Ich hatte eine kleine Rede gehalten. Mich eingelassen auf die Worte, die mich forttrugen, die sich zu Sätzen fügten, die zu Thesen wurden. Meine Thesen wurden zu den Schwingen meines Geistes, der wie ein Engel die Wolken der Unvernunft durchspaltete und Licht werden ließ, wo eben noch Dunkelheit herrschte. Ich war berauscht von dem, was … Weiterlesen Falsche Zielgruppe
Autor: Gert Ewen Ungar
Ein Werk von Przemek Pyszczek
Wenn ich am Schreibtisch sitze und mich umwende, blicke ich seit heute auf ein Werk von Przemek Pyszczek. Zement auf Leinwand. Monochrom grau, könnte man meinen. Aber der Zement hat eine Struktur, wirft Schatten, wendet sich dem Licht zu. So entstehen im Grau feine Schattierungen, Schraffuren, Senken und Höhen, hier eine Ebene, dort zieht sich … Weiterlesen Ein Werk von Przemek Pyszczek
Fin de siècle 2
Sebastian hatte am darauf folgenden Tag kurzfristig zu seiner heiteren Stimmung zurück gefunden. Wir hatten das Gefühl, uns würde ein Abenteuer bevorstehen. Kurz nach dem Frühstück begann es auch schon und sorgt wiederum für Stimmungswandel, denn Sebastin erhielt eine Email, die besagte, dass sich die Hochzeitsgesellschaft nicht wie geplant in der Nähe der Inselhauptstadt Santa … Weiterlesen Fin de siècle 2
Fin de siècle 1
Wir sehnten uns nicht nach der Veranstaltung, zu der wir eingeladen waren. Im Gegenteil waren es zahlreiche Befürchtungen, die wir uns bunt und immer bunter ausmalten, bis aus den Befürchtungen erheiternde Fragmente einer von uns beiden fortgeschriebenen Erzählung wurden, mit der wir versuchten, uns vom Bevorstehenden abzulenken und uns gleichzeitig auf es einzustimmen. Wir erwarteten … Weiterlesen Fin de siècle 1
Dekadenz
Am Ende einer jeden Epoche gibt es einen Moment der geistigen und kulturellen Erschlaffung, bevor dann schließlich wieder wahrhaft Neues entsteht. So besagt es zumindest die ein oder andere Form der Geschichtsschreibung. Nicht unbedingt die aktuelle, denn der Geschichtsschreibweise der Entfaltung mit anschließendem Niedergang haftet etwas sehr Zielgerichtetes, Teleologisches an und das findet man heute … Weiterlesen Dekadenz
Sprechverbote
Zu Hause darf ich nicht mehr "yes, we can't" sagen. Zumindest heute, denke ich, dann reist Obama zum Glück wieder ab. Können die nicht inzwischen einfach skypen, wie jeder andere auch?
Selbstreferentielles Geschreibsel
Meine Birne ist ein schwarzes Loch, in dem Ideen einfach so verschwinden. Vor wenigen Stunden hatte ich so lustige, mich selbst erheiternde Ideen. Ich fuhr mit dem Fahrrad durch die Stadt, erzählte mir unterhaltsame Geschichten, die mich zum Lachen brachten, hatte Ideen für Anekdoten und Kurzweiliges. Ich sehnte mich nach Hause, um sie aufschreiben zu … Weiterlesen Selbstreferentielles Geschreibsel
Rolf Schwarz 11
Auch mit Thomas Greiner war Rolf schnell bem Du. Thomas war in seiner Art ein offener, jedem sofort sympathischer Mensch, der sich unmittelbar darum bemühte, Rolf in die kleine Gesellschaft des Bekloppten-Ateliers, wie er es nannte, aufzunehmen. Thomas schaffte die Balance zwischen auf den ersten Blick brüskierenden Benennungen, die er aber andererseits mit einem unglaublichen … Weiterlesen Rolf Schwarz 11
Rolf Schwarz 10
Nur nach und nach fand Rolf heraus, wie bizarr und illuster die kleine Gesellschaft war, die sich täglich zum Malen und Zeichnen zusammenfand. Nur in Ausnahmefällen sah man den Teilnehmern ihre Einschränkungen an. Da war zum Beispiel Herr Maurer, der neben einer psychiatrischen Diagnose offenkundig noch intelligenzgemindert war. Mit seinen 62 Jahren hatte er sich … Weiterlesen Rolf Schwarz 10
Diktierte Körperhaltung
Ein in Europa und vermutlich auch der Welt in seiner Dimension noch völlig unverstandenes Thema der Deutschen ist die Frage nach dem Pinkeln. Oder eher die Frage, wie hältst Du es mit dem Pinkeln? Wobei die Frage nach der Art und Weise immer auch gleich auf ein Sollen abzielt. Aber ich greife vorweg. Zunächst einmal … Weiterlesen Diktierte Körperhaltung