Fin de siècle 15

Nicht uns allein war der beschattete Platz attraktiv vorgekommen. Eine immer größer werdende Zahl von Gästen suchte in dem schmalen Streifen Schatten Schutz vor der Sonne. Da man so eng beisammen stand, wurde viel gesprochen. Man war ja auf einer Hochzeitfeier, einem freudigen und geselligen Anlass. Das Aussehen der Braut wurde besprochen und allgemein gewürdigt, … Weiterlesen Fin de siècle 15

Fin de siècle 14

Innerhalb von kurzer Zeit war ich nun das zweite Mal ziemlich angepisst. Es war dringend an der Zeit, Sebastian an meinem Gefühlsleben teilhaben zu lassen. Ich zischelte ihm mein Befinden ins Ohr und erwartete Widerspruch. Zu meiner Überraschung blieb der aus. Im Gegenteil bekam ich Unterstützung. Sebastian fand das eben pfaffenseitig Geäußerte über alle Maßen … Weiterlesen Fin de siècle 14

Fin de siècle 13

Schließlich drohten Sam die Superlative auszugehen. Der Wein und die Sonne forderten ihren Tribut. Ohne Überleitung, beinahe brüsk und nur mit einem "Lets do it" vorangestellt fragte er nach, ob die beiden wirklich bereit seien, auf Leben und Tod zusammen zu beiben, was sowohl Susan als auch Andrew trotz der sehr weitreichenden Konsequenzen lächelnd bejahten. … Weiterlesen Fin de siècle 13

Fin de siècle 12

Der dunkel gekleidete Herr hielt es zunächst für nötig, sich der versammelten Gemeinde als Sam vorzustellen, um ihr dann die Geschichte von der Gnade Gottes zu erzählen, die es möglich gemacht hatte, an diesem herrlichen Tag zusammenzukommen, an diesem herrlichen Ort, mit diesen herrlichen Menschen, aus diesem herrlichen Anlass, und so weiter und so fort. … Weiterlesen Fin de siècle 12

Fin de siècle 11

Das Brautpaar schritt den Weg ab, langsam, denn würdevoll wollten sie wirken und das schien ihnen unmittelbar mit langsam in Verbindung zu stehen. Doch der Weg war uneben, eine Grasnarbe mit allen Tücken versehen, die eine  High-Heels-Trägerin fürchtet. Und das, was Susans Füße zierte, waren Kunstwerke in High-Heels. Zarte Bänder hielten ein waghalsiges Konstrukt an … Weiterlesen Fin de siècle 11

Fin de siècle 10

Als Andrew näher kam, war ich mir ziemlich, als er direkt an mir vorbei zog, ich ihn daher unmittelbar sah, war ich mir absolut sicher. Andrew modulierte seinen Gefühlshaushalt mittels intensiven Substanzgebrauchs. Ein Bilderbuchjunkie, der allerdings seine Honeymoonphase hinter sich hatte. Seine Gesichtszüge, seine blasse, wächserne Haut, sein Gang, seine Haltung, alles an ihm erzählte … Weiterlesen Fin de siècle 10

Fin de siècle 9

Es gab keine ersichtliche Sitzordnung, keine Namenskärtchen auf den Stühlen, die so aufgestellt waren, dass die Stuhlreihen einen Mittelgang frei ließen. Dennoch schienen einige der Gäste ganz konkrete Vorstellungen davon zu haben, wer wo zu sitzen habe. Ich hatte mich eben neben Sebastian auf einen der wenigen beschatteten Stühle in der vorletzten Reihe gesetzt, da … Weiterlesen Fin de siècle 9

Fin de siècle 8

Warum ich so ausgesprochen zickig reagiert hatte, wusste ich gar nicht zu sagen. Im Grunde hatte ich nichs gegen kiffende Postadoleszenten, im Grunde tat es mir auch schon wieder leid, im Grunde war es auch nicht persönlich gemeint. Ich fühlte mich hier lediglich unwohl. Im Grunde war es einfach eine Scheißidee auf eine Hochzeit von … Weiterlesen Fin de siècle 8

Ich bin gegen Sommergrippe

Eigentlich wollte ich schon längst wieder etwas geschrieben haben, aber die Sommergrippe hat mich erwischt. Die ist leider furchtbar uninspirierend.

Klagenfurter Rede 2013 – Bachmann-Preis

Die 37. Tage der deutschsprachigen Literatur sind vorbei. Die Preisträgerin steht fest, die Literatrukritik hat ihre Fratze vorgezeigt. Sie hatte wieder reichlich bizarre Züge, wie sich das für eine Fratze so gehört, aber sie war nicht wirklich grausam. Nicht in diesem Jahr. Das war auch schon mal anders. Natürlich ist es absurd, Literatur einem Wettstreit … Weiterlesen Klagenfurter Rede 2013 – Bachmann-Preis