz die deutsche und westliche Öffentlichkeit empörte. Ich hatte mich auch empören lassen und lief mit.
Eine ausgesprochene Dummheit, für die ich mich heute schäme. Ich schäme mich deshalb, weil ich all das, was ich im Nachklang der Demonstration an Recherche unternahm, vorher hätte unternehmen sollen. Hätte ich es getan, wäre ich nicht hingegangen.  Doch immerhin war das der Tag, an dem Russland überhaupt wieder in meinen Gesichtskreis rückte.
Aus diesem war es unbemerkt Mitte der neunziger Jahre verschwunden. Unter Gorbatschow war ich euphorisch, glaubte an Annäherung und Zusammenarbeit, unter Jelzin wollte ich meine Ausgabe von Marx‘ „Das Kapital“ ins Antiquariat bringen. Dann war es still. Manchmal plätscherte es noch ein bisschen, Georgienkrieg, Tschetschenien, aber das war alles weit weg.
Erst 2013 wurde ich durch Putins perfide Attacke auf die Schwulenrechte aus meinem Schlaf gerissen. Vehement! Ein bisschen zu vehement allerdings.
In der Monate andauernden Berichterstattung über die schwindenden Rechte von Schwulen, Lesben und Transsexuellen in Russland sah es nämlich in den deutschen Medien so aus, als würde sich Bundespräsident Gauck schützend vor die queere Community stellen und aus Protest nicht nach Russland zu den Olympischen Spielen nach Sotchi reisen. Das war dann doch zu viel des Guten, in keiner Weise mehr glaubhaft, löste daher bei mir die allergrößte Skepsis aus.
Dass in Russland Schwule und Lesben unter Druck sind, diesen Schritt war ich bereit, ohne Überprüfung mitzumachen, es schien mir plausibel. Dass ein Bundespräsident deshalb ein Land diplomatisch brüskiert, das war doch deutlich zu viel der Solidaritätsbekundung, zumal gleichgeschlechtliche oder, um es in der russischen Diktion zu sagen, nicht traditionelle Lebensentwürfe hier in Deutschland, Europa und dem Westen ebenfalls umstritten sind, sich auch nicht gerade einer langen, jahrhundertealten Tradition erfreuen. Es ist auch hier ziemlich neu, das gleichgeschlechtliche Partnerschaften schützenswert sind.
Also setzte ich mich hin und suchte nach einer deutschen Übersetzung des besagten Gesetzestextes, der fortan die russischen Schwulen und Lesben von jeder Beteiligung am öffentlichen Leben ausgrenzen würde, der sie der Gewalt von Nazi-Schlägern überließ, ohne dass die Polizei eingriff, die einem klerikalen Mob das Recht gab, Homosexuelle zu misshandeln und zu drangsalieren. Ich suchte und ich wurde auf paradoxe Weise fündig, denn ich fand – nichts!
Da braust ein Sturm der Empörung durchs Land, da werden Schreckensszenarien beschworen, wie in Russland Lesben, Schwule und Transsexuelle in grausamster Weise unterdrückt werden, da wird dem Präsidenten der Russischen Föderation unterstellt, er wäre persönlich verantwortlich, würde aufgrund seiner Homophobie einem Monarchen gleich einfach mal so homophobe Gesetze erlassen, da wird die Schwulenfeindlichkeit einer ganzen Nation konstatiert, da wird all dies behauptet und der Stein des Anstoßes, das Gesetz selbst findet sich in den Weiten des Internets nicht in einer Deutschen Übersetzung? Das war ausgesprochen interessant.
Inzwischen bin ich, was das Gesetz angeht schlauer. Es handelt sich um Ergänzungen in einigen Gesetzen des Zivilrechts. Nicht des Strafrechts wohlgemerkt und es geht ausschließlich um Jugendschutz. Das Wort Homosexualität kommt nicht vor. Ich will jetzt nicht in die Tiefe von Gesetzestexten eintauchen, ich bin kein Jurist.
Allerdings ist für mich zu meinem eigenen Erstaunen der Eindruck entstanden, die Gesetzeslage sei in der russischen Föderation trotz des Gesetzes in vielerlei Hinsicht deutlich liberaler als sie es zum Beispiel in zahlreichen Bundesstaaten der USA ist.
Dieses Erlebnis weckte eine größer werdende Skepsis im Hinblick auf unsere Berichterstattung gegenüber Russlands. Diese Skepsis kam keinen Augenblick zu früh, denn inzwischen zog die Ukrainekrise herauf und die Schärfe, die die deutschen Medien gegenüber der Russischen Föderation an den Tag legten, nahm mit jedem Tag ein bisschen zu. Spätestens als der Bürgerkrieg ausbrach, überschlugen sich die deutschen Medien mit Falschmeldungen, die als Lügen zu bezeichnen man kaum vermeiden kann.
Leider, das stellte ich bei dieser Gelegenheit auch fest, konnte man all das Geschreibsel von der angeblich ebenfalls stattfindenden russischen Propaganda nicht überprüfen, ich konnte kein Russisch, war daher darauf angewiesen, dass die Information in der Presse stimmte. Dieser misstraute ich jedoch inzwischen zutiefst, es war einfach in sich nicht schlüssig und evident.
Um dem Abhilfe zu schaffen, buchte ich einen Sprachkurs und suchte per Internet nach Kontakten nach Russland, was erstaunlich leicht gelang.
Die Informationen, die von dort kamen, waren diametral zu denen, die hier in den Medien verbreitet wurden. Natürlich war nicht alles super, wo war es das schon. Außerdem pflegt man in Russland, inzwischen weiß ich das, eine gewisse Larmoyanz. Meine russischen Freunde waren gegenüber ihrem Land viel kritischer als wir es gegenüber unserem sind. Wir sind im Hinblick auf uns selbst recht blind und ungesund selbstzufrieden. Wir sind Exportweltmeister, das ist doch super. Wir sind Wirtschaftslokomotive, wir sind das Modell für Europa.
Die Problematik, die sich hinter all dem verbirgt, übersehen wir mit einer Mischung aus Arroganz und Ignoranz.
Der Larmoyanz ungeachtet meinten alle meiner Kontakte, die Freiheit habe nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zugenommen, erheblich zugenommen. Das war der Tenor, der mir entgegenschlug. Und noch etwas wurde mir deutlich: Im Gegensatz zu unserer Selbstwahrnehmung betrachten uns meine russischen Freunde keineswegs als frei, sondern als am Gängelband der USA gehalten. Aus dieser Perspektive erscheint Russland mit Berechtigung viel freier. Und dieser Anspruch, in vielerlei Hinsicht, vor allem aber politisch freier zu sein als die Menschen in der Bundesrepublik, zog sich wie ein roter Faden durch meine Unterhaltungen. Ein Augenöffner! Eine diskussionswürdige Perspektive.
Spätestens dann wurde mir klar, ich müsste dringend mal nach Russland, um mir selbst ein Bild zu machen. Ich hatte das Gefühl, keine zwei Flugstunden von hier ist eine Welt, zu der ich keinen Zugang hatte, ein völlig unbekanntes Terrain, eine andere Sicht, die man dringend wahrnehmen muss, denn sie könnte viel erhellen.
Wenn in Florida die Schulkinder aufgrund des Wetters auf ihrem Weg zur Schule einen Schal tragen müssen, wurde ich darüber umfassend bis zur Belästigung informiert. Über Russland – nichts. Nichts über Alltag in Russland, russische Feste, russische Filme, russischen Pop, nichts. Lediglich Informationen zu politischen Themen, denen ich nicht mehr traue, denn sie sind überzogen, einseitig, verstoßen gegen Evidenz, Psychologie, Hermeneutik und Erfahrung, sind offensichtlich dazu gemacht, zu manipulieren, sind hoch aggressiv.
Während ich in meinem Sprachkurs erfuhr, dass Duma, der Name des russischen Parlamentes von dem Verb “dumat”, denken abgeleitet ist, wurden im deutschen Parlament, dessen Name immer wirklichkeitsnaher vom Wort labern abgeleitet werden kann, Sanktionen gegen Russland befürwortet.
Schließlich saß ich dann tatsächlich im Flugzeug nach Moskau. Von meinem Internetkontakt Dmitry wurde ich abgeholt, in seiner Wohnung sollte ich die nächsten Tage verbringen. Ich hatte Schwierigkeiten dieses Angebot anzunehmen, schließlich kannte ich ihn im Grunde nicht. Ich hatte mich dennoch darauf eingelassen. Zur Not, so war mein Plan, würde ich in ein Hotel umziehen.
Dmitry, der in Moskau eine Künstleragentur und einen Kostümverleih betreibt, legte eine mir in diesem Ausmaß unbekannte Gastfreundschaft an den Tag. Ich hatte den Wunsch geäußert, ich wolle die schwule Szene von Moskau sehen. Genau das bekam ich. Wir besuchten Cafés und Bars, besuchten ein Freundespaar, zwei Programmierer, die zusammen in einer Wohnung in einer Moskauer Satellitenstadt lebten, gingen in Discos und sahen diversen Damenimitatoren bei ihren Auftritten zu.
Langer Rede kurzer Sinn, von der in Deutschland an die Wand gemalte Unterdrückung keine Spur. Keine Razzien, keine Übergriffe durch Nazis, keine Attacken orthodoxer Christen. Es gibt in Moskau eine funktionierende Szene, die genauso funktioniert wie die Szene in anderen europäischen Metropolen auch. Mir wurde gesagt, die Szene in St. Petersburg wäre noch viel besser und die in Jekaterinburg müsste ich auch unbedingt mal sehen.
Wir sprachen viel über queere Politik. Ich trug deutsche Argumente vor. Ja, es gab in Moskau keine Gay Pride. Meine Gesprächspartner waren sich aber auch gar nicht sicher, ob das ein Ziel sein sollte. Ein Argument, das immer wieder fiel, war, der Christopher Street Day sei ein durch und durch US-Amerikanisches Fest, es hätte mit Russland und seiner Geschichte gar nichts zu tun. Es hätte da nie die Übergriffe von Polizei auf Bars wie Stonewall-Inn in der New Yorker Christopher Street gegeben, die dann Auslöser für die Proteste in den USA waren. Warum sollte man das feiern? Man hätte eigene Probleme, die eigene Antworten erforderten. Irgendwie schlagend.
Am Morgen des 28. Februar trat jedoch ein ganz anderes Thema in den Vordergrund. Boris Nemzow war in der Nacht erschossen worden.
Dann passierte etwas, das ich mir für Deutschland wünschen würde. Die Meldung machte die Runde und jeder mit dem ich es zu tun hatte, war unmittelbar politisiert. Niemand blieb gleichgültig. Niemand hatte es verpennt, übersehen, wegen Jungle-Camp nicht wahrgenommen. Und das, obwohl der ehemalige Ministerpräsident Nemzow, wie ich bei dieser Gelegenheit erfuhr, inzwischen eine politisch völlig unbedeutende Person war. Seine Partei scheiterte regelmäßig an der 5-%-Hürde, und das nicht mal knapp.
Er war nicht sonderlich beliebt. Der Politiker Nemzow steht für den Ausverkauf Russlands und den neoliberalen Durchmarsch unter Jelzin, der zur Verarmung weiter Teile der Bevölkerung führte und das viel kritisierte Oligarchentum ermöglichte.
Entsprechend peinlich war mir dann die Berichterstattung, die aus Deutschland herüberschwappte. Hier glauben wir ja, in Russland wäre alles reine Staatspropaganda. Die Medien werden nicht müde, dies zu suggerieren. Dabei ist die Auswahl an Nachrichtensendern in Russland unglaublich groß, die Meschen, die ich kennen gelernt habe, sind ausgesprochen gut informiert, viel besser als ich es von meinen Freunden hier kenne. Von RT über CNN bis hin zur Deutschen Welle ist das Angebot an Nachrichtenssendern sehr breit.
Im Vergleich hiermit, ist es ganz explizit Deutschland, das unter der Propagandaglocke lebt. Hier wird ein neuer Kanal wie RTDeutsch nicht als Bereicherung des Spektrums begrüßt, wie man das von einem der Meinungsfreiheit und Pluralität verpflichteten Land erwarten könnte. Hier wird diese Alternative, die gerade mal ein paar tausend Klicks pro gestreamter Sendung erhält, erstmal kräftig diffamiert. Ein wirklich schändlicher, jedem Selbstverständnis westlicher Demokratien zuwider laufender Vorgang und deutliches Signal, dass es mit den westlichen Werten nicht zum Besten steht.
Boris Nemzow jedenfalls war noch nicht richtig kalt, da wussten die deutschen Medien schon, wer es war. Putin, der alte KGB-Agent, hatte sich nachts in die Pantoffeln geworfen, Knarre aus dem Schrank geholt und war dann um die Ecken des Kreml geschlichen, um seinen großen Widersacher zu erledigen. Auch in Russland nimmt man gern Einblick in die Vorstellungswelt deutscher Journalisten und … lacht sich kaputt.
Mir war es ausgesprochen peinlich, was da an geistigem Dünnpfiff abgesondert wurde. Mir war es peinlich, wer da als Experte und Expertin befragt wurde. Manch einer und manch eine hatte einen russisch klingenden Namen, doch schon nach kurzer Recherche wurde klar, die Finanzierung kam aus einem transatlantischen Think Tank, wie zum Beispiel die vom Focus als “Expertin” vorgestellte Poltitologin Frau Schewzowa, die vom Carnegie-Institut finanziert wird. Das veranlasst einen deutschen Qualitätsjournalisten jedoch nicht zu einer kritischen Nachfrage. Noch viel peinlicher war mir jedoch, dass man in Russland bestens über die intellektuellen Bankrotterklärungen aus Deutschland informiert ist. Totaler Gesichtsverlust der Dichter und Denker.
Am 1. März versammelten sich dann mehrere tausend Menschen zu einem stillen Gedenken an dem Ort, an dem Nemzow erschossen worden war. Auch dafür hatte der deutsche Qualitätsjournalismus sofort die richtige Einordnung parat. Es waren alles Oppositionelle. Mein Bild war jedoch anders. Die Motiviation zur Teilnahme war vielschichtig. Viele gingen, weil es einfach schrecklich war, dass mitten in Moskau jemand erschossen wurde. Andere gingen hin, weil sie eine Attacke von außen annahmen, die das Ziel hatte, Russland zu destabilisieren. Wieder andere waren da, weil sie Verbundenheit zeigen wollen und dann waren da einige, die waren tatsächlich so etwas wie eine außerparlamentarische Opposition. Aber es war meiner Einschätzung nach der kleinste Teil.
Ich will hier abschließen und zusammenfassen. Was blieb von meiner Reise außer dem Wunsch, möglichst schnell wieder Russland zu besuchen?
Ich bekam für einige Tage einen Außenblick auf die Bundesrepublik und ihre Selbstwahrnehmung; ich bekam einen sehr eindrucksvollen Realitätscheck.
Wir sind wieder was als Deutsche, lächerlich nämlich. Lächerlich und gefährlich sind wir in unserer Ignoranz und Blödheit. Unsere Medienlandschaft ist ein Desaster gerade angesichts eines Landes wie Russland, auf das wir nur allzu bereit sind hinunter zu gucken. Es gibt in Russland einseitige Berichte, die den Namen Propaganda verdienen mögen, aber es gibt eben auch eine Vielzahl anderer Positionen, die Raum finden. Genau diese Pluralität besitzt die deutsche Medienlandschaft eben nicht. Aus diesem Grund weiß ich auch genau zu beurteilen, welche Nation unter der Glocke umfassender Propaganda hockt. Die Russen sind es nicht.
Die Menschen in Russland sind politisiert und haben vielfältige Ansichten, die kontrovers diskutiert werden. Hier sind die Menschen zur Kontroverse oft gar nicht mehr in der Lage, weder im Politischen noch im persönlichen Umgang. Das ist das Ende jeder Dynamik.
Wir haben das Gefühl, wir hätten alles richtig gemacht und hätten daher das Recht, andere zu belehren. Belehren im Hinblick auf ihr Wirtschaften, die Umsetzung Reformen, von Menschenrechten, die Ausgestaltung von Demokratie. Ein ausgesprochen unangenehmer Zug, der zudem noch in grundlegend falschen Annahmen wurzelt. Wir merken gar nicht, wie lächerlich wir uns damit machen, zumal es um unsere Demokratie, um unsere sozialen und politischen Errungenschaften angesichts von TTIP, Austeritätspolitik und marktkonformer Demokratie keineswegs gut bestellt ist. Jeder weiß das, jeder außerhalb Deutschlands. Nur die Deutschen selbst, die wissen es nicht. Ihnen bleiben die Zusammenhänge verborgen.
Deutschland träumt von seinem Modellcharakter, glaubt, das, was hier gut sei, sei für alle gut, und verpennt dabei, wie Rechte und Freiheiten hier angegriffen und beschnitten werden, wie asymmetrisch und einseitig unsere Wahrnehmung absichtsvoll gehalten wird. Deutschland pennt und glaubt sich wach.
Es ist ein sehr hässliches Bild, das wir inzwischen wieder abgeben. Einige Tage in Moskau brachten dies deutlich und schmerzlich zum Bewusstsein. Es braucht diesen Austausch, das hinausschauen über den eigenen Tellerrand, Vernetzung, um sich entwickeln zu können und auch sich selbst wahrnehmen zu können. Es war übrigens Wladimir Putin, der genau dies für  das Verhältnis von EU und Russland immer wieder vorgeschlagen hat. Austausch, Zusammenarbeit, Vernetzung, Handel. Wir haben das zurückgewiesen.

 

74 Gedanken zu „Moskau – Ein Reisebericht

  1. Fx

    Tausend Dank für diesen erfrischenden und authentischen Bericht! Das ist einer besten und wichtigsten Texte, die ich dieses Jahr bisher gelesen habe.

    Gegen Ende des Berichts drängte sich mir dieser unsägliche Slogan aus unserer dunklen Vergangenheit geradezu auf: „Am deutschen Wesen soll die Welt… „. Mit dem fatalen Unterschied, dass diese Haltung heute nicht nur von den Braunen gefördert wird, sondern von fast allen Seiten, von Rot über Grün bis Schwarz – von so einer bunten Mischung, dass man wohl allzu leicht über den Charakter dieser belehrenden Attitüde hinweg getäuscht wird.

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    1. Rosi Fischer

      Da kann ich nur voll und ganz zustimmen!!! Ich erlebe Land und Leute seit 1981 und muss Ihnen ein großes Kompliment machen: Sie haben in kurzer Zeit erfasst, was Russland bedeutet und wie man uns – die Medien, unsere Politik – von dort aus sieht! Hervorragend und ein dickes Dankeschön!!!

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    2. Geronimo - vergiss es bloß nicht

      Danke für Ihren sehr guten Bericht – es tut einfach gut zu wissen, das das schale Gespür, das man hat, wenn man die Nachrichtensendungen, Talkshows usw. sich in der Glotze antut und das besagt: Wir werden richtig satt verarscht, verblödet und verdummt. Im Jugoslawienkrieg hatte irgendeine saudumme Propagandanutte den völlig blödsinnigen Begriff der humanitaeren Katastrophe gepraegt , eine Katastrophe ist antihuman aber seither beider Journaille in aller Munde.

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    3. Abt

      Der Text vom „deutschen Wesen…“ war aus einem Gedicht von Emanuel Geibel (1861) und wurde gern vom deutschen Kaiser genutzt. Sonst volle Zustimmung.

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      1. Fx

        Ja, danke für den Hinweis @Abt. Mir fiel danach auch ein, dass das Zitat wohl schon älter sein muss, aber ich wusste bisher nicht, woher es genau stammt. Der Geist ist jedenfalls nahezu der gleiche.

  2. verschrenken

    Hat dies auf verschrenken rebloggt und kommentierte:
    Sehr guter Blog überr Russland, und dringend notwendig, da uns die Medien leider nicht mehr richtig informieren. Großartiges Zitat: „Wir sind wieder was als Deutsche, lächerlich nämlich. Lächerlich und gefährlich sind wir in unserer Ignoranz und Blödheit. Unsere Medienlandschaft ist ein Desaster gerade angesichts eines Landes wie Russland, auf das wir nur allzu bereit sind hinunter zu gucken. Es gibt in Russland einseitige Berichte, die den Namen Propaganda verdienen mögen, aber es gibt eben auch eine Vielzahl anderer Positionen, die Raum finden. Genau diese Pluralität besitzt die deutsche Medienlandschaft eben nicht. Aus diesem Grund weiß ich auch genau zu beurteilen, welche Nation unter der Glocke umfassender Propaganda hockt. Die Russen sind es nicht.“ Dasselbe gilt leider für die deutsche Berichterstattung über viele andere Länder. Es ist so traurig.

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  3. USA-Durchschauer

    wunderbar zutreffend.. deswegen werden solche Leute nicht in TV-Labberrunden eingeladen.

    USA führt einen globalen krieg gegen alle, die noch nicht unterjocht sind. Unter Elzin war es ihnen genehm, Russland war schon unterjocht. Und nun wehrt sich einer immer mehr.. Wir befinden uns mitten im krieg, der lange vorbereitet wurde… Russland hatte sich darauf nicht vorbereitet und Deutschland ist in der Hand staatlich geprüfter Transatlantiker.

    Deutschland muss sich erheben. Den Spieß umdrehen. Und das wird noch geschehen, wenn USA nicht davon ablässt.

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  4. Alexej

    „Es war übrigens Wladimir Putin, der genau dies für das Verhältnis von EU und Russland immer wieder vorgeschlagen hat. Austausch, Zusammenarbeit, Vernetzung, Handel. Wir haben das zurückgewiesen.“ Das ist ehrlich gesagt genau das Gegenteil von dem was tatsächlich passiert ist in den letzten 10 Jahren.

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  5. Hoschi

    ich habe angeheiratete Familie und Freunde in Russland und kann die Erfahrungen in diesem Bericht in Bezug auf die vilefältige Meinungsbildung in Russland nur sehr unzureichend bestätigen. Sowohl meine Schwiegereltern als auch Teile unseres (akademisch gebildeten) Freundeskreises glauben z.B. dass einige Leute im Westen unter dem wohlwollenden Auge der Behörden ihre Kinder ans Kreuz nageln und dass die Junta der Westukraine ausschließlich das Ziel verfolgt alle Menschen in der Ostukraine zu töten. Warum? Das ist eben so, der Erste Kanal hat es gezeigt. Meine Frau verfolgt sehr kritisch die Berichterstattung auf allen möglichen russischen Sendern, und stellte eine sogar eine „Systemausrichtung“ des Wirtschaftskanals RBC fest, wo bis vor ca. einem Jahr auch Kritik an der Wirtschaftspolitik des Kreml durchaus an der Tagesordnung war. Anderen alternativen NAchrichtenmagazinen wird das Leben schwer gemacht, wie z.B. dem Sender Doschd (Regen). Das Verbot sich durch Werbung zu finanzieren und Statt dessen ausschließlich von Mitgliedsbeiträgen zu leben ist so gut wie ein Todesurteil für die privaten Sender. Die Meinung meiner Frau zu Boris Nemzow war bis kurz vor seinem Tod auch eher negativ, bis sie sich anhörte was er zu sagen hatte. Danach reflektierte sie ein wenig und stellte fest, dass sie ihre Meinung offenbar der gezielten Stimmungsmache gegen Nemzow und andere Oppositionspolitiker zu verdanken hat. Gegenwärtig ist es tatsächlich so, dass es Leute wie Nemzow eher schwer haben ihr Standpunkte der Öffentlichkeit näher zu bringen. Eine Forderung war daher, pro Woche eine Stunde Sendezeit dafür, gern auch in direkter Diskussion mit Herrn Putin. Diese Forderung und die Ankündigung von Beweisen für die Russlandverstrickung im Ostukrainekonflikt äußerte Nemzow kurz vor seinem Tod. Ich möchte keinesfalls das „Deutsche Wesen“ oder das der USA als wunderbar und super darstellen aber dieser „Friede-Freude-Eierkuchen-in-Russland-Bericht“ trifft die Realität nur sehr unzureichend. Zum Alltag dort gehört auch eine gehörige Portion Aggresivität, Behördenwillkür und hin und wieder auch ein bisschen Tod. Ich kenne selbst einen Staatsbediensteten, der beim Verhör ein wenig außer Kontrolle geriet und dadurch nun ein Menschenleben auf dem Gewissen hat. Kein Grund zur Sorge für ihn, er wurde ein wenig aus der Schusslinie gebracht, hat im Übrigen aber keinerlei Schuldgefühle.

    Antwort
    1. peter böse

      >Ich kenne selbst einen Staatsbediensteten, der beim Verhör ein wenig außer Kontrolle geriet und dadurch nun ein Menschenleben auf dem Gewissen hat. Kein Grund zur Sorge für ihn, er wurde ein wenig aus der Schusslinie gebracht, hat im Übrigen aber keinerlei Schuldgefühle.Diese Forderung und die Ankündigung von Beweisen für die Russlandverstrickung im Ostukrainekonflikt äußerte Nemzow kurz vor seinem Tod.<
      Und? Nun gibt es niemanden mehr der diese Beweise vorlegen könnte?
      Oder waren es doch mehr so "ich hab da mal was vom Schwager der Schwester meines Taxifahrers gehört"?
      Also, wo "is die Butter bei die Fische" oder wurden die Beweise etwa auch ermordet?
      Womöglich unwiderbringbar versenkt in der Moskwa an eben jenem Abend?
      MfG
      P.Böse

      Antwort
      1. Hoschi

        einen Teil der „Beweise“ hat z.B. die NZZ veröffentlicht (die Schweizer gehören doch nicht auch zur Lügenpresse?). Im Übrigen sollten Sie sich ein wenig mehr Mühe geben, beim Zusammenkopieren und Verfremden unterschiedlicher Themen

      2. AltFryRhätien

        @Hoschi (mangels direkter Antwortfunktion)

        Mehr als ein Vierteljahrhundert war ich gründlicher NZZ-Leser. Meine Töchter nannten sie „Papas Bibel“. – Bis, naja bis mich vor etwa acht oder neun (es könnten auch zehn sein) Jahren langsam, aber sicher die Erkenntnis beschlich, dass hier inhaltlich einiges und verschiedenes nicht (mehr) stimmen konnte. Da gab es nur eine Konsequenz, nämlich abbestellen. Heute ist bei genügend intellektueller Distanz kaum mehr zu bestreiten, dass auch die NZZ ein NATO-Propaganda-Organ (geworden) ist.

        @Autor

        Dem Artikel stimme ich zu und gratuliere zu den sehr gelungenen Ausführungen.

    2. jolka

      Der Sender Dozhd‘ ist in Russland nicht unumstritten und wird gerade von dem gebildeteren Teil der Bevölkerung sehr kritisch gesehen. Die Tatsache, dass dieser Sender solchen Personen wie dem Nationalisten und Rassisten Navalny regelmäßig ein Forum bietet, ist beunruhigend. Nebulös ist auch die Finanzierung von Dozhd‘. Den nachstehenden Link wird Ihre Frau Ihnen sicherlich übersetzen können.
      http://politrash.livejournal.com/67237.html

      Antwort
      1. Hoschi

        ich habe nicht versucht den Sender Doschd irgendwie zu bewerten. Mag sein, dass auch dort tendenziös oder falsch berichtet wird und die Finanzierung teilweise Fragen aufwirft. Nichts desto trotz wird hier einem Medium wirkungsvoll ein Teil seiner Kundschaft genommen. Ich gehe davon aus, dass mit den aktuellen Gesetzen ein Verbot nicht machbar war und man deshalb auf andere Weise agieren musste.

      2. Siegie-NN

        @Hoschi – Doshd‘ ist nicht explizit verboten worden, Werbeeinnahmen zu erzielen, sondern dieser Knallkörperkanal [ich habe mehrere Male reingeklickt] wurde zum Pay-tv abgeschoben. Dadurch hat der Kanal quasi feste Einnahmen, die aber nicht sehr üppig sind, weil die Masse der Russen den Kanal nicht wollen, und es ist KEINEM DER PAY-TV-KANÄLE gestattet, Einnahmen durch Werbung zu erzielen. Sie sollten sich von Ihren angeheirateten Verwandten besser aufklären lassen!

    3. USA-Durchschauer

      Tatsache ist, dass Nemzow gelogen hatte, und seine „Beweise“ sind doch nun erschienen.. Er soll von einem russichen fallschirmjäger angerufen worden sein! Und er verriet ihm ein Staatsgeheimnis, am telefon – wissend über NSAs Welt-Vollabhörung kam er nicht auf die Idee, dass FSB zumindest solche wie Nemzow abhört? Dafür hätte er Maximalstraffe 15 J oder Hinrichtung erhalten können.
      Und das soll Beweiss für 13000 „reguläre russiche Soldaten“ und 700 panzer sein? Warum können die nichts nachweisen? OSCE sagte aus, nichts davon an der Grenze festgestellt zu haben.

      Das ist einfach kiever Propaganda, und US-Propaganda, die Nemzov, Nawalny, Kasparow etc. einfach über zahlreiche offene Antiregierungsmedien wie ein (kompleter) TV Sender Dozjdj!! (wo hat jemand in DE sowas gesehen? Oder in USA, UK, Frankreich? Wo? Hat etwa außer Internetblogger jemand hier nur ein Regierungskritisches Medium? Evtl. eine Printzeitung wie „Nowaja Gazeta“, Radio „Echo Moskwi“, und CNN, BBC The Moskau Times usw.. ohne Ende..
      Die dreisten Anschwärzungen, Putin sei ein Diktator sind schon grenzwertig und gehören gewiss nicht zu Deeskalationsmassnahmen, wenn solchen Volksverhetzern und Antirussen wie Kasparow ein Forum im ARD dafür gegeben wurde.

      Und es gibt ganze Medienkonzerne in Russland unter Kontrolle westlicher „Strategie-Investoren“ wie Soros. Gerade wird ein nächster Kauf vorbereitet. Darf ein russischer „Investor“ ZDF oder WDR kaufen? Oder 30% von BBC? Oder evtl. vom Springerverlag 30 %? Eigentlich könnte Russland allein um Gleichstand zu erreichen, nun alle diese Beteiligten zum verkauf zwingen und sie des Landes verweisen, wegen Propaganda von erwiesenen Lügen.

      In London wir RT gar zensiert und mit Entzug der Lizenz gedroht! Wobei RT gar nichts gelogen hat, sondern nur nachprüfbare Fakten sendete.

      was wurde für ein Hexenkessel über RT deutsch, einem Internet-Medium verantsltet? Als würde Russland und Putin Deutschland okkupieren.

      Sie sind nur ein US-Troll und werden uns mit dem bisschen Stuss von „russicher Frau“ nicht beeindrucken. Wir kennen solche zugenüge, ganze Nemzov Klicke bspw. Kasparov Klicke.. Reitschuster hat ja auch eine (anti) „russsiche Frau“. Auch wenn sie ganze 100.000 Antirussen (für Dollars immer) finden, sind es immer noch lügende Transatlantiker.

      Antwort
      1. Hoschi

        mit der USA habe ich deutlich weniger zu tun als mit Russland, das ich regelmäßig bereise. Im Gegenteil ich stehe den Machenschaften der USA seit jeher eher kritisch gegenüber, insbesondere was das Überfallen und Bevormunden anderer Länder angeht. Das hat aber mit der aktuellen Diskussion nicht besonders viel zu tun. Das einzige was ich sagen wollte ist, dass möglicherweise bei uns tendenziös berichtet wird, deshalb aber in Russland nicht zwangsläufig das Paradies ausgebrochen ist. Und nur weil Sie jeden russischen Patrioten, der etwas für sein Land verbessern will als gekauften, lügenden Transatlantiker bezeichnen, geht es niemandem in Russland besser. Der Wahrheit kommt man damit ebenso keinen Schritt näher. Muss aber auch nicht sein, solange die Leute mit dem zufrieden sind was sie haben.
        Im Übrigen werden die öffentlich rechtlichen Medien in Deutschland von Rundfunkbeiträgen finanziert, da hat kein privater Inverstor (weder deutsch, noch amerikanisch oder russisch) etwas zu sagen. Ebenso kann hier nicht Frau Merkel entscheiden was wann zu welcher Zeit wie gesagt wird.

    4. lliberal

      Wenn man die Gorbatschow und Jelzin Ära als richtig empfand ,für die die sich nach Westlichen Vorbild im Interesse der US Administration Eliten gesund gestoßen haben sollte man Milton Friedmann hören wie er die Russische Föderation sieht. Wenn Europa zu schwach ist kann es auch als Mitläufer keinen Krieg wollen. Die Europäer würden verglühen. Über einen Erstschlag zu diskutieren ist Schwachsinn der aus den Hirnen wie Friedmann unter das Volk gebracht wird.

      Antwort
  6. jolka

    Ein sehr guter Beitrag, ein Lichtblick mitten im anti-russischen Geheule mit all seinen „Experten“-Talkrunden, Kritiker-Diffarmierungen und unglaublicher Kriegstreiberei auf allen Gesellschaftsebenen. Vielen Dank dafür!

    Antwort
  7. friedenstaube

    Danke für Ihren Bericht!
    Dies entspricht exakt der Vorstellung die mir auch durch Besuche in Rußland und Weißrußland und durch einige russische Mitarbeiter vermittelt wurde.

    Zitat: „Hier sind die Menschen zur Kontroverse oft gar nicht mehr in der Lage, weder im Politischen noch im persönlichen Umgang. Das ist das Ende jeder Dynamik.“ Genau das führt dazu das die Leute nicht erkennen können das sie Nichts mehr erkennen können….leider Gottes!

    Antwort
  8. Pushek

    Meine Erfahrungen, die, mit allem Respekt, vielleicht noch ein wenig länger und intensiver sind, decken sich natürlich mit jenem, welche in diesem guten Text verarbeitet sind. Und das sind langjährige Erfahrungen – deshalb bin ich auch schon müde, auf intellektuelles Kindergartenniveau hinunterzusteigen und mal eine andere Sichtweise zu bringen. Hoffnungslos, die Leute sind dermassen indoktriniert, dass sie selbstverständlich annehmen, ihre Sichtweise ist die richtige und ich bin ein hoffnungsloses Propaganda-Opfer der russischen Medien, die ja so gleichgeschaltet sind…. Es ist zum k….
    Eine Anmerkung aber doch noch: Bezüglich des Westens habe ich andere Erfahrungen gemacht: Es gibt immer noch viele Russen, gerade unter den Jungen, die den Westen honffnungslos idealisieren und tatsächlich glauben, im Westen häten sie ein besseres Leben – die kämen noch auf die Welt.

    Antwort
  9. Ivan Pomidorov

    Als Russe, der mit Deutschen sehr viel zusammen gearbeitet hat, kann ich 100 pro bestätigen:
    „Wir haben das Gefühl, wir hätten alles richtig gemacht und hätten daher das Recht, andere zu belehren.“ Es ist unmöglich einen deutschen Geschäftsmann zu überzeugen dass seine „Richtigkeit“ nicht immer und nicht überall in Russland funktionieren kann, was eigenlich normal sein soll, man muss sich einfach anpassen. Aber guter Geschäftsmann bevorzugt sich zu wundern WARUM ist diese gute deutsche richtige „Richtigkeit“ nicht machbar ist. Habe solche Probleme nie mit z,B, Schweizern gehabt. Also, sehr viel trefendes und sehr gut für nur kurze Reise.

    Antwort
  10. Be

    Wir hier im goldenen Westen wurden schon lange belehrt und uns fehlt eben auch der Kontext für das uns vermittelte Wissen. Schon von frühen Kindebeinn an lernn wir es nicht besser als heute… drum auch erscheinen uns andere fremd, trotz unserer Bildung oder gerade deswegen…

    Antwort
  11. Ingo

    Auch wenn jetzt ein shitshtorm losgeht. Junge, gestern könntest Du noch kein Russisch und heute folgst Du politischen Nuancen. Hut ab. Ich lebe seit 20 Jahren in Moskau. Würde ich mir nicht anmassen.
    Natürlich ist es hier auf den ersten Blick wie in der großen weiten Welt und Deutschland scheint klein und provinziell.
    Leider weiss man Freiheit erst dann zu schätzen, wenn sie einem genommen wird.
    Im dem Text kommen mir zu viele „vorgefertigte Textblöcke“ über den Weg. Wie in den 30-er Jahren, als ausgewählte Werktätige die Sowjetunion besuchten und den daheimgebliebenen anschließend vom Sieg des Kommunismus erzählten. Schade, ein weiterer bezahlter Text.

    Antwort
    1. Gert Ewen Ungar Autor

      Hallo Ingo,
      dein Einwand verdient Aufklärung, denn du hast Recht, allein könnte ich komplexen Diskussionen nicht folgen, dazu reicht mein Russisch noch nicht aus. Aber ich war ja nicht allein, wie du dem Text entnehmen kannst. Ich war die ganze Zeit in Gesellschaft. Die verwendeten Sprachen waren Russisch, Deutsch, Englisch und Französisch. Doch auch so wurde mir sicherlich nicht jede Nuance zugänglich, allerdings diskutiere ich in meinem Text auch nicht die Nuancen einzelner Debattenbeiträge, sondern merke lediglich an, das Themen kontrovers diskutiert werden und eine Vielfalt an Meinungen herrscht. Für eine solche Erkenntnis reicht das eben beschriebene Setting durchaus aus.
      Für den Text bekomme ich kein Geld und möchte auch keins. Im Gegenteil zahle ich für diesen Blog einen jährlichen Betrag. Das garantiert meine und damit seine Unabhängigkeit.

      Antwort
      1. Siegie-NN

        Möchte Ihnen, Herr Ungar, an dieser Stelle die Hand schütteln! Ich lebe seit 8 Jahren in RUS, an der Wolga, aber auch Großstadt. Ich kann wirklich jede Zeile dessen unterschreiben, die Sie veröffentlicht haben. Und ich habe den Text weitflächig verteilt. Es ist leider so, daß unsere Landsleute regelrecht „konditioniert“ sind, alles wird oberflächlich abgetan, in Schubfächer einsortiert, man weiß sowieso alles, und das noch viel besser – es kam doch in der Tagessau… Ich hoffe, es wird noch viele andere inhaltsvolle Artikel von Ihnen geben.

  12. Pingback: Moskau – Ein Reisebericht aus Russland | Blauer Bote Magazin

  13. PK

    Hervorragend ge- und beschrieben. Ich war im Januar geschäftlich zum ersten Mal in Moskau und Russland und habe ganz ähnliche Eindrücke gewonnen. Von der Ernsthaftigkeit und Differenziertheit meiner russischen Gesprächspartner war ich sehr beeindruckt. Welch wohltuender Kontrast zu der bräsigen, selbstgefälligen Ignoranz und Überheblichkeit vieler Menschen hierzulande. Leute, wacht auf, Ihr seid nicht der Nabel der Welt, und es gibt so manche Telleränder über die Ihr gucken solltet!

    Antwort
  14. Willygyn

    Vielen, vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht. Leider bekommt man von unserer (sich selbst) gleichgeschalteten Presse solche Informationen nicht. Auch wenn ich glaube, dass nicht alles gut in Russland ist, bestätigt dieser Bericht meine Befürchtung, dass wir Opfer von Propaganda und Desinformation sind. Die deutschen Medien und zuvorderst der ÖRR führt einen Propagandakrieg gegen uns. Dabei heben sich in unrühmlicher Art und Weise insbesondere die ehemals linken und kritischen Presseorgane, wie Spiegel, SZ oder taz und ganz besonders grüne Politiker, wie Rebecca Harms, Marieluise Beck oder Werner Schulz hervor. Ich fühle mich seit einiger Zeit politisch heimatlos, zumal ich eine deutlich kritische Haltung gegenüber dem Islam habe. Heutzutage ist das Rassismus, früher war eine religionskritische Haltung ein Markenzeichen der Linken. Aber das ist ein ganz anderes Thema. Also nochmals vielen Dank für den Bericht.

    Antwort
  15. Martin Bartonitz

    Hat dies auf Der Mensch – das faszinierende Wesen rebloggt und kommentierte:
    Hier ist ein Artikel, der in meinen Augen sehr authentisch daher kommt und uns über die Einstellung der Menschen in Russland berichtet, und auch darüber wie es mit der angeblichen Homophobie der Russen und besonders auch Putin steht. Für mich jedenfalls ein weiteres Mosaiksteinchen unserer kriegstreibenden Lügenpresse, aber lest selbst.

    Antwort
  16. Irena

    Wow! Vielen Dank! Obwohl ich aus Russland komme – könnte ich zu schwulethema nicht wirklich sagen!
    Superbericht! Vielen Dank!

    Antwort
  17. Olaf

    Großen Respekt! Da hat sich mal wirklich jemand die Mühe gemacht zu hinterfragen. Ich kann mich dem Bericht nur anschließen, denn ich kenne Russland seit vielen Jahren, weiß wie es dort in den 90er Jahren war. Seine Einstellung zu revidieren, indem man versucht in eine fremde Kultur und Mentalität einzutauchen, das kann nicht jeder machen, aber es zeugt davon, dass dies der einzige Weg ist zu verstehen. Wer mir Arroganz und Ignoranz über allen steht, der wird niemals verstehen, weil er das gar nicht will. Arrogante Menschen sind seelisch arm, weil sie nur sich sehen und die Vielfalt der Kulturen und des Menschen nicht erkennen können. Und Arroganz ist der Anfang allen Übels.
    Sich auf Russland und die Menschen einzulassen ist nicht einfach für einen Deutschen, weil die Kultur und Mentalität doch so ganz anders ist. Dort treffen viele Extreme aufeinander und wer mit der urtypischen deutschen Mentalität dort auftritt, der wird dort verzweifeln und scheitern. Das, was an Ordnung und Disziplin fehlt wird mit Improvisation und Herzblut wett gemacht. Die deutschen Medien sind eben zu arrogant und leider glauben noch viel zu viele Menschen dem, was dort gesendet und gedruckt wird.

    Antwort
  18. goetheschiller

    …grossartig…ich weiss warum ich meine Tageszeitung abbestellt habe vor zwei Jahren schon und auch seit 12 Monaten die GEZ-Gebührenfalle-Maschine komplett aus bleibt!
    Nein…ich stecke keineswegs den Kopf in den Sand…ich halte ihn frei, ich halte ihn unbeeinflussbar, ich halte ihn denkend!
    Ein grosses Unterfangen, wenn auch oftmals unmöglich!
    Genau solche Gedanken wie von dem Autor Gert Ewen Ungar, der wesentlich weiter ist in seiner freien Denke und seinem Tun als jeglicher Russland-Experte oder Aussenminister, braucht das Land!
    Geschürt wird unsere „Pseudo-Allgemeinbildung“ nur durch Eines:
    ANGST-Mache durch Medien, Politik, Wirtschaft!
    Die modernen Macht-Instrumente um uns BürgerInnen „klein und dumm“ zu halten, dass wir keine Chance haben überhaupt kritisch denkend zu werden gegen unser eigenes Tun!
    Ich bin davon überzeugt: Gäb es diese Instrumente nicht bzw. würden diese anders eingesetzt, dann würden wir auch wieder auf die Strasse gehen und für unser Recht auf Freiheit und Gleichheit WIRKLICH kämpfen und nicht im Morast versickern von „netter Versuch sich gegen die Staatsobrigkeit zu stellen“, um danach wieder schicklich und angepasst Latte Macchiato-schlürfend in Berlin-Prenzlberg dümmlich aber für unsere Verhältnisse angenehm befriedigt („Jetzt haben wir es aber denen da oben mal gezeigt!“) zu ersaufen.
    Armes Deutschland…!
    Danke für diesen ausserordentlich klaren Blick auf uns selbst,
    den ewigen Mitläufern, genannt „Deutscher Staatsbürger“!

    Antwort
    1. Lotra

      > den ewigen Mitläufern, genannt “Deutscher Staatsbürger”!

      Die Sogenannten sind keine Bürger, sondern das Personal der BRD GmbH!

      Antwort
  19. ooo-2

    Danke vielmals für den richtig geilen Artikel. Die Mainstream-Medien wie Tagesschau, usw. blockieren z. Z. viele Kommentare, die nicht ins westliche Bild passen. Die einseitige Berichtserstattung ist mittlerweile unerträglich. Und das tut einem wie ich weh, der in Russland geboren ist und schon viele Jahren in Deutschland lebt. Ich kann gut die Berichte in russ. und deut. Medien vergleichen – die Hetze gegen Russland fällt mir und vielen anderen sehr auf. Stichwort – gekaufte Journalisten. Danke nochmals für ihren Reisebericht. Weiter so!

    Antwort
  20. randy andy

    @Gert
    Danke für diesen sehr guten und erfrischenden Bericht !

    so wie auch vor mir „goetheschiller“ dies tut, so läuft dies auch bereits seit Jahren bei mir.
    Ich lese keine KronenZeitung (ich bin österreicher), sehe keine ORF-Nachrichten und
    auch keine Deutschen.
    Halte mir dadurch den Kopf frei und die Augen offen.

    Ich bin dadurch keinesfalls blind für das Weltgeschehen geworden,
    sondern ganz im Gegenteil viel viel weltoffener.
    Will ich Informationen, dann geh ich ins Internet und wenn ich etwas
    Interessantes finde, dann recherchiere ich es für mich selbst.

    Bei mir war der Auslöser unsere westliche Journaille selber,
    denn bereits vor langer Zeit ist mir aufgefallen, dass unser Mainstream
    mal so und mal so berichtet, dabei aber keinerlei Probleme mit ihren sich
    selber widersprechenden eigenen Artikeln hat und ich kann es durch meine
    Erziehung absolut nicht ausstehen, wenn mir jemand seine Meinung
    ohne wenn und aber aufs Auge drücken will.
    Mein Großvater hatte mir das schon in den 70igern beigebracht:
    „schau dir eine Sache zuerst von allen Seiten an und dann bilde
    dir deine EIGENE Meinung, denn dass nennt sich dann Meinungsfreiheit“

    Antwort
  21. Erhan

    Danke für diesen Text. Ich bin türkischer Staatsbürger und reise oft in die Türkei. Der Eindruck der Medien der hier den Bürgern über die Türkei vermittelt wird weist viele parallelen zu Russland auf. Ich wünsche mir auch so einen Bericht über die Türkei.

    Antwort
  22. hannsenn

    Hat dies auf baria12 rebloggt und kommentierte:
    erstkalssiger beitrag, der mir das gefühl gibt, in meinen wahrnehmungen und empfindungen RICHTIG zuliegen. ich hatte das selber schon ab und zu in zweifel gezogen…

    Antwort
  23. Roger Th

    Ich habe mir beim Lesen von Artikeln in Zeit und Tageschau.de schon oft gefragt, ob überhaupt an dieser Hetze (nicht nur bezüglich Homophobie) irgend etwas dran ist. „Man müsste mal da hinreisen und sich ein eigenes Bild machen“, war mein Gedanke. Sprach- und Visahürde sind die Hauptprobleme, die ich sehe.

    Sie habens gemacht. Sie kommen mit Eindrücken und einem anderen Bild von Rußland zurück – ihr Text macht Hoffnung. Den aufkommenden Wahnsinn kann man nur entgegenwirken, indem man sich vernetzt, persönliche Brücken baut und als Folge einander besser versteht. Dann sind gelenkte Hassbilder nicht mehr möglich – und deren Folgen schon garnicht.

    Vielen Dank für ihre Worte, vielleicht finden sich ja Nachahmer (mich?!).

    PS: Ich lese auch Hetzmedien – um zu sehen, wie tief wir noch sinken wollen – und die Kommentare sind deutlich besser als die jeweiligen Artikel.
    Ansonsten vermehrt Nachdenkseiten, Propagandaschau, KenFM, RTdeutsch, Sputnik – die Frage nach staatlich verordneter Rundfunksteuer (GEZ) stellt sich somit nicht – weil ich diese Lügner nicht noch satt machen will. Frei nach: Wo Unrecht (Unwahrheit) zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!

    Antwort
    1. Siegie-NN

      Zwecks Rußland besuchen – ich lade Sie gern ein. E-Mail genügt: wilhelm-nn [Klammeraffe] mail.ru. Der erste Teil ist skype-address.

      Antwort
  24. Pingback: Moskau – Ein Reisebericht | wannseekapital

  25. Tyr Fenrir

    Ich bin schon länger der Auffassung, das Russland ein freieres und gerechteres Land ist als das unsere. Es hat sich unter Putins Führung immer mehr zu einer Perle entwickelt. Die Wirtschaft Sitz im festen Sattel, die Menschen sind freier und glücklicher und das Land stellt wieder etwas dar in der Welt. Sicher gibt es auch negatives zu berichten, aber in welchen Land gibt es das nicht? Und gerade weil dieses Land so riesig ist, ist es umso schwerer es zu regieren. An dieser Stelle meine große Wertschätzung gegenüber Wladimir Putin.
    Heutzutage kann ich sagen, Deutschland sollte sich mal davon eine Scheibe abschneiden. Wenn wir den Ami links liegen lassen würden und uns unserem direktem Nachbar zuwenden würden, dann hätten wir ein souveränes, friedliches, bereichern des und schöneres Leben.
    Nur leider verstehen das die meisten Deutschen nicht.
    Schade

    Antwort
  26. Pingback: Moskau – ein Reisebericht | Ein Pole über die Welt, in der wir leben

  27. Oliver

    ich bin über die Kommentare hier nicht verwundert! Der Einzige der wirklich authentisch klingt, ist Hoschi.. Der ganze Blogbeitrag trieft vor übertriebenen Formulierungen und wirkt auf mich genauso nach Propaganda, wie die Berichterstattung in Deutschland über Russland.
    Keiner bezweifelt, dass es in Russland viele super nette Menschen gibt! Tolle Kultur usw. Man könnte aber auch genauso sagen, dass es auch unter der Busch-Ära in den USA durchaus ganz nette Amerikaner gab und gibt, die die Politik ihres Landes kritisch betrachten. Ich habe russische Familien in meinem Freundeskreis und keine von denen würde auch nur ansatzweise auf die Idee kommen, Deutschland zu verlassen um nach Russland zurück zu kehren. Ja das mögen vielleicht auch Einzelfälle sein, aber es gibt eben immer zwei Seiten. Ich für meinen Teil glaube vieles aus der Presse nicht, aber man war auf dem Weg das zwischen Europa und Russland wirklich eine Freundschaft hätte entstehen können! Ich habe doch stark das Gefühl, dass Putin seine persönliche Vormachtstellung deutlich wichtiger war, als ein gutes Verhältnis zu Europa. Innenpolitisch mag er seine Position gestärkt haben, nach Außen ist es doch eine Katastrophe. Und zum Thema Freiheit.. Lieber stehe ich unter dem Pantoffel der USA (was ich so nicht sehe. Ich fühle mich in meinem Leben nicht groß eingeschränkt von irgendwem) und mir geht es gut, als das ich im „freien Russland“ lebe und mich nahe des Existenzminimums bewege. Aber da darf man natürlich auch anderer Meinung sein.

    Antwort
  28. Wlad Sankin

    Das erste, was wir lernen sollten, ist die anderen nicht mit eigenem Maß zu messen. Russland hat andere politische Kultur und es darf es haben und es ist egal, ob es Demokratie, Autokratie oder sonst irgendwie heißt. Die deutschen Journalisten glauben es wirklich, sie können und dürfen in Russland alles anprangern und sie fassen das in gewöhnte Worthülsen – Oppositionelle, Homosexuelle, russische Staatsmedien usw.
    Dabei ist hier Oppositioneller ist ganz was anderes was in Russland ein Oppositionelle ist – die letzte Demonstrationswelle in Moskau in 2011-12 kam mit den Losungen „Die Partei von Gauner und Dieben“ auf die Straße , die Regierungspartei meinend. Was sie da auch an Putinshetze veranstalten ist auch unglaublich. Die meisten „oppositionelle“, de facto auf hetzerische Weise Antirerierungsmedien wie es in Russland sie gibt, können hier in Deutschland gar nicht existieren und die gibt es nicht. Kann man die harmlose und weitgehend unbekannte „Die junge Welt“ mit so einem wuchtigen Medium wie „Echo Moskvy“ vergleichen? „Echo Moskvy“ ist sowieso ein Phänomen – es wird von Gasprom (!) finanziert und es gibt absolut kontroverse Meinungen wieder, die redaktionelle Ausrichtung jedoch bleibt aber immer liberal, „prowestlich“ und grundsätzlich regierungskritisch.
    Dann die Homosexuelle. Der Autor hat es sehr gut beschrieben – sie positionieren sich in Russland einfach anders, als im Westen, aber das heist nicht dass sie maßlos unterdruckt sind.
    Staatsmedien. Ist das ein Schimpwort? Was passiert, wenn die Medien nicht in staatlicher Hand sind, konnten wie in der Ukraine beobachten. Ohne entsprechende Hetze aus oligarcheneigenen Medien wie Pyatyj Kanal oder 1+1 wäre Maidan gar nicht möglich gewesen. Die russischen Staatsmedien, von Fernsehen bis Internet bestechen mit ihrer rhetorischen und analytischen Qualität, das muss man einfach anerkennen. Natürlich sind sie regierungsfreundlich, aber hier erwartet doch keiner, dass unsere Ö-R Medien gegen eigene Regierung hetzen. Dabei sollten sie wenigstens gegen andere Länder nicht hetzen, was z.B. russische Medien gegenüber westlichn Ländern und Politiker nicht tun. Man lässt dort den Dampf indem man die Tribüne in Talkrunden dem Vorzeige – „Nationalisten“ wie Zhirinivski gibt – dem eher gemütlichen als gefährlichen Duma-Methusalem.
    Die Tatsache, dass Russland ganz erkennbar medial nicht in Ruhe gelassen wird ist für mich ein schlechtes Zeichnen. Es hat sich immer wieder in der Geschichte bestätigt – bevor man die Länder auseinandergerissen hat, erklärte man die vorher in den Medien für wertlos und demonisierste ihre politische Führung.

    Antwort
  29. Irina

    Vielen Dank fur diesen Bericht uber Russland!
    Ich bin eine Russin, habe Deutsch an der Uni studiert, war nicht einmal in Deutschland.
    In der letzten Zeit lese oft deutsche Medien (SPON) and was kann ich sage… Das ist unvertraglich, was dort oft geschreiben ist. Unseres Land ist immer schwarz gemalt und Kommentare unter Artikeln werden immer boser. Ich bin sehr froh, das ich Ihren Bericht im Netz gefunden habe. Er ist wie ein Schluck des frischen Wassers. Sie haben das wichtigste uber Russland auf einmal verstanden!

    Antwort
    1. Stephan

      @ Irina,
      Respekt für Ihr „Uni-Deutsch“!
      Bitte „informieren“ Sie sich nicht bei SPON. Je schärfer der Artikel…. desto grösser das Forum danach. Das bringt Klicks =€.
      Dass Russland nicht unserem Medienbild entspricht, ist sehr vielen hier bewusst, keine Sorge! Dennoch verbinden viele im „Westen“ Russland mit den hässlichen Dingen während und nach dem zweiten WK. (Es ist die Angst vor dem Starken Mann im Kreml –> Nicht viel Reden, schnell und kalt Handel). Diese Erfahrung wurde bisher hier nicht mit der NATO gemacht. (Ich bin kein NATO Fan). Leider wird das Positive in und über Russland gegenwärtig zu wenig gezeigt.

      PS.
      Ich arbeite häufiger mit Russen (studiert) zusammen, viele tolle Leute sind dabei. Kann mich nicht beschweren, ich habe häufig ein sehr positives Bild erfahren. Und bei dem Rest, nun ja, die gibt es überall.
      Gruss
      S.

      Antwort
      1. Irina

        Stephan,
        Vielen Dank fur Ihre gute Worte ueber Russen und meine Deutschkentnisse, ich bin dadurch ewas beruhigt. Was koennten Sie mir empfehlen zu lesen, was wirklich die Stimmung der Deutschen wiederspiegelt, wenn das nicht SPON (ich las meisten aufmerksam Kommentare der Leuten, nicht die Artikeln) ist?

  30. gaijinette

    Hallo,
    ich finde Ihren Bericht großartig. Ohne Einschränkung. Danke !
    Auch bekunde ich meine Solidarität gegen transatlantische E-Mailer, deren Mission, naturgemäß, (erkennbar) destruktiv ist.

    Mein einziges Problem ist, existieren Sie? Kein Hinweis, vielleicht übersah ich ja was, aber ich finde keine ‚Kontakt‘-Möglichkeit… ich selber verwende ja ein Pseudonym (das für den Nazi-BND, CIA und Konsorten natürlich keins ist) aber… wie soll ich Ihren Reisebericht weitergeben, wenn Sie ÜBERHAUPT nicht kontaktierbar sind, von einem Kontakt via Kommentar wie diesem abgesehen ???

    Trotzdem habe ich Ihren Reisbericht an einen befreundeten Betroffenen in Deutschland weitergeleitet… er hat sich in Deutschland als homosexuell geoutet und war bislang Putin-Feind… mal sehen…

    Mir zumindest ist es glaubhaft, das Rußland bei weitem demokratischer ist als das neue Großdeutschland, insbesondere, was die Medien angeht und nunja, diese, von Schulen abgesehen, bestimmen das Denken, die Meinungen der Menschen (des Verbreitungsgebiets der gemeinten Medien)…

    -gaijinette
    https://twitter.com/gaijinette/
    https://gaijinetta.wordpress.com
    [diese beiden Profile benutz(t)e ich für (bisher wenige) Kommentare zu RT-Artikeln auf [
    [RT-] französisch und auf [RT-]deutsch…]

    Antwort
  31. Brigitte Queck

    Meine Eindrücke von Sankt Petersburg im August 2014
    von Brigitte Queck, Völkerrechtlerin
    Am Ufer der Newa, der wunderschönen Stadt Leningrad-heute Sankt Petersburg-stehend, musste ich unwillkürlich an die Millionen Leningrader denken, die der unbarmherzigen faschistischen Blockade Leningrades ( Man spricht von 1,1 Millionen Zivilisten und über 1 Million Soldaten, die die Stadt verteidigten ) zum Opfer fielen.
    Mit Heldenmut verteidigten sie ihre Stadt unter Einsatz ihres Lebens, vor allem diejenigen, die im frostigen Winter über den zugefrorenen Ladoga-See in Lastwagenkolonnen und unter Bombardements der deutschen Faschisten, vom Festland aus Leningrad mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgten, bzw. Kinder aus der Stadt evakuierten. Viele von diesen mutigen Helfern liegen im Ladogasee begraben !!
    Auf dem Piskarowskoje –Friedhof außerhalb von Leningrad-dem heutigen Sankt Petersburg- sind ca. 800 000 Leningrader beerdigt. Jeder 3. Leningrader überlebte den Großen Vaterländischen Krieg nicht.
    Zu großen Feiertagen aber, besonders dem Tag des Sieges über den Hitlerfaschismus am 8. Mai jedes Jahres, aber auch vor Hochzeitsfeiern gedenkt man dieser Toten, die die Stadt vor den deutschen Eroberern retteten.
    Die Stadt trägt heute zu Recht den Namen Heldenstadt !!
    In der heutigen Stadt Sankt Petersburg selbst erinnert heute nichts mehr an die Zeit des Krieges. Überall sind neue, moderne Wohnhäuser, Einkaufszentren, Schulen und Parks entstanden.
    Aber die Leningrader heute, Menschen aus Sankt Petersburg, haben ihre Vergangenheit nicht vergessen. Von den vielen von mir Befragten ( insgesamt waren es von Sankt Petersburg bis Karelien ca. 100 Menschen ) sprachen sich ausnahmslos alle gegen den Krieg und FÜR DIE DERZEITIGE AUßENPOLITIK IHRES LANDES UNTER WLADIMIR PUTIN AUS. Sie alle gaben mir mit auf den Weg, in Deutschland alles dafür zu tun, damit uns ein 3. Weltkrieg, der uns alle vernichten könnte, erspart bleibt !!
    Ich konnte auch mit 2 Veteranen des Großen Vaterländischen Krieges sprechen, die die Schrecken der faschistischen Belagerung ihrer Stadt überlebt haben. Sie bekommen heute unter dem russischen Präsidenten Putin eine sehr gute Rente und sprechen voller Hochachtung von „ihrem Präsidenten“, der es heute, da die UdSSR durch den Verrat Gorbatschows und Jelzins, sowie deren Anhänger nicht mehr besteht und zahlreiche Oligarchen in der Wirtschaft Fuß gefasst haben, wie sie sagen „fast schwieriger hat, wie damals Stalin als russischer Staatsmann in der Zeit der Abwehr der faschistischen Eindringlinge“.
    Auf meinen Einwurf, dass es auch deutsche und ausländische Kommunisten gibt, die Putin mit Obama, Merkel u.a. westlichen Politikern in einen Topf werfen, erntete ich allerorts in Russland nur Unverständnis !!
    Dann sollen sie doch mal nach Russland kommen und den gehobenen Lebensstandart der russischen Bevölkerung im Vergleich zu Gorbatschow und Jelzin mit eigenen Augen betrachten, meinten die von mir Befragten.
    Ein junger Baumechaniker aus dem Altai, der auch am Bau des Astrachaner Elektrizitätswerkes mit beteiligt war, erklärte, dass gemäß dem Putin Gesetz „Junge Familie“ von 2011 jedem Menschen 14 m2 Wohnraum pro Familienmitglied per Gesetz zusteht.
    Nach der Geburt jedes 2. Kindes bekommt die Familie 450 000 Rubel ( der völlig ungerechte vom Westen diktierte Kurs an der Börse beträgt gegenwärtig 1: 46 ) gutgeschrieben, die sie für den Hausbau, oder Kauf einer Eigentumswohnung, bzw. für die spätere Ausbildung ihres Kindes verwenden kann.
    Nach Umfragen meinerseits wohnen viele junge Familien in kommunalen Eigentumswohnungen zusammen mit ihren Eltern, denn eigener Wohnraum ist seit der „Perestroika“ teuer. So kostet eine Komfort- 1-2- Raumwohnung im Zentrum von Sankt Petersburg 20-24 000 Rubel, die sich aber die ALLESAMT SEHR GUT VERDIENENDEN BAUARBEITER, die durchschnittlich 80 000 Rubel ( das sind ca.1500 $ ) im Monat verdienen, locker leisten können, wenn man bedenkt, dass 1 Huhn= 145 Rubel und 1 Brot = 20-40 Rubel, 1 kg Mehl 20-30 Rubel, 1 kg Rindfleisch ab 239 Rubel, 1 kg Schweinefleisch= 240 Rubel, 1 kg Käse= 320 Rubel, 1 kg Wurst= 240 Rubel, 1 große Flasche Öl =50 Rubel, 1 kg Fisch =100 Rubel, 1 kg Lachs= 120 Rubel, Gehacktes =250 Rubel kosten. Auch ein normales Menü in einer einfachen Gaststätte ist mit 150-200 Rubel erschwinglich.
    Die russischen Frauen gehen mit 55, die Männer mit 60 Jahren in Rente. Diejenigen, die in „gefährlichen“ Berufen, wie Arbeiter in der Chemie, im Bergbau, bzw. Militär, bekommen schon mit 48 Jahren Rente.
    Im Durchschnitt bekommen die Rentner ca. 12-14000 Rubel Rente (Blockadeteilnehmer ca. 28 000 Rubel und Arbeiter aus „gefährlichen“ Berufen, bzw. Facharbeiter liegen z.T. weit über diesem Durchschnitt ), mit der man, wie sie versicherten, auskommen kann. Viele von ihnen gehen dennoch parallel zu ihrer Rente arbeiten und legen vielfach dieses Geld für ihre Kinder, die übrigens im Unterschied zu Deutschland alle Arbeit haben, für den Erwerb späterer Eigentumswohnungen selbiger weg.
    In Russland haben ca. 90 % der Bevölkerung Eigentumswohnungen, für die man lediglich Wasser, Abwasser, Elekrizität und Gas, im Durchschnitt von monatlich 4000 Rubel bezahlen muss.
    Für diejenigen, die ein geringes Einkommen haben – z. B. für Invaliden- bezahlt der Staat die Hälfte dieser Ausgaben.
    Zudem brauchen die Rentner, im Unterschied zu Deutschland, für die öffentlichen Verkehrsmittel kein Geld zu bezahlen. Mit anderen Worten, jeder russische Rentner kann dadurch ausnahmslos am öffentlichen Leben teilhaben!!
    Der Staat zahlt ihnen monatlich ca. 450 Rubel zu ihrer Rente dazu. Für dieses Geld kaufen sie sich ein Monatsticket, das für Bus, Metro und Straßenbahn gilt.
    Eine Mutter mit Kind bekommt bis zu 2 Jahren 40 % ihres Verdienstes ausgezahlt.
    Hat eine Familie (für jedes Familienmitglied veranschlagt der Staat 10 000 Rubel im Monat an Ausgaben !) weniger als 30 000 Rubel zur Verfügung, bekommt die Familie zum monatlichen „Muttergeld“ zusätzlich 2500 Rubel dazu.
    Selbst Nina Andrejewa, die damals 1986, als Gorbatschow an die Macht kam und als einzige offizielle Person in der Prawda gegen die „Perestroika“ aufgetreten ist und gegenwärtig an der Spitze der Allunionspartei der KP Bolschewiki in Russland steht, bekannte mir gegenüber, dass auch die Kommunisten gegenwärtig hinter der Politik des russischen Präsidenten Wladimir Putin stehen. Dessen Innenpolitik sei auf den wachsenden Volkswohlstand gerichtet und die Nationale Befreiungsbewegungsbewegung Russlands seit dem Jahre 2011, zu denen sich auch die Kommunisten zählen, führt deren Unterzeichner Putin. Sie ist auf die Wiedererlangung der vollen Souveränität Russlands gerichtet !! Außenpolitisch aber orientiere die russische Regierung unter W. Putin darauf, die USA/NATO, die ihre alleinige imperialistische, faschistische Schreckensherrschaft gern auf die ganze Welt ausdehnen würden, in die Schranken zu verweisen.Die Feinde Russlands wissen das, was man unter Nationaler Befreiungsbewegung Russlands versteht. (siehe: Die Ukraine im Fokus der NATO. Russland das eigentliche Ziel“ ISBN: 978 3 88975 231 4 , S.273-277 )
    Aber verstehen das alle Linken( Kommunisten, Sozialisten, Antifaschisten, Antiimperialisten) ebenso?! Es wäre sehr wünschenswert !!

    Antwort
  32. Stephan

    @Irena
    Die „Stimmung der Deutschen“ …. das ist komplex. Ich glaube, wir hier können ein fröhliches Völken sein, siehe Fussball WM. Aber wir nehmen viele Dinge auch zu genau. Der Anspruch, dass nur eines richtig und gut sein kann, kommt halt gerne durch. In der Technik mag das gehen, aber sonst habe ich da Zweifel.
    Wenn Du etwas über Dt erfahren möchtest, nicht lesen, man muss es wohl erleben. Danach schreibe einen Reisebericht🙂.
    Gruss
    S.

    Antwort
    1. Irina

      Stepan, (darf ich auf russische Weise Ihren Namen interpretieren?))
      Ich war in Deutschland nicht einmal, aber das war 2003-2006, ich hab‘ Deutschland gern, damit sind meine viele froehliche Erlebnisse verbunden. Da koennte ich viele Reiseberichte schreiben))

      Antwort
  33. andreas kienitz

    Es ist schon erstaunlich, wie dreist in den Deutschen Medien gelogen wird. Nicht nur in bezug auf Russland, sondern auch das ganze Bevölkerungsgruppen im eigenen Land ausgegrenzt werden. Was mich wundert ist das wir 3 Mio. Arbeitslose ohne die versteckte Arbeitslosen sind es sicherlich doppelt so viele, bei Wahlen kaum ins Gewicht fallen. Eigentlich hätte ein Gesetz wie die sog. Hartz Gesetze gar keine Chance haben dürfen, damals bei der Verabschiedung war die offizielle Quote 5 Mio. also mit der versteckten Arbeitslosigkeit fast 10 Mio. das waren fast 25% der Wähler! Eigentlich hätte dieses Gesetz gar keine Chance haben dürfen! Ein Schelm der Böses dabei denkt! Denke ich daran was dieses Gesetz an Ausgrenzung und Überwachung der Betroffenen mit sich bringt und das diese Gesetze selbst gegen die Deutsche Verfassung verstößt Frage ich mich, wer in Deutschland regiert, das Volk jedenfalls nicht!

    Antwort
  34. Mick D.

    Differenzierter Artikel, der glaubwürdig wirkt und nicht nach plumper Schwarz-Weiß-Malerei und dem Deppen-Schema „guter Russe/böser Ami“ (oder umgekehrt) riecht.
    Dass Russland ein Paradies des politischen und journalistischem Pluralismus ist, mag ich trotzdem nicht so recht glauben. Das Dumme ist eben, dass man nie wirklich weiss, wem man jetzt mehr Glauben schenken soll, Einzelpersonen mit schlecht überprüfbaren Einzelmeinungen oder Massenmedien mit schlecht überprüfbaren Mainstream-Meldungen.
    Allerdings sollte man weder in Ost noch in West von netten Privat-Bekanntschaften auf eine nette Außenpolitik oder freundliche Politiker schließen.
    Und die Tatsachen, dass sich im Netz keine deutsche Übersetzung für russische Gesetze findet und in russischen Großstädten eine Schwulen-Szene existiert, bedeuten noch nicht, dass alles, was bisher über die Rechte von Homosexuellen in Rußland berichtet wurde, gelogen war.

    Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen bzw. im Auge des Betrachters – wie immer.

    Antwort
    1. Irina

      Es gibt in Russland keine Gesetze, die die Rechte der Homosexuellen beschraenken. Es gibt das Gesetzt, das homosexuelle Propaganda unter Minderjaerigen verbietet.

      Antwort
      1. Stephan

        Hallo Irena,
        Was ist homosexuelle Propaganda?
        Ich habe da so ein widerliches Begrüßungsbild von Honeker und Gorbi in meinem Kopf. Das schreckt doch mehr ab, als jedes Verbot. Und wen es lockt,…. da kann man dann wohl auch nichts mehr machen….
        Erzielt das Gesetz sein Ziel?

      2. Irina

        Das Gesetz ist neu, und, wie Sie verstehen es ist zu frueh zu behaupten, ob es sein Ziel erzieht oder nicht.
        Was ist homosexuelle Propaganda?
        Es ist verboten die Information zu verbreiten, die Attraktivitaet der homosexuellen Verhaeltnisse unterstricht (ob es wirklich eine Attraktivitaet gibt oder nicht, werden wir hier nicht streiten). Man darf nicht in der Schule einem Jungen erzaehlen, dass es ganz normal und cool seinen Freund zu lieben. ( „please try it, it is so cool to be gay as Elton John, just do it!“)
        Man darf nicht erzaehlen, dass es in der Famile keine Mutter und keinen Vater gibt, sondern nur Erzeuger № 1 und Elzeuger № 2 und nicht unbedingt, dass es eine Frau und ein Mann sind…

        Und was das Merkwuerdigste ist, unsere Bevoelkerung dieses „grausamen“ Gesetzt befuerwortet, denn traditionele Familien und Verhaeltnisse sind uns naeher, als homosexuelle Mode. Wir sind meistens altmodisch Gott sei Dank.

  35. Tek

    Kein Impressum, Kein Name, keine Quellen. Ich kann auch so eine „Lobeshymne“ auf die USA schreiben. Richtig wird es deshalb trotzdem nicht.

    Antwort
    1. Siegie-NN

      Das Original ist die Quelle! Warum krampfhaft die USA ins Spiel bringen? Es geht hier darum, dem Russenbashing ein Ende zu bereiten und der Russophobie entgegenzutreten. Und das muß nicht mit „Quellen“ herbeigequält werden und das ist nicht automattisch Anti-Amerikanismus!

      Antwort
  36. Pingback: Presseschau vom 07.04.2015 | Alternative Presseschau

  37. Pingback: Grenzland (Zufälliges aber doch eigentlich gründliches Verzeichnis etlicher unberühmter Schriften, Berichtigungen, Vermeldungen, Meinungsbrieflein, Auslegungen und anderer unerhörter Zeitungen über das Land der Ukraine (zu deutsch: ‘Grenzland&a

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  39. DatJense

    mag den kommentar, hatte in Ekaterinburg ähnliche Erlebnisse.

    Die Russen haben nunmal eine andere Kultur und auch deshalb lässt sich ein CSD schlechter verkaufen. Man geht mit seinen Emotionen, weder positiven noch negativen, hausieren .

    Auch ein heterosexuelles paar wird sich nicht in der Öffentlichkeit Händchen haltend, sich umarmend oder gar küssend zeigen. Das gehört sich schlicht nicht. Für unsereinsag das gewöhnungsbedürftig sein, aber wohl kaum abnormal, denn erst die 68er haben in Mitteleuropa unser Verhalten in dieser Hinsicht verändert.

    Es mag sein, dass Russland hinter uns in manchen Dingen hinterherhinkt. Wenn, sind es aber nur ein paar Jahre und aktuell hat Russland wohl ganz andere Dinge anzugehen, da außenpolitisch die halbe Welt auf sie einprügelt.

    Der Russe hat sich glücklicherweise seine politische Aktivität und Belesenheit aus Ostblockzeiten bewahrt, während im Osten unseres Landes panem et circenses längst Oberhand gewonnen hat.

    Ich wäre froh, wenn schulische Bildung und Elternhaus auch hierzulande wieder Denkfähigkeit und Zweifeln zur Tugend erheben würden, statt Hochschulen zu billigen Berufsausbildungsstätten zu degradieren (Stichwort: Bulimie-Lernen) und die Hinnahme von Medien-Artikeln als gegebene Wahrheit…

    Warum Hegel im Original lesen, wenn es auch ein Kompendium gibt?

    Warum Professoren nicht anklagen, dass sie zu kompliziert und unverständlich schreiben, statt einfach sein Gehirn dahingehend zu schulen, Texte nicht nur zu fressen, sondern auch zu verstehen?

    Man darf und sollte aber trotzdem demonstrieren. Das vodergrumdig andere Dinge angepackt werden müssen oder es in anderen Ländern Minderheiten kaum besser geht, bedeutet nicht, den Kampf sein zu lassen. Auch Deutschland ist bezüglich der Rechte von homosexuellen kein Vorzeigeland. Aber deshalb gibt es auch hier Demos und Vereinsarbeit ebenso wir parteipolitische Arbeit, um die Situation zu verbessern. Ebensolches passiert in Russland ja auch.

    Die Übergriffe seitens Polizei und Zivilbevölkerung ähneln halt nur denen wir noch in dem 70ern in der „westlichen Welt“ – der Kampf ist hart. Ältere bundesdeutsche Schwule werden zu berichten wissen…

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  40. Till Sitter

    Super Bericht, ich bin beeindruckt. Vielen Dank für diese sachliche Darstellung der Tatsachen. Dass das Bild des Deutschen ins Wanken gekommen ist, konnte ich auch letztes Jahr in Südamerika feststellen. Es ist traurig und beschämend, was aus uns geworden ist. Vom Dichter und Denker über den Täter zur überheblichen Null. Schade, dass das Gelächter nicht bis zu uns herüber schallt.

    Antwort
  41. brillenkaiman

    Sehr lesenswerter Beitrag, danke dafür. Viele Dinge stellen sich ja aus der Nähe betrachtet anders da, als aus der lediglich von Medien überbrückten Distanz. Ich stieß auf diesen Beitrag, weil ich am überlegen bin, mit meinem Freund im Sommer Moskau zu besuchen. Die Idee reizt mich schon lange, aber naja, als schwules Paar hat man natürlich auch seine Bedenken. Was mich betrifft, bin ich jedenfalls bereit, das „Risiko“ einzugehen. Muss nur noch meinen vom Naturell her etwas ängstlicheren Partner überzeugen. Ich werde ihm auf alle Fälle diesen Reisebericht zum Lesen geben – auch insoweit nochmals danke!

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    1. Siegfried Wilhelm

      Habt keine Angst! Solange Ihr nicht den Koitus auf der Straße zelebriert, wird alles akzeptiert. Notfalls – kommt mal rüber in die Provinz. Nein, ich bin nicht schwul, aber ich habe hier etliche von Eurer Sparte hier gesehen, händchenhaltend. Es gibt sie. Und ihnen passiert nix.

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