Javier 25

Aus eigenem Antrieb hat sich Javier nie prostituiert. Zwar hat seine Mutter ihn für finanzielle Gegenleistung ihren Männerbekanntschaften zugeführt, jedoch geschah dies vor aller Befähigung zur Freiwilligkeit. Javier war viel zu jung, sieben oder acht Jahre mag er gewesen sein, als es zum ersten Mal geschah. Doch wurde damit damals eine Struktur festgelegt, in der … Weiterlesen Javier 25

Javier 24

Regina Ludovic öffnete die Arme weit, ließ Javier dabei  wissen, wie gut es wäre, ihn zu sehen, schloss die Arme und drückte Javiers Kopf gegen ihre üppige Brust. Javier immitierte ein Lächeln, was ihm bedingt gelang. Er versuchte aus Reginas Verhalten zu erschließen, welche Substanzen ihr Psychiater gerade in der Verschreibung favorisierte. Er tippte auf … Weiterlesen Javier 24

Javier23

Für seine Mitmenschen wurde Javier in aller Regel zu einer großen, lebenseinschneidenden Enttäuschung. Für seine Assistentinnen Donatella und das Blumenmädchen war er ebenso zu einer geworden wie er für seinen aktuellen Künstler Daniel Mersiowsky zu einer werden würde. Für ihn würde die Begegnung mit Javier genauso enttäuschend verlaufen, wie sie für Timothy Alkohven alias Japanese Goth … Weiterlesen Javier23

Javier 22

Javiers Haushaltshilfe Johanna hatte es eilig. Zum einen hatte sie die Anweisung, noch vor Javiers Eintreffen das Haus zu verlassen, da dieser es nicht schätzte, dem Personal zu begegnen. Andererseits war ihr ganz besonders heute wenig daran gelegen auf Javier zu treffen, der gerne mal unerwartet früh nach Hause kam, denn sie hatte Zahnschmerzen. Sie … Weiterlesen Javier 22

Javier 21

Daniel Mersiowsky hielt zwei Flugtickets in der Hand, die ihm ein Bote gerade zugestellt hatte. Daniel wusste nicht, ob er sich freuen oder wütend werden sollte. Etwas in ihm tendierte zur Wut, denn er meinte, gegenüber Javier mehr als nur deutlich gemacht zu haben, dass er im Moment an New York kein Interesse habe. Jetzt … Weiterlesen Javier 21

Javier 20

Mit seinen Charaktereigenschaften, seinem Mangel an Empathie, seinem tiefen Bedürfnis, andere Menschen zu manipulieren, und mit seiner Gier nach Materiellem und Konsum war Javier der perfekte Protagonist auf einem sich nur an Angebot und Nachfrage ausrichtenden Kunstmarkt, der immer weniger die Kunst und immer mehr den Markt im Blick hatte. Noch immer hält sich das … Weiterlesen Javier 20

Javier 19

Das Monströse an Javier war seine Unfähigkeit zu jedweder Form der Empathie. Javier hatte durchaus Gefühle, allerdings nur solche, die sich auf ihn selbst bezogen. Angst um sich selbst war beispielsweise ein Gefühl, das ganz dunkel sein Leben bestimmte. In dieser Angst spielte das Außen, spielten die Anderen, seine Mitmenschen eine große Rolle, jedoch nur … Weiterlesen Javier 19

Javier 18

Es war in der Mitte der ersten Dekade des neuen Jahrhunderts als Javier von einem Erfolg seiner Galeristen- und von einem Exzess seiner Drogenkarriere zum nächsten taumelte. Es waren in jeder Hinsicht Jahre des Rausches. Die große Umverteilungsmaschine ratterte zugunsten von Javiers Geschäftsmodell. Es war unglaublich viel Geld in den Märkten, das gierig nach Rendite, … Weiterlesen Javier 18

Javier 17

Sucht und Geld sind zwei Themenkreise, die erstaunlich nahe beieinander liegen. Nicht nur, weil man das eine braucht, um das andere für einen Moment zu befrieden. Alle Süchtigen haben ein besonderes Verhältnis zu Geld, ein Verhältnis, das über das eines Mittels zum Tausch weit hinausgeht. Es ist viel eindringlicher fokussiert, geprägt von Gier, Neid und … Weiterlesen Javier 17

Javier 16

Javier saß zu Hause. Der Erfolg, den der heutige Tag gebracht hatte, das Gespräch mit Jannis, der zwei Werke Daniel Mersiowskys in seine Sammlung aufgenommen hatte, wodurch zweifelsohne eine Wertsteigerung erreicht würde, interessierte Javier nicht mehr. In dem Moment, in dem er sein Ziel erreicht hatte, wurde es für ihn belanglos.  Selbst für Hannes Knecht … Weiterlesen Javier 16