Loslegen

Performative schreiben sich selbst fort, ohne nachdenken, einfach, indem man ein Wort das nächste ergreifen lässt. Sich der Grammatik überlassen, sich den Ethymologien und den Feldern überlassen, die dann die Bedeutung stiften, jenseits einer Idee, eines Subjekts, das schreibt. Das ist es, was ein Perfomativ ist. Ein Performativ ist es, das ich jetzt entstehen lasse, … Weiterlesen Loslegen

Rolf Schwarz 5

Während seines Aufenthalts in der Psychiatrie war Rolf immer davon ausgegangen, mit seiner Entlassung würde er unmittelbar in sein gewohntes Leben zrückkehren. Er würde sein Ingenieurstudium wieder aufnehmen, es aufgrund der Dauer seines Klinikaufenthalts, er war nun schon drei Monate hier, ein Semester später als geplant beenden und anschließend als Bauingenieur arbeiten. Dieser Ablauf schien … Weiterlesen Rolf Schwarz 5

Rolf Schwarz 4

Sechs Wochen nach seiner zwangsweisen Unterbringung in der Psychiatrie wurde Rolf von der geschlossenen auf eine offene Station verlegt. Falls er es nun wolle, könne er die Klinik jederzeit verlassen, sagte man ihm. Doch die hohe Dosis an Psychopharmka, die ihm verabreicht wurde, verhinderte jede eigenständige Entscheidung. Rolf war lediglich in der Lage, Vorschlägen zuzustimmen. … Weiterlesen Rolf Schwarz 4

Alex Israel – Self Portrait, 2013

The Knife – Columbiahalle

Das Konzert von The Knife blieb indifferent. Was wollte es sein? Popkonzert? Ballett? Düstere Kelteninszenierung? Von allem wohl ein bisschen. Nun ist Ekklektizismus nicht automatisch ein Problem, in diesem Fall war es aber eins, denn durch die Heterogenität der Darstellung rückte die Musik in eine Distanz und war nicht mehr in der Lage, mitzureißen. Weniger … Weiterlesen The Knife – Columbiahalle

Rolf Schwarz 3

Was Rolf zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, war, welch einschneidende Veränderung die Diagnose "Schizophrenie" für sein Leben bedeuten würde. Er wusste nicht, in welch starkem Maße sie Grenzen festlegte, die zu überschreiten ihm unmöglich werden würde. Sie legte Räume fest, in denen Rolf sich künftig aufhalten würde, geographische Räume, Räume in seiner STadt, soziale … Weiterlesen Rolf Schwarz 3

Rolf Schwarz 2

Das Besondere in ihm hatte einen Namen erhalten. Einen medizinischen Namen. Wie alle Namen funktionierte auch dieser wie ein Rahmen, der etwas begrenzt und einhegt, damit es nicht übertritt und ängstigt. Das Paradoxe an diesem Namen war, dass genau dieser Name einen Zustand versuchte zu fassen, in dem die Gültigkeit der Namen und ihrer Begrenzungen … Weiterlesen Rolf Schwarz 2

Rolf Schwarz

Als man ihn fand, hing er schon drei Tage. Schlinge um den Hals, die Augen übergetreten, die Zunge aus dem Mund. So hing er drei Tage an einem bizarr kurzen Stück Seil. Für ein längeres war seine Wohnung zu niedrig. Der Haken an der Decke trug ihn mit Mühe, die Lampe, die sonst dort hing, … Weiterlesen Rolf Schwarz

Schöne Füße

Der Körper des Begehrens ist derjenige, an dem jedes Einzelne ein sinnliches Entzücken auslöst, das über sich auf das Ganze hinausweist. Der sinnliche Kuss ist nicht die bloße Berührung der Lippen, sondern der Beginn des Auflösens zweier Einzelner in ein Ineinander. Jede Berührung von Haut, jedes Streicheln ist das Überwinden der Grenze von Ich und … Weiterlesen Schöne Füße

Offenheit

Das Interessante am Performativ ist seine Offenheit auf die Zukunft. Letztlich ist Gegenwart immer offen auf die Zukunft und damit Performativ. Es ist eben nicht ableitbar, wo und wann etwas sich ereignen wird, wenn Gegenwart vollständig erschlossen ist. Diese Form der Transparenz allein ist schon eine Illusion.