Journalismus mit dem IQ einer obenliegenden Nockenwelle

Vor einigen Tagen postete ein Freund, den ich aus Moskau kenne, ein Bild auf Facebook, das ihn am Bahnhof in Sankt Petersburg vor zwei Hochgeschwindigkeitszügen zeigte. Er war gerade angereist und hatte vor, sich ein paar Tage die Stadt anzuschauen.
Ich war ein bisschen überrascht, denn aus irgendeinem Grund hatte ich in Erinnerung, Moskau sei mit Sankt Petersburg verkehrstechnisch nur sehr schlecht angebunden. Ich grub in meinem Gedächtnis, nutzte Kontakte und das Internet, schließlich fand ich den Ursprung des Gedankens.
11207294_1175834762431841_1451272674899348974_nEin unsäglich dummer Kommentar von einem sogenannten Landeskorrespondenten des Deutschlandfunks mit Namen Michael Watzke, hat dieses Vorurteil in meinen Kopf gepflanzt. Den Kommentar im Stil einer Hasspredigt hatte er anlässlich des Besuches des russischen Motorradclubs “Nachtwölfe” abgesondert, der zum siebzigsten Jahrestages der Befreiung vom Faschismus durch die Rote Armee in Berlin das Sowjetische Ehrenmal besuchen wollte.
In seinem als Kommentar getarnten Erguss der deutschen Überheblichkeit, die sich mit Dummheit paart, schreibt Watzke:

Haltet die Nachtwölfe nicht auf, sondern macht ihnen den Weg frei. Immerhin können sie von München nach Berlin auf der Autobahn fahren. Die Russen haben es in 70 Jahren nicht geschafft, eine Autobahn von Moskau nach St. Petersburg zu bauen.  Vielleicht also lernen die Nachtwölfe noch was auf ihrem Weg von Moskau nach Berlin und zurück. Vielleicht nehmen sie ein bisschen Zivilisation mit. Zugegeben: ein sehr optimistischer Gedanke.

Vom Fehlen einer Autobahn, die es in der deutschen Bedeutung des Wortes tatsächlich erst in den Anfängen gibt, verschob sich angesichts des Tones des Kommentars unterhalb meiner Wahrnehmungsschwelle etwas in Richtung hin zu ‚völlig fehlender Infrastruktur‘. So funktioniert Propaganda, deren Opfer ich hier zeitweise wurde.
Und um dem Irrsinn noch eins draufzusetzen: In Deutschland darf man für die Propaganda in Form der GEZ-Gebühr nicht nur selbst bezahlen, man darf als Beitragszahler darüber nicht mal verfügen, denn die öffentlich-rechlichen Sendeanstalten sind verpflichtet, ihre kommentierende Beiträge nach sieben Tagen zu löschen. Ein unglaublicher Zustand.
Zum Glück gab es auf der Seite der Ständigen Publikumskonferenz der öffentlich rechtlichen Medien noch eine Version des Kommentars, der hier nachgelesen werden kann.

Doch nun ein bisschen zu den Fakten: Russland ist ein Land der Bahn. Seit 1851 besteht eine Zugverbindung von Moskau nach Sankt Petersburg. Diese Zugverbindung ist historisch. Bereits seit 1931 gibt es auf dieser Strecke einen Schnellzug mit dem Namen “Roter Pfeil”, die Züge wurden mit der Zeit immer schneller und die Taktung dichter.
Ein wirkliches Autobahnnetz ist tatsächlich nicht vorhanden, dafür aber ein umso engeres und bestens ausgebautes Bahnnetz.
Ob man als deutscher Journalist nun gerade den Autobahnbau zum Maßstab zivilisatorischer Entwicklung machen sollte, halte ich angesichts der Geschichte gerade des deutschen Autobahnbaus nicht für höchst fragwürdig, sondern für total hirnlos.
Doch noch einmal zurück zum Bild, auf dem mein Freund vor zwei Hochgeschwindigkeitszügen zu sehen ist. Den meisten dürften diese Züge irgendwie bekannt vorkommen. Es handelt sich um die auch in Deutschland eingesetzten Züge der Firma Siemens, die hier unter dem Namen ICE, dort unter dem Namen Sapsan die Metropolen miteinander verbinden.
Die deutsch-russische Kooperation lief für eine Weile ganz gut. Russland stellte für den Kauf der deutschen Züge sogar die Produktion eigener Hochgeschwindigkeitszüge zurück. Das könnte sich allerdings nun als Fehler erweisen, denn Siemens ist von den nicht so wohldurchdachten Sanktionen der Bundesregierung betroffen.
Dumm für Siemens, aber vermutlich nicht für Russland, schließlich stellt China inzwischen auch ganz flotte Züge her und Russland selbst ist das Land, das derzeit die bemannte US-amerikanische Weltraumfahrt überhaupt erst möglich macht, wie die NASA ausführt. Ein solches Land bekommt auch eigene Züge gebaut, zumal das Projekt eines eigenen Hochgeschwindigkeitszuges schon weit fortgeschritten ist.
Von einem Journalisten mit dem Intelligenzquotienten einer obenliegenden Nockenwelle kann man die Lieferung solch komplexer Informationen selbstverständlich nicht erwarten auch wenn er von uns allen bezahlt wird. In Deutschland herrscht Fachkräftemangel all überall.
Informationen muss man sich im Elendsviertel des Journalismus, in Deutschland also, selbst besorgen. Dafür darf man sich zudem noch kontinuierlich darum bemühen, sich die Propaganda aus dem Kopf zu pulen, die einem hierzulande mit jeder Minute ins Hirn gepflanzt wird.
Schließlich ist ein kuschliger Wohlfühlfaktor doch die Hauptsache. Dieses kuschelige Wohlgefühl stellen Journalisten wie Watzke her, die uns glauben machen wollen, wir seien zivilisierter und technisierter als alle anderen, dem Rest der Welt einfach grandios überlegen. Dass dem in gefährlicher Weise nicht so ist, ist nur dem klar, der einen Umweg um den Mainstream macht und sich beständig selbst aufklärt.

31 Gedanken zu „Journalismus mit dem IQ einer obenliegenden Nockenwelle

  1. moritz

    Das Gleisbett sieht zwar nach der modernen festen Fahrbahn aus, mir fehlen auf dem Bild aber die Bahnhofsgrafittis. Die Russen sind uns also doch unterlegen weil sie keine „freie Kunst“ haben die sich einem überall mitteilt.

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  2. Daggi Dinkelschnitte

    Siemens wollte auch an der erweiterung der Metro Moskau, die um 50% wachsen soll, verdienen. Gesamtvolumen 10 MRd €,
    Aktuell baut IKEA privat mit und natürlich China für rund zwei Milliarden Dollar.
    768 neue Waggons bauen die russischen Firmen nun selber.
    Kann Siemens ja mal brauchbares Material auf dt. Gleise stellen….

    Antwort
  3. Dr. Helmut Z. Baumert

    Russland ist deshalb mehr Eisenbahn- als Autobahnland, weil das Klima ein anderes ist, Entfernungen um Zehnerfaktoren größer als in Germanistan und Besiedlungsdichten statistisch viel kleiner sind. Schienen räumen sich leichter von Schnee als Autobahnen, glauben Sie mir! Ich kenne St. Pete und Moskau und war neulich auch zwischen Peking und Schanghai auf Tour mit dem in China gebauten „ICE“: Nagelneu, blitzeblank, ein Märchen! Die Fahrt ging extrem komfortabel mit 300 bis 330 Stundenkilometern 5 Stunden lang an links und rechts sichtbaren halbfertigen Hochaussiedlungen vorüber (vermutlich Bau-Blase: schmerzlich, aber wohl in einer derart rasanten Entwicklung unvermeidlich). Wir sollten uns aber alle schön frisch machen, denn zurück zu Haus wirkte HH gegen die genannten Städte wie ein Dorf. Tipp: Chinesischlehrer JETZT langfristig binden, bevor die Preise zu hoch sind.

    Die jetzige deutsche Regierung hängt zu sehr an Anglo-Saxonia, dessen rabiat-vikingerhaftes Zivilisationsmodell möglicherweise ins Entdeckerzeitalter paßte, aber nicht mehr in UNSERE Zeit. Wie ein dicker Kerzenstumpf ist es soeben am Verrauchen; der Docht rußt einem Ende entgegen!
    Was soll man in unserer Moderne 2.0 anfangen mit Inches, Miles, Fahrenheit und Barrels – to begin with? Mit Todesstrafe, übervollen Gefängnissen und allseitigem Waffentragen, rassistischem Untergrund und entfesselter Gier als medial propagiertem Lebensideal? Mit Atom- und Wasserstoffbomben im Regal? Und die Entwicklung geht weiter, die Physik hat Neuigkeiten, die „noch schöner“ sind. Kann man den Trend der Waffenentwicklung der letzten 500 Jahre zu immer höheren Energien fortsetzen? Eine übergreifende Regulation menschlicher Aktivitäten ist zwingend geworden. Nicht Putin wurde zum Hauptfeind der menschlichen Zivilisation, sondern OBESITY.
    Oh ja, Garrison Keiller, Pete Seeger und Joan Baez, vielleicht auch Bob Dylan – DAS wäre ein anderes Amerika geworden. Kann es noch werden, WENN auch von uns Mumm und Nüchternheit aufgebracht würde. Das demokratische Amerika WARTET auf uns, dass wir vernehmlich NEIN sagen und weltgeschichtlich Sinnvolles mit Angenehmem verbinden: nämlich mit ordentlichen Geschäften in Eurasia. Treten Sie zur Seite, Kollegin Merkel, Sie stehen im Weg, Sie stehen im Licht!

    Antwort
    1. sw

      Ist ihnen bewußt das auch die USA und Europa mal ein „Eisenbahnland“ war? Hatte die Änderung irgendetwas mit Klima zu tun? Natürlich nicht das hat a.) mit der Technikentwicklung (Eisenbahn war einfach VOR Autos da) und -noch mehr- mit b.) der Verquickung von Politik und Wirtschaft zu tun. Darum wurde in der USA die gut ausgebaute Eisenbahninfrastruktur durch „Individualverkehr“ ersetzt. Gleiches in Deutschland und Europa. Auch dort die Eisenbahn BEWUSST und absichtlich in die Roten Zahlen gebracht um sie dann „abwickeln“ zu können.

      „rabiat-vikingerhaftes Zivilisationsmodell“
      meine Güte was für ein Krampf. Vielleicht sollten sie ihre geschichtlichen Vorurteile ab- und differenziertes Wissen aufbauen.

      Antwort
      1. Dr. Helmut Z. Baumert

        @sw: Tut mir leid, kann ich nicht folgen. RU ist sehr viel größer als USA oder CN. Fahren Sie einfach mit dem PKW von Moskau nach Novosibirsk, es muss nicht Winter sein … Danach wissen Sie, warum die Bahn dort eine andere Rolle spielt als in allen anderen Nationalstaaten. Was das Vikingerhafte etc. anlangt, so stelle ich die Gegenfrage nach den sog. hydraulischen Gesellschaften des sog. Ostens, die zunächst vor 250 Jahren von Boulanger (klingt bei Marx an als „asiatische Produktionsweise“, bei Lenin als „asiatitshna“), später vor 100 Jahren etwa von Wittfogel untersucht wurden. Der Westen gilt als Gegenstück zu diesem Idealbild. Was aber ist „der Westen“, Genese, Entwicklung? Die Dinge sind komplex und wissenschaftlich durchaus Neuland. Die Literatur dazu ist zu 99% wildes Geschrei und hat nur 1% belastbare empirische Substanz. Übrigens ist die Wahrheit über unsere Ursprünge für uns alle, Westen wie Osten, nüchtern betrachtet nicht durchgängig angenehm!

  4. Andena

    Jein. Russland hatte bislang ein anderes Verkehrskonzept – Schwerpunkt liegt auf Bahn und Flug. Der Autoverkehr zwischen Metropolregionen wird durch Magistralen organisiert. Dieses System kann auch gut noch in Berlin-Ost erkennen. Die Magistralen verlaufen vom Zentrum in die Außenbezirke, die Verbindung zwischen den Magistralen erfolgt über Ringstraßen. Dazu im Gegensatz steht die Verkehrssystematik in Westberlin, wo Autobahnen und Hauptstraßen das Gros des Verkehrs aufnehmen.

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    1. AlterPreuße

      Liebe( r) Adena, der Vergleich mit Berlin/ Ost wie West hinkt.
      Zum einen hat das nichts mit W und O zu tun. Man hat immer einen zentralen Punkt von aus sternförmig sogenannte Magistralen abgehen, Beispiel Siegessäule zum Funkturm
      Bitte auch auf die Straßennamen schauen Kaiserdamm !!! davon westlich Reichskanzlerplatz!!! uswuswusw das gab es schon vor den Stadtautobahnen…… Stadtplan nehmen und schauen…

      Antwort
  5. Heinrich

    Ein guter Artikel, der auch meine Verblendung etwas beseitigt hat. Er sollte direkt an den Propagandisten Watzke geschickt werden, damit der mal sieht, dass nicht alle Leser dumm sind.

    Antwort
  6. Anja Böttcher

    Lieber Gert,

    ein schöner Artikel, der zeigt, wie die an dem Freud-Neffen Edward Bernays orientierte West-Propaganda mit ihrem perfiden Spiel mit dem Unbewussten funktioniert. Übrigens kann man gerade anhand des oben zitierten Beispiels, in dem der „Herrenmensch“ dem „unzivilisierten russischen Barbaren“ zeigt, wo der Hammer hängt, indem er die Geschmacklosigkeit hat, diese protzig behauptete Überlegenheit ausgerechnet an „des Führers Glanzstück“, der glorreichen Autobahn, festmacht, nachvollziehen, warum Edward Bernays Rezepte in dem Buch „Propaganda“ einen Fan in einem gewissen & damals noch unbekannten Joseph Goebbels fanden.

    Dieser Beitrag zu den „Nachtwölfen“ war auch für mich so etwas wie eine böse Heimsuchung. Was waren wir naiv, als wir um die Milleniumswende dachten, der Typus derer vom Schlage des „Es war nicht alles schlecht damals. Immerhin hat Hitler die Autobahn gebaut.“ sei endlich ausgestorben. Nein, es ist sogar so weit gekommen, dass dieser Typus wieder einen Freibrief deutscher Eliten besitzt, auf Russen schießen zu dürfen – wenn auch vorerst nur publizistisch.

    Da kann man nur mehr den guten Max Liebermann ztieren: „Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte.“

    Herzliche Grüße,
    Anja Böttcher
    (alphabetta)

    Antwort
  7. Heimatloser

    Also ich würde diesen komischen watzi mit einer Russlandreportage Schwerpunkt Moskau und St. Petersburg beauftragen. Dienstwagenschlüssel demonstrativ aber komentarlos vor ihm auf den Tisch werfen.
    Wenn der dann nach ein paar Wochen zurück kommt kriegt er einfach einen Zusammenschiss warum er so barbarisch lange unterwegs war – hätte ja schnell und günstig mit dem Zug fahren können.

    Antwort
  8. Hans von Atzigen

    Interessanter Artikel.
    So im Grobraster entwikelt sich etwas Entscheidendes.
    Russland hat offenbar die Agonie die der Realsozialismus
    dem Land aufgezwungen hat im Wesentlichen überwunden.
    Wie Nachhaltig sich das entwikelt bleibt abzuwarten.
    Im Grobraster zeichnet sich volgendes Bild ab.
    Das Globale Wirtschaftliche Hauptgewicht verlagert sich
    zunehmend in den Grosswirtschaftsraum China- Russland.
    Ironie der Geschichte, die Sanktionspolitik beschleunigt diesen Trend.
    Das sich in diesem Raum ein neues Wirtschaft- Wunderland entwickelt
    ist jedoch auch Fraglich.
    Für Grosse Wachstums- Entwiklungen fehlt es innzwischen
    Global an Möglichkeiten.
    Auf diesem Hintergrund zeichnet sich ein anderes Bild ab.
    In diesem grossen Wirtschafts- Krieg werden die zu
    den ,,Siegern,, die weniger an Gewicht verlieren.
    Da zeichnet sich ein zunehmendes ,,Gewicht,,
    der BRICS- Runde ab.
    Scheint das beginnt auch den US Geostrategen zu dämmern.
    Auf diesem Hintergrund erklärt sich denn doch so einiges
    zum gebaren und Aktivismus, des Westens USA / EU.

    Antwort
    1. Dr. Helmut Z. Baumert

      @Hans von Atzingen: Nicht ganz richtig, also völlig falsch. Die sozio-ökonomische Entwicklung ist KEIN Fußballspiel, in dem nur einer (1,0) gewinnen kann. Es ist halt eine EVOLUTION nach vorne. Dabei kommt es zu einer gewissen Konvergenz der global middle classes. Großstadtleben ist heute überall auf dem Globus ziemlich deckungsgleich, durchtechnisierte Wohnung, PKW, Fahrrad, Nahverkehrsmittel, Spektrum der Kommunikationsmittel. Ökonomische Systeme haben sich – etwa ab 1980 – auch rasant angeglichen, nicht zuletzt durch Deng Xiao Ping, der die „sozialistische Markwirtschaft“ ausrief, die der „sozialen Marktwirtschaft“ der alten Bundesrepublik etwas ähnlich sieht, aber mit der alten orthodoxen Planerei nichts mehr gemein hat. UdSSR ist dann nachgezogen, etwas verunglückt freilich. Dagegen Hillary: Hier und da zeigt sie ein Faible für Marktwirtschaft bzw. mehr Regulation, und das ist richtig so, weil der Atem eines Quartalskapitalismus selbst für mittelgroße Projekte nicht mehr ausreicht, die z.B. aber RU und CN mit ihren weiteren Denkhorizonten locker stemmen. Man denke nur an die NASA – ein Trauerspiel!
      Auch der Lebensstandard gleicht sich – trotz aller noch bestehendere Differenzen – gobal gesehen tatsächlich an ebenso wie Lebenserwartung, Kinderzahlt etc. — einfach mal statistisches UN-Material nachlesen in „The Great Convergence …“ von Kishore Mahbubani. In dieses Bild paßt aber ein gewisser Exzeptionalismus einzelner fetter weißer Männer nicht mehr hinein, sodass das Leben Korrekturen vornehmen wird: Wir müssen uns wohl überraschen lassen, denn Hellseher sind wir alle nicht.

      Antwort
      1. Hans von Atzigen

        Entschuldigung:
        Ihre Ausführungen insbesondere Statistiken sind
        auch mir bekannt die Argumentationen auch.
        Offenbar habe sie 2 alles entscheidenden Faktoren
        entweder übersehen oder kaum ansatzweise begriffen.
        a.) der Planet ist Wirtschaftlich zur Autarkie verdammt.
        Auswandern resp. Ausweitung auf den Mars. Gigalacher.
        b. Sie träumen von einem Ding der unmöglichkeit.
        vom Ökonomie-Perpetuum- Mobile.
        Da können Sie ganze Bibliotheken von Argumenten liefern,
        bis zum totalen Wiederspruch.
        Glat vergessen kann und wird NICHT schlüssig aufgehen.
        Will ja niemandem auf die Füsse treten,Entschuldigung.
        Scheint Sie haben Ihren Dr. im Bereich Philosophie resp.
        Ideologie gemacht. Wenn im Bereich Physik wäre das peinlich.
        Freundliche Grüsse

      2. Dr. Helmut Z. Baumert

        Lieber Hans von Atzigen,

        Sie zweifeln meine Fachqualifikation an: Ich habe ein Diplom in Physik, Dissertation + Habilitation in der DDR/TU Dresden gemacht, hatte ein Habilitationsstipendium an der Lomonossov-Universität Moskau und an der Universität Novosibirsk in Akademgorodok. Qualifiziert war ich dazu wohl dadurch, dass ich ein Einserabitur gemacht habe und dabei den Matheteil ein Jahr vorfristig, weil ich als Begabung galt und Mathe-Olympiaden gewonnen habe. Soviel in Kürze dazu.
        Natürlich ist die Erde endlich und Auswandern ein Problem. Allerdings habe ich am sowjetischen Marsprojekt mitgearbeitet, was jedoch ein Prestigeprojekt war und wohl auch noch ein Zeitchen bleiben wird. Das Thema würde sich aber perfekt eignen im Sinne von „give the dog a bone“, die Supermächte zu beschäftigen, als sie aufeinander eindreschen zu lassen.

        Bitte beachten Sie, dass die Produktivkraftentwicklung in der Geschichte nach Erschließung neuer Energiequellen oft rasant extensiv verlief, dann in einer relativen Sättigungsphase auf die intensive Bahn einschwenkte, aus der sich wieder neue Mittel ergaben, die auch neue Energiequellen eröffnet haben. Die Chinesen z.B. haben in einer solchen intensiven Phase früh ein unerhörtes Niveau an Kochkunst, Musikalität, Schriftkultur entwickelt. Ich will das nicht weiter ausführen, die message ist klar: Es gibt neben dem extensiven Weg der Entwicklung auch den intensiven. Beide wechseln sich bislang ab. Interessant ist heute nur die Frage, ob wir mit weiteren Energiequellen (die H-Bombe ist ja längst schon übertroffen) noch etwas Sinnvolles beginnen können. Mit fehlt momentan offen gesagt die Phantasie und mir fallen eigentlich nur Mond und Mars noch ein. D.h. wir sind in einer Sättigungsphase und sollten verstärkt das Klavierspiel erlernen oder die Kochkunst oder Tuschemalerei, als Ressourcen zu vergeuden via Konsumismus etc. Einmal mit dem Fahrrad um die Welt – sowas eben.

        Dass wir ein irdisches Verteilungsproblem haben, das weiß auch ich und halte dessen Lösung für dringlicher, als globalen Alarmismus zu Resourcen jeglicher Art zu verbreiten. Alarmismus ist überhaupt nicht angebracht, wohl aber konsequentes und entschlossenes Handeln in Fragen, die ich hier nicht ausbreiten will. Ob unser politisches System dazu noch in der Lage ist, oder alles zerredet, um letztlich Lobbies zum Zuge kommen zu lassen, das wird sich zeigen.

        Übrigens: Bevor Sie hier noch weiter Erwachsene anpöbeln, befassen Sie sich doch bitte auch mal mit Orthographie und Grammatik der deutschen Sprache. Ihre Auslassungen im Internet
        lassen darauf schließen, dass Sie da Bedarf haben. MfG

      3. jauhuchanam राम अवत कृष्ण יוחנן אליהו

        @
        a) welche Verdammnis soll das sein? Haben Sie schon einmal im Flugzeug gesessen? Von oben betrachtet ist das alles winziger, als ein das gewaltige Herr von 20 Millionen Wanderameisen aus der Nähe, die Stunde um Stunde an einem vorrüberzieht, ohne dass sich auch nur eine Ameise darüber bewusst ist, dass sie beobachtet wird.

        b) dieses Mini im Vergleich zum gigantischen Ganzen ist ein Ökonomie-Perpetuum-Mobile und bildet doch nur eine sich bewegende Facetten-Erscheinung der Realität: die Winzigkeit der Komplexität, die uns so groß erscheint, wird doch bereits von der Größe der Komplexität einer einzigen menschlichen Hautzelle überragt: der Mensch nimmt sich einfach in seiner Kunstwelt zu wichtig und hält diese für die Wirklichkeit seines eigenen Seins.

        … und so unvorstellbar es war, dass der Mensch nicht am Ende der Welt hinunter fällt und doch eine „Neue Welt“ entdeckte, die auf dem Kopf zu stehen scheint, obwohl doch wir hier mit dem Kopf ins Unten zeigen: in 50 Jahren werden wir das Sonnensystem besiedeln und in 80 unsere Galaxie, damit in 100 das Universum von uns bevölkert wird, dass viel kleiner ist, als wir es uns heute Größer vorstellen SOLLEN ….

    2. Hans von Atzigen

      @Helmut Z.Baumert
      Ohne Ironie, sehr interessant Ihre letzten Ausführungen.
      Natürlich kann sich kein Mensch aussuchen in welche
      Umstände er geboren wird und leben ,,muss,,musste.
      Unbestreitbar das prägt und beienflusst.
      Wir wurden da in Unterschiedlichen sog. Systemen, geprägt.
      Zur Invormation.
      Es gab im Westen in den 60- 70 iger Jahren eine
      3.Weg Denkrichtung mit entsprechenden Ansätzen.
      Leider ist das meiste längst Versandet.
      Die entsprechenden Titel sind auch nicht mehr im Handel.
      Selbsverständlich nicht Ihre ,,Schuld,, das dies in
      Ihrem Verständnis kaum vorhanden ist.
      Bitte ganz einfach als Wertungfreie Feststellung zur Kenntnis nehmen.
      Freundliche Grüsse

      Antwort
      1. Dr. Helmut Z. Baumert

        @H.v.Atzigen: Sie haben eine wenig präzise Ausdrucksweise mit vielen Elementarfehlern. gespickt ist. Es gibt etliche Versionen des Dritten Weges. Sie müßten präzisieren, was genau sie meinen. Ich kenne aber diese Kommunikationssituation aus meiner Zeit als Professor an der Uni Oldenburg und möchte diese Erfahrung weder vertiefen noch fortsetzen. Mit freundlichen Grüßen, HZB

  9. Stephan

    Klasse Kommentar!

    Am Rande sei noch erwähnt, das die Klimaanlagen des Sapsan nicht dauernd ausfallen. Die russische Bahn hat angesichts höherer Außentemperaturen im Sommer das bessere (dafür etwas teurere) Modell geordert und – oh Wunder, die Klimaanlagen funktionieren sogar im Hochsommer….. Irgendwie ziemlich ‚unzivilisiert‘ soo viel Geld für Klimaanlagen auszugeben.
    Bei der sparsamen Die Bahn ist man da wesentlich zivilisierter. Da gibts Preiswerte Klimaanlagen, das billigste Modell! Funktionieren zwar nicht immer, aber dafür waren sie nicht so primitiv teuer!😀

    Antwort
  10. adamlauks11

    SOEBEN habe ich als seit 2004 eingedeutschter Bürger der BRD meine bürgerliche Pflicht getan. Hier ist der Beweis: Von: ‚lauksde@gmx.de‘
    Gesendet: Montag, 10. August 2015 08:32
    An: poststelle@bmjv.bund.de
    Cc: poststelle@bmi.bund.de, poststelle@generalbundesanwalt.de, bfvinfo@verfassungsschutz.de, internetpost@bundesregierung.de, Poststelle@bkm.bund.de, kontakt@ethikrat.org
    Gesendet von Windows Mail
    Von: ‚lauksde@gmx.de‘
    Gesendet: Montag, 10. August 2015 08:13
    An: mail@bundestag.de
    Sehr geehrter Professor Dr. Lammert !
    Werter Bundestagspräsident !
    Ich werde niemals den Satz aus Ihrem ersten Antwortschreiben an mich vergessen, in dem Sie mein Schicksal sehr bedauerten
    und der Meinung waren dass STASI-Verbrechen den Verbrechen der NAZIS gleichzusetzen wären und gleich juristische Behandlung
    erfahren müssten.
    Meine Suche nach Recht und Gerechtigkeit in der Deutschen Justiz endet mit dem Zweifel an unseren freiheitlichen parlamentarischen
    Demokratie. Die Ereignisse der letzten Tagen haben meine Zweifel nur erhärtet.
    Aus dem Gespräch mit Ihrem Mitarbeiter Herrn Ritschel habe ich festgestellt, dass es für durch Ihr Zutun weitergeleiteten Petitionen
    vom 2.4.2013 und vom 13.2.2015 keinen Rücklauf aus dem Petitionsausschuss – Referat 4 des Oberamtsrat Wolfgang Duerig gegeben
    haben sollte.
    Deshalb und abschließend diese OFFENE E_mailnachricht an Sie zur Kenntnisnahme und evtl. weitere Verwendung mit diesem, gestrigen Blogbeitrag:
    http://adamlauks.com/…/dies-ist-eine-offene-anfrage…/
    Der Blogbeitrag unter diesem Link wird gleichzeitig an Herrn Maas, Herrn Maßen, Herrn de Maisiere,Herrn Range und Kanzlerin Merkel zugängig
    gemacht – die ganze Presse und Medien haben ihn schon seit gestern.
    Mich für Ihre persönliche Verwendung bedankend
    in Sorge um unseres Deutschland und seine parlamentarische Demokratie
    mein Dank und Segen an Sie
    mit besten Wünschen für Ihre Gesundheit und Schaffenskraft
    Ihr Adam Lauks
    ungesühntes Folteropfer der STASI

    DIES IST EINE OFFENE ANFRAGE DES UNGESÜHNTEN FOLTEROPFER DER…
    ADAMLAUKS.COM

    DIES IST EINE OFFENE ANFRAGE DES UNGESÜHNTEN FOLTEROPFER DER…
    ADAMLAUKS.COM

    DIES IST EINE OFFENE ANFRAGE DES UNGESÜHNTEN FOLTEROPFER DER…
    ADAMLAUKS.COM

    Antwort
  11. Stephan O.

    Großartig. Da hat einer durchaus besorgniserregende Probleme mit seinem Leseverständnis, kann Straße nicht von Schiene unterscheiden und macht dafür einen Journalisten verantwortlich. Unabhängig davon, wie geistreich der Kommentar von M. Watzke war – anderen eigenes Versagen in die Schuhe zu schieben und denen dann auch noch unlautere Absichten unterstellen – das ist schon eine abstruse wie abenteuerliche Verdrehung der Tatsachen. Und genau darum geht es ja oft bei Propaganda…

    Antwort
  12. waldemarmeyer

    Hat dies auf Meyer´s Meinung rebloggt und kommentierte:
    Und hier wieder ein Artikel von einem meiner absoluten Lieblings-Blogger. Wie praktisch, wenn er Sätze schriebt, denen ich bis ins letzte Wort zustimmen kann… ohne sie selbst formulieren zu müssen.

    Antwort

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